Easy Capture Manager entfernen

Bloggen und Medien

Jetzt geht es mal nicht ums Essen: Sondern um den PC. Damit hab ich es beruflich ja zu tun. Geschichte: Ich hab einen Samsung Netzwerkdrucker angeschlossen und mit der zugehörigen Software (Easy Printer Manager) konfiguriert. Der Drucker lief zwar wie gewünscht, aber ich hatte plötzlich den Easy Capture Manager auf dem Rechner, der sich bei Anlegen von Screenshots mit der Drucken-Taste plötzlich eingemischt hat. Da bin ich Purist und möchte den Screenshot einfach mir IrfanView aufmachen und mir dann einen Ausschnitt wählen.

Zuerst bin ich nicht auf die Idee gekommen, wo dieser Capture Manager plötzlich herkommt, über die Windows Systemsteuerung lässt er sich jedenfalls nicht entfernen. Nach längerem Nachdenken bin ich dann drauf gekommen, hab das Druckerkonfigurationsprogramm gestartet und das Ärgernis dort in den Einstellungen gefunden. Mit Entfernen des Häkchens lässt er sich deaktivieren (siehe Bild).

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So, jetzt bin ich meinen Ärger los und schreib wieder über Kochen und Wein.

 

Baccalà salato mit Spaghetti

Kost

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Klippfisch ist nicht Stockfisch, war die erste Lehre, die ich mit meinem Mitbringsel vom Meer aus Italien lernen musste. Baccalà salato ist Klippfisch, also eingesalzenes Fischfilet, das nicht zuvor getrocknet wird. Sonst wäre es Stockfisch. Klippfisch hat auch keine verstockte Konsistenz, sondern ist weich wie jeder Fisch. Die Norweger, so sagt man, essen kleine Klippfischstreifen roh und salzig als Snack. Das war nicht so unser Fall. Aber das folgende Rezept hat uns sehr gut geschmeckt: gebratener Baccalà mit Spaghetti. Als Basis dient eine Zwiebel-Sahne-Sauce. Trotz des Wässerns bleibt der Geschmack des Fischs relativ salzig — und zwar von innen heraus. Das macht aber den Charme dieses Gerichts aus, man sollte als Ausgleich die Sauce nur sparsam salzen.

Zutaten:
300g Baccalà salato
Öl zum Anbraten

500g Spaghetti

Für die Zwiebel-Sahne-Sauce:
4 dicke Haushaltszwiebeln
Öl
Knofi
Sherry (oder Weißwein)
Ein Becher Sahne oder Crème Fraîche oder am besten Panna da Cucina
Zitronenschale, Pfeffer, eventuell Melisse, Kapern etc.

Zubereitung: Zuerst braucht der Fisch Zeit: 48 Stunden, in denen er gewässert wird. Dabei das Wasser morgens und abends erneuern.

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Anschließend trockentupfen, Restgräten entfernen und in Streifen schneiden.

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Während der Fisch trocknet die Sauce zubereiten: Die Zwiebeln sehr fein würfeln und in Fett dünsten — allerdings nicht zu heiß. Die Zwiebeln sollen komplett zerfallen, aber keinesfalls bräunen. Das dauert bestimmt eine halbe Stunde und der Koch muss stetig rühren. Dann den Knofi und die Zitronenschale kurz mitdünsten und mit etwas Sherry abgießen. Den Sherry und die Zwiebelmasse einkochen lassen und wieder ablöschen. Insgesamt drei Mal. Dann mit Sahne aufgießen, wer Panna da Cucina kriegt, ist von der Konsistenz her im Vorteil. Wieder einkochen lassen.

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Das Ergebnis ist gar nicht scharf-zwiebelig, sondern mild und süßlich. Weiter köcheln lassen. Wenn die Sauce zu dick geworden ist, kann man sie später gut mit dem Nudelwasser etwas strecken. Dann erst sparsam salzen.

Jetzt das Nudelwasser aufsetzen. Wenn man die Spaghetti ins kochende Wasser gegeben hat, wird der Fisch kurz angebraten. Das sollte recht heiß erfolgen, da er schnell zerfällt, aber etwas Farbe bekommen muss.

