Wo der Alkohol im Pfeffer liegt

So sehr mir der Vernaccia di San Gimignano von Teruzzi gefallen hat, umso enttäuschter war ich vom Peperino 2005. Es handelt sich um einen Cuvée aus Sangiovese und zehn Prozent Merlot, so dass der Wein in die Klasse der Supertoskaner fällt, Weine also, die nicht den klassischen italienischen Sortenmischungen entsprechen. Das sind die Sant’Antimos und Toscana IGTs der italienischen Lieblingsferienprovinz, und sie bestehen zum Teil aus importierten, internationalen Sorten, oft Cabernet oder Merlot. Manche sind berühmt, Tignanello, Solaia, Sassicaia oder Ornellaia, andere schwimmen nur auf der anhaltenden Modewelle mit.

Dazu dürfte der Peperino gehören, der Pfeffrige, dessen scharfe Note sich allerdings auf den hohen Alkoholgehalt begrenzt (13,5), der das Aroma dominiert. Dazu kommen Rauch- und Specktöne, wenig Frucht, später etwas Veilchen und Vanille. Der Geschmack ist ebenso einseitig, grobe Tannine, feurig und eben ein bisschen dünn für den Alkohol- und Fasseinsatz.

Wenn ich lese, wie z.B. in der Welt, dass Rote mit hohem Alkoholgehalt (”14 Volt“) ein Trend für 2008 sind, dann ist der Peperino ein Beispiel dafür, warum ich das schade finde.

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