Archiv für Januar 2008

Willkommen bei Hausmannskost 2.0

Hier geht es ab heute mit Hausmannskost in etwas angepasstem Outfit weiter. Schön, dass Ihr hergefunden habt. Das Terracotta-Schwein ist übrigens nicht im winterlichen Frost zerplatzt (welcher Frost?), es steht etwas abgedunkelt bei Geranien und Feige im Keller, und es bekommt seinen Auftritt nach wie vor beim Saubloggen am Mittwoch.

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Lieben Dank.

Saubloggen am Mittwoch: Wilder Tod einer Wildsau

Das Saubloggen am Mittwoch ist diese Mal Iris gewidmet: Dass man eine Türe öffnen muss, auch wenn sie aus Glas ist, musste eine Wildsau kurz vor ihrem Tod noch lernen, als sie in eine Langgönsener Wohnung eindrang, die Glastüre mit Wucht durchbrach, verletzt und verwirrt durch die Wohnung marodierte, mehrere Möbelstücke dabei zerstörte, dann die Bewohnerin angriff, so dass diese mit viel Glück nur der Schock ereilte, und schließlich zur anderen Seite des Hauses durch die offen stehende Terassentüre entwich. Dort draußen wartete schon die Polizei und erschoss das Tier.

Weißburgunder und Domina

Letztens tranken wir zwei deutsche Weine, die von eher einfacher Natur waren, mir aber dennoch gut schmeckten. Und zwar deshalb, weil sie in sich stimmig waren und nicht mehr versprachen, als auch wirklich in ihnen steckte. Der eine war eine trockene Spätlese Weißer Burgunder vom Ehrenbreitensteiner Kreuzberg in Koblenz 2005, der andere ein Domina aus Franken 2006.

Der Weiße glänzte hellgold und verströmte ein intensives Aroma nach Klee und frisch geschnittenem Apfel, dabei mineralisch, rein, aber nicht übermäßig komplex. Eine nervige, aber feine Säure stach im Geschmack hervor, fruchtig, Apfel, Mandarine, etwas Traubenzucker/Brause. Für eine Spätlese erschien er mir erstaunlich trocken, nicht allzu schwer und lang. Und es zeigte sich ein leichter und angenehmer Altersschmelz, wobei ich diesen Jahrgang nicht mehr länger liegen lassen würde. Insgesamt ein nicht allzu komplexer, jedoch gerader und schmackhafter Wein. Ich konnte mit Nudeln mit Schinken-Erbsen-Sahnesauce dazu vorstellen.

Nun zum Roten: Ein Supermarktwein der Marke Weingallerie im Bocksbeutel und immerhin Träger einer fränkischen Silbermedaille. Kirschrot, beerig-würzig, Himbeere, Erdbeere, leicht marmeladig, etwas rauchig, Leder. Der Auftakt war mild und kräftig beerig, dabei leicht süß mit zurückhaltender Säure, wobei die sich anbahnende Langeweile durch eine schmale Tanninbasis ausgeglichen wurde. Insgesamt nicht allzu schwer und kurz wirkt er ein bisschen rustikal, aber schmackhaft und mir persönlich doch einen Tick zu süß. Gepasst hätte er zu einer gebratenen Forelle.

Wo der Alkohol im Pfeffer liegt

So sehr mir der Vernaccia di San Gimignano von Teruzzi gefallen hat, umso enttäuschter war ich vom Peperino 2005. Es handelt sich um einen Cuvée aus Sangiovese und zehn Prozent Merlot, so dass der Wein in die Klasse der Supertoskaner fällt, Weine also, die nicht den klassischen italienischen Sortenmischungen entsprechen. Das sind die Sant’Antimos und Toscana IGTs der italienischen Lieblingsferienprovinz, und sie bestehen zum Teil aus importierten, internationalen Sorten, oft Cabernet oder Merlot. Manche sind berühmt, Tignanello, Solaia, Sassicaia oder Ornellaia, andere schwimmen nur auf der anhaltenden Modewelle mit.