Nudeln servieren mit Sauce, Fisch, Pfeffer, Melisse und Kapern garnieren.

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Als Wein empfiehlt sich ein kräftiger, gut strukturierter Weißer, der gerne etwas Prozente und ein bisschen Fasseinsatz zeigen darf. Wir hatten gut passend einen 2008er Insolia von Cusamano aus Sizilien (Name: Cubià).

Mönchsbart (Barba di Frate) auf Buttertoast

Kost

Mönchsbart

Wir waren über Ostern in Italien in der Romagna. Von einem Tag auf den anderen waren plötzlich alle Gemüseläden voll mit einem Kraut, das ich in meinem Leben vorher noch nie gesehen habe. Lischi heißt es in der Romagna (gesprochen: Lis-ki) bei uns als Mönchsbart bezeichnet, wie ich jetzt bei Google herausgefunden habe. Weitläufig bekannt ist es auch italienisch als Barba di Frate. Ich habe mir ein Bündel gekauft und mich gleich im Laden erkundigt, wie man es zubereitet. Es wir kurz gekocht, in Salzwasser blanchiert. Zuvor trennt man die weißen oder harten Stile ab. Es schmeck nach einer Mischung aus Meer, Spinat und Spargel. Die Konsistenz ist vergleichbar mit Mauerpfeffer, wer das schon mal probiert hat.
Gegessen haben wir ihn dann in Pfannkuchen gerollt, die vom Vortag übrig waren, und auf Buttertoast. Gerade Letzteres ist sehr empfehlenswert. Wie bei Spinat ist es schwierig, einen passenden Wein zu finden. Am besten scheint tatsächlich ein trockener Lambrusco aus der Romagna.

Botanisch gehört der Möchsbart zu den Salzkräutern, das heißt, er verträgt Salzwasser und wächst daher in der Nähe des Meers.

Spätzle mit Walnuss-Topinambur-Sauce

Kost, Wein

Ich trau es mich kaum zu sagen, aber der Topinambur macht die Nusssauce nussiger… Aber fangen wir von vorne an. Aufgrund einer vegetarischen Mitesserin war ich auf der Suche nach einem Speckersatz bei diesem Rezept. Tatsächlich habe ich mit Topinambur eine wunderbare Alternative gefunden, denn er bekommt kleingeschnitten und geröstet eine ähnliche kernige Konsistenz wie der Speck und hat ebenfalls einen eigenen, sehr würzigen Geschmack, der dem etwas schwerfällige Walnuss-Pesto den richtigen Kontrapunkt gibt.

Zutaten
Walnusskerne
Topinambur
Knofi
Öl
Salz, Pfeffer
Petersilie

Spätzle (wie hier)

Rezept:
Diesmal hab ich die Kerne im Ofen geröstet. Das hat zwei Vorteile: Sie bekommen einen raffinierten Geschmack und man kann die etwas bittere Haut abziehen. Wenn man fertige Kerne kauft, hat man dieses Problem freilich nicht. Dann die Kerne fein pürieren.

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Der Topinambur wird geschält, was etwas sperriger ist als bei Kartoffeln, und dann in feine Würfel geschnitten. Diese in Öl langsam rösten, bis sie schön goldbraun geworden sind. Schließlich den fein gehackten Knofi zufügen und kurz mitdünsten.

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Wichtig: Den Topinambur nicht mitpürieren, sonst geht der kernige Effekt verloren. Alles zusammenrühren und mit Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken.

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Nun kocht man die Spätzle. Wenn sie fertig sind, fügt man so viel Kochwasser in den Walnussbrei, bis die gewünschte sämige Konsistenz entstanden ist.

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Da es sich doch um ein stark toskanisiertes schwäbisches Rezept handelt, tranken wir einen Rosso di Montalcino 2009 von La Poderina, allerdings im Schwabenbecher. Das hat ihm nicht geschadet. Er ist inzwischen sehr mild, zeigt noch ein bisschen Biss, pflaumige Noten und der Alkohol mit 13,5% ist sehr gut eingebunden.

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Entschuldigung, lieber Pinot Noir!

Wein

Es gibt eine Geschichte von Solon, einem der sieben Weisen des Altertums, in der er vom reichen König Krösus gefragt wird, wer der glücklichste Mensch sei. Das glückliche Leben ist einer der zentralen Gedankenkreise der antiken Philosophie. Von Solon stammt die älteste mir bekannte Antwort. Solon nennt dem Krösus ein paar Beispiele von glücklichen Personen, die ein erfülltes Leben geführt haben und ein ruhmreiches oder zumindest friedvolles Ende fanden. Jedenfalls tut er Krösus nicht den Gefallen, ihn, den reichen König, als glücklichsten Menschen zu nennen. Denn, erst wenn man das Ende kennt, kann man das Glück eines Lebens bewerten.

Man kann Glück auch anders definieren und die Antike hat das später auch ganz anders getan, aber diese Geschichte ist mir eingefallen, als ich letztes Wochenende einen bislang von mir kläglich unterschätzten, fränkischen Spätburgunder öffnete, die letzte Flasche, wie ich nun bedauere, und recht schnell von tiefen Gewissensbissen angefallen wurde. Denn ich hatte zehn Jahre schlecht über ihn gedacht und sogar schlecht über ihn geschrieben. Nun muss ich mich entschuldigen, lieber Spätburgunder, öffentlich. Aus dem Divino Piont Noir der Winzergenossenschaft Nordheim ist im Alter von zehn Jahren ein wunderbarer Wein geworden, der sämtliche Jugendsünden abgelegt hat. Er ist harmonisch und rund, Alkohol, Süße und Holz sind nicht mehr renitent, sondern haben sich fein zusammengefügt. Er ist immer noch von süßen Aromen getragen (Trockenbeeren, Datteln, Tropenholz), aber der pappige Zuckerbäckergeschmack ist zurückgetreten.

Regel: Denke nicht schlecht von Wein, bevor Du sein Ende kennst … und schreibe schon gar nicht schlecht … oder, um es mit Solon (nach Herodot) zu sagen: “Bevor er aber gestorben ist, soll man sein Urteil zurückhalten und ihn nicht glücklich nennen.”

Buttermilch-Scones für den Afternoon-Tea

Backen, Kost

Scones gehören zu jedem britischen Afternoon-Tea. Sie sind ganz einfach zuzubereiten, schmecken sehr lecker und werden aufgeschnitten und mit Butter und Marmelade (Jam) verzehrt.

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Zutaten:
250g Mehl
1 Tl Backpulver
Salz
Zitronenschale
25g Butter
200 ml Buttermilch

Rezept:

Mehl mit Backpulver vermischen und Butter hineinreiben. Dann die Buttermilch und die Gewürze zufügen und zu einem weichen Teig bereiten. Auf einer bemehlten Platte eine Rolle mit ca. 5cm Durchmesser formen und ca. 2cm dicke Scones abschneiden.

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Dann mit etwas Buttermilch bestreichen.

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Bei 220 Grad 15 bis 20 Minuten backen.

Braunkappe, Schopftintling und Ziegenlippe

Kost

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Der Wald ist immer noch voll mit Pilzen. Dieses Mal haben wir Unmengen an Braunkappen gefunden. Die soll man ja nicht essen, …  aber wenn sie doch so jung sind :-) Dann gab es einen Schopftintling, den irgendein ignoranter Pilzsammler in Unkenntnis umgetreten hat. Und eine Ziegenlippe (der Dicke rechts oben). Den Pilz ganz rechts konnte ich nicht bestimmen. Vielleicht der Lästige Ritterling (giftig) oder der Helle Kurzstiel-Weichritterling (essbar). Wir haben ihn jedenfalls nicht gegessen.