Dazu dürfte der Peperino gehören, der Pfeffrige, dessen scharfe Note sich allerdings auf den hohen Alkoholgehalt begrenzt (13,5), der das Aroma dominiert. Dazu kommen Rauch- und Specktöne, wenig Frucht, später etwas Veilchen und Vanille. Der Geschmack ist ebenso einseitig, grobe Tannine, feurig und eben ein bisschen dünn für den Alkohol- und Fasseinsatz.

Wenn ich lese, wie z.B. in der Welt, dass Rote mit hohem Alkoholgehalt (“14 Volt“) ein Trend für 2008 sind, dann ist der Peperino ein Beispiel dafür, warum ich das schade finde.

Scheuermann on Schaumwein

Der erfolgreichste deutsche Wein-Blogger, Mario Scheuermann, wendet sich neben Drink Tank und dem Bordeaux-Blog einem dritten Thema zu: dem Schaumwein-Blog. “Der Blog bietet News, Klatsch und Meinung rund um die schäumenden Weine dieser Welt: Cava, Champagner, Crémant, Prosecco, Sekt, Spumante etc. sowie die wöchentliche Kolumne ‘Schaum der Woche’”, heißt es in seiner Ankündigung.

Was lernen wir heute: Während der Konsum des einheimischen Sekts konstant geblieben ist, importieren die Deutschen mehr Champagner. “Alles Schampus”, heißt zutreffend das Motto des neuen Blogs.

Nachtspinat

“Nachtspinat” nennen afrikanische Flüchtlinge illegal gewildertes Fleisch, das sie in den Lagern heimlich handeln, erst bei Dunkelheit kochen und essen. Das berichtet der WWF, der gemeinsam mit anderen Organisationen die Umweltsituation zweier Flüchtlingslager in Tansania untersucht hat. Der Bericht spricht von einer rasanten Zerstörung der Natur, die Flüchtlinge holzen Wälder für Brennholz ab und jagen Schimpansen, Büffel und Antilopen. “Die Selbstversorgung der Flüchtlinge mit gewildertem Fleisch hat bislang übertüncht, dass die Weltgemeinschaft nicht in der Lage ist, die Menschen ausreichend mit Nahrung zu versorgen”, folgert einer der Autoren.

Trackback-Test 4

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Trackback-Test 3

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Trackback-Test 2

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Etikettenschwindel

Derzeit geht es in der Weinblogwelt um das Etikett. Im Sicherheitsblog von Bruce Schneier fand ich einen schönen, modernen, High-Tech-Etikettenschwindel:

Wir hatten früher einfach noch keine Cola-Flaschen im Unterricht dabei…

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Saubloggen am Mittwoch: Erleuchtete Ferkel

Mit der Erleuchtung kennen sich die Chinesen seit dem Einzug des Buddhismus ins Reich der Mitte aus. Um aber ein Schwein zu erleuchten, greifen auch die Chinesen zur modernen Genmanipulation: “nachdem das Team grün fluoreszierendes Protein in Schweine-Embryonen injiziert hatte”, heißt es auf der Webseite des China Internet Information Center (CII), das digitale PR-Sprachrohr des Landes.

Eine dieser drei armen Säue hat nun elf Ferkel geworfen. Und zwei davon leuchten ebenfalls. “Mund, Beine und Zunge der beiden Ferkel schimmern grün unter Ultraviolett-Licht, was belegt, dass die Technik der Zucht von transgenen Schweinen mittels Zellkernverpflanzung erfolgreich ist”, zitiert das CIIC den Schweineerleuchter Professor Liu Zhonghua von der Universität für Landwirtschaft in Harbin.

Erleuchtung ist nicht das Endziel der Übung, sondern ein gut gewählter, publikumswirksamer Versuch — wie man an diesem Blog-Eintrag erkennt. Vielmehr geht es Liu nach eigenen Aussagen darum, Schweine als Organlieferanten für Menschen zu züchten. Ob sich auch transgene parteikonforme Staatsbürger züchten lassen, sagt der Professor nicht. Bei den Chinesen würde mich gar nichts wundern, wenn es um die Unterdrückung der Menschenrechte geht.

Ein Leuchtgen könnte ich auch gebrauchen: Beim Joggen. Zunge raus und die Stolpersteine auf dem Feldweg werfen ihre Schatten voraus.



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