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Heringstäubling, Semmelstoppelpilz und Reizger

Kost

Wir hatten heute eine kleine, aber sehr feine Pilzausbeute:

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Einen Heringstäubling (vorne links), den man am typischen Geruch nach Hering erkennt. Nicht zu verwechseln mit dem ungenießbaren Zederntäubling, der eben nach Zedernholz riecht. Wie alle Täublinge sind die, die scharf schmecken (mit der Zungenspitze probieren), ungenießbar, die milden hingegen essbar. Vorne rechts ein Fichtenreizger, die ich sehr gerne mag, wenn sie nicht schon zu schwammig sind. Hinten finden sich Semmelstoppelpilze, die man an den Stoppeln erkennt, die sie statt Lamellen oder Röhren unter der Haube haben. Fast alle Stoppelpilze sind essbar, manche werden im Alter bitter.

Waldpilze mache ich eigentlich nur mit Zwiebeln, Pfeffer und etwas Petersilie.

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Saubloggen am Mittwoch: Pommes-Automat

GenFood und JunkFood, Kost, Saubloggen

Saubloggen am Mittwoch: Da gräust es jeder Sau: Die chinesische Firma Beyondte hat den Pommes-Automat erfunden. Der Vorteil des Geräts (laut Pressemeldung): “Die Maschine kann die Pommes sowohl in Pflanzenöl als auch Rinderfett frittieren und mit drei verschiedenen Soßen servieren.” Das klingt lecker, Freunde! Besonders auf die Variante mit Rinderautomatenfett bin ich echt schon gespannt.

Weiter lesen wir: “Die Wartezeit nach der Eingabe von Münzen oder Banknoten beträgt nur 90 Sekunden … In Belgien kostet eine 135g-Portion von in Rinderfett zubereiteten Pommes frites am Automaten 2,50 Euro. Die Maschine kann auch auf die Abgabe von 150g-Portionen eingestellt werden.” Ein echter Vorteil. Und das sogar im Land, dessen Bewohner die Pommes erfunden haben. Auch in Kroatien, im Iran und in Chile wird es bald solche Geräte geben. Firmeninsider berichten, dass das Nachfolgemodell sogar Döner können soll … Mit Knoblauch oder ohne.

BEYONDTE ELECTRONICS CO., LIMITED FRY VENDING MACHINE

Kunstprodukt: Alba-Öl statt Butter

GenFood und JunkFood

Letztens hab ich ein Fläschchen Alba-Öl bekommen, ein flüssiges Fett, das tatsächlich wie Butter riecht und schmeckt. Ich hab Pfannkuchen damit gemacht, was gut gelungen ist. Ich dachte, Alba wäre irgendeine exotische Pflanze, die sie jetzt entdeckt haben, von einer abgelegenen Insel. Gut für den Geschmack und gut fürs Cholesterin. Bei meinen Recherchen im Netz bin ich aber drauf gestoßen, dass es ein Kunstprodukt auf der Basis von Rapsöl aus Schweden ist. Die Hersteller fügen dem eigentlich sehr hochwertigen Rapsöl Aromen, Emulgatoren, Farbstoffe und Antioxidationsmittel hinzu… Brrr. Alter Schwede! Das ist dann doch nicht mein Fall. Junk-Food. Aber das Fläschchen ist schön, falls der Schenkende dies liest, und gießt einen sehr schönen, dünnen Strahl.

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Pizza Bianca mit Krabben, Avocado und Bärlauch

Backen, Kost

Meine Generation ist seit der Kindheit auf Pizza mit Tomatensauce geeicht, sodass sich schon ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt hat: rot, Mozzarella, Oregano. Ich will nicht sagen, das sei langweilig, aber so ein bisschen same-same-but-different. Pizza binaca bietet sich hier als echte Alternative an, die auch bei Gästen einen Überraschungseffekt erzielt. Es eröffnen sich viele neue und ungewöhnliche Varianten, die schon aufgrund des weißen Erscheinungsbilds sofort auffallen. Als Grundbelag der Pizza bianca dient Frischkäse, Crème Fraîche oder Mascarpone.
Pizza mit Krabben, Avocado und Bärlauch

Pizzateig für 3-4 Bleche:
750g Mehl 405 gesiebt
1/2 Würfel Hefe
20g Salz
30g Honig
Ca. 450ml kaltes Wasser
30g Olivenöl
Mehl zum Auswellen und Backen

Belag:
Frischkäse
Krabben
Avocado
Zitronensaft
Salz, Chili
Olivenöl
Bärlauch

Die Hefe in einem Glas sehr kaltem Wasser auflösen und in das gesiebte Mehl kneten. Weiter Wasser hinzufügen. Dann Salz, Honig und etwas Öl zufügen. Und weiter Wasser, bis ein sehr weicher, aber noch mit Händen gut knetbarer Teig entstanden ist. In drei oder vier Kugeln teilen, abdecken und im Kühlschrank eine Stunde gehen lassen.

Während dessen den Ofen so heiß wie möglich vorheizen, am besten mit einem Backstein darin. Die Krabben in Zitronensaft und Salz marinieren. Nach einer Stunde, eine Teigkugel aus dem Kühlschrank holen und mit Mehl dünn auswellen. Ein Blech bemehlen (ohne Fett) und den Teig darauf legen. Einen Rand formen. Nun mit Frischkäse bestreichen, etwas salzen und mit Krabben sowie Avocadostücken belegen. Nach Geschmack mit Chili bestreuen und etwas Olivenöl darüber träufeln. In den Ofen auf die unterste Schiene geben und ca. 8 – 12 Minuten backen, bis die Pizza schön gebräunt ist. Rausholen und sofort den geschnittenen Bärlauch darüber streuen. Der Bärlauch soll nicht mitbacken, der Ofen ist zu heiß dafür. Wenn man ihn direkt auf die heiße Pizza gib, zieht er noch etwas an.

Persisches Huhn in Walnuss-Granatapfel-Sauce (Khoresht Fesenjan)

Kost

Dieses ungewöhnliche Gericht aus dem Iran lebt von der Kombination aus deftiger Walnuss und feinem Granatapfelsaft (den man beispielsweise im Reformhaus bekommt). Khoresht bezeichnet erst einmal einen Eintopf, den es im Iran in verschiedenen Varianten gibt. Bekannt ist auch Khoresht Gheimeh, also mit Lammfleisch, Erbsen und getrockneten Limetten (siehe Bild am Schluss).

Zutaten:
1 kg Hühnerbrust
250 g Walnusskerne
1/2 l Granatapfelsaft
3 Zwiebeln
1/2 EL Kurkuma
1/4 Zimtstange
Salz
Pfeffer
Eventuell 1 El Zucker
Beilage: Reis

Rezept:
Zuerst zerstoßt Ihr Walnüsse und Granatapfelsaft zu einem sehr feinen Brei. Am besten geht das mit dem Pürierstab. Dann fügt Ihr den im Mörser zerstoßenen Zimt hinzu. Für das Fleisch schneidet Ihr die Zwiebeln klein, dünstet sie kurz an und fügt dann das in Stücke gewürfelte Fleisch hinzu.

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Wenn es etwas Farbe bekommen hat, löscht Ihr es mit dem Brei ab und fügt die restlichen Gewürze hinzu. Auf kleiner Flamme ein paar Minuten weiter köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist. Dazu wird Chelo-Reis serviert. Im Original ist das gedünsteter Reis, der halbgar in einem Topf mit etwas Fett so fertig gestellt wird, dass er unten eine Kruste bekommt. Wir haben etwas abgekürzt und einfach Basmati-Reis normal gekocht und anschließend mit Butter in einen Topf angeröstet. Jeder Perser würde sich wahrscheinlich peinlich abwenden, uns hat es aber geschmeckt.

Chelo-Reis

Im folgenden Bild: Khoresht Fesenjan und Khoresht Gheimeh:

Kohresht Fesenjahn und Gheimeh

Baklava mit Migrationshintergrund

Backen, Kost

Damit es hier im Blog nicht nur depressiv daher kommt – obwohl der Schnee mich echt fertigmacht, heute Morgen hab ich es kaum mit dem Rad zur S-Bahn geschafft – eine Süßspeise. Wie alle Süßspeisen des Vorderen und Hinteren Orients sind Baklava für den mitteleuropäischen Geschmack sehr süß und man genießt diesen Nuss-Blätterteig-Kuchen besser in kleinen Mengen. Es gibt viele Varianten, die vorliegende stammt von einer ehemaligen bosnischen Nachbarin von uns. Doch die eigentliche Migrationsgeschichte ist eine andere: Statt des türkischen Yufka-(Filo-)Teigs verwendet die Dame deutschen TK-Blätterteig, was die Beschaffung der Zutaten deutlich erleichtert und das Endergebnis noch einmal schwerer macht.

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Zutaten:
400g Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse)
Eine Handvoll Pistazien
100g Honig
50g Zucker
100g flüssige Butter
Saft und abgeriebene Schale von einer Zitrone
Salz, Zimt
5 bis 7 Platten Blätterteig, je nach Größe
+ Butter zum Einpinseln
+ Mehl zum Auswellen

Sirup:
250g Zucker
1dl Wasser
1dl Zitronen- und Orangensaft
Eine Prise Salz

Die Nüsse bis auf die Pistazien fein mahlen, mit den restlichen Zutaten zusammenbazen. Die Blätterteigplatten der Länge nach auswellen und mit Wasser zu einer langen Bahn verkleben. In die Mitte nun die Füllung verlegen, wenn die Bahn zu kurz ist, einfach weitere Platten zufügen. Die Teigbahn nun längs einrollen, sodass ein langer gefüllter Wurm entsteht. Den Rand rund herum mit Wasser zukleben.  Nun legt man den Teigwurm schneckenförmig in eine gebutterte und mehlierte Form. Es erfordert etwas Geschick, dass die Schlange nicht abreißt. Am besten füllt der Koch die Form über eine Tischkante, sodass er die Schlange nicht anheben muss, sondern über die Kante in die Form gleiten lässt.

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Mit flüssiger Butter bestreichen und in den vorgeheizten Ofen (220 Grad) schieben. Wenn die Oberfläche zu bräunen beginnt, die Hitze auf 190 Grad reduzieren, die Backzeit beträgt 50 bis 60 Minuten.

Für den Sirup erzeugt der Koch zuerst Karamell nach der Standardmethode: Zucker mit etwas Zitronensaft anfeuchten, dann in einer gut Hitze leitenden Pfanne oder Kasserolle erhitzen und unter Rühren zum Schmelzen bringen. Solange bis der Karamell die gewünschte Farbe hat. Nun mit Wasser ablöschen, dann mit Saft. Den Sirup zur gewünschten Konsistenz einkochen. Die Konsistenz lässt sich mit einem kleinen Metalllöffel, der schnell abkühlt, am Besten feststellen.

Wenn das Gebäck fertig ist, pikst der Koch sofort rund herum kleine Löcher hinein und gießt den Sirup darüber. Kalt servieren.

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Dazu gab es einen Dessertwein. Süß. Süßer Wein hat bei mir nur eine Chance: Er landet zehn Jahre im Keller, dann ist er entweder genießbar oder hin. Der Matthias-Müller-Riesling Bopparder Hamm Feuerlay Auslese 2003 vom Mittelrhein war Ersteres: genießbar, und zwar gar nicht schlecht. Das Zuckersüße im Geschmack ist schon weg, der Wein wird eher von seiner feinen Säure getragen. Die Aromen sind reif und würzig, Nuss, Blüten, Rose, Limette, Ginster, Honig, Salz. Ein bisschen welk, aber sehr fein. Die Konsistenz schließlich ist fett und ölig.  Gerade Letzteres passt zum Baklava. Eiskalt servieren. Trotz Schnee.

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Frühlingsschein

Bloggen und Medien

Zum Welttag der Poesie (gestern am 21. März) ein kleines Gedicht. Mir schlägt der lange Winter offensichtlich auf’s Gemüt…

Frühlingsschein

Zum letzten Mal hebst Du die Flügel,

Schwingst Dich auf, obwohl Du schon am Boden liegst.

Endlich wärmt die Frühlingssonne Dein Gefieder, obwohl’s am Gleisesrand erkaltet liegt.

Nun steigst Du auf, allein, vorbei an Deinesgleichen,

Steigst weiter auf, weiter als Du je geflogen, höher als die eigne Kraft Dich trägt.

Lässt uns zurück die Schatten und die letzten Schrecken im ersten matten Frühlingsschein.