Archiv für April 2008

Plozner Pinot Bianco 2006

Weißer Burgunder aus Norditalien klingt immer sehr vielversprechend, finde ich. Dieser ist hellgold leuchtend; das Aroma entfaltet sich intensiv, nach Wiesenblumen, Klee, reifen Früchte, Aprikosen, Kumquat, etwas grüne Nuss; Der Auftakt ist sehr geschmeidig, es zeigen sich eine leichte Süße, etwas Prickeln, saftige Noten, ein runder Körper und ein langer Abgang. Insgesamt ein guter, milder, Alltagswein, der Säurepegel ist etwas zu flach und der Wein wirkt dadurch rustikal. Passt zu Spargelrisotto.

Plozner Pinot Bianco 2006
Friuli Grave DOC
Italien/Friuli

Weiß; Pinot Blanc
12,5 % Alkohol; Ausbau im Stahltank

Mulitkuli-Umfrage

Peggy Schatz hat mich gebeten, auf ihre Kochumfrage hinzuweisen. Peggy gestaltet derzeit ein Portal für “Kulinarier aller Couleur (vom Food-Fotografen, Blogger, Caterer, Kochbuchautor, Verlag, Händler bis zum Sternekoch), und es soll Präsentations-, Kooperations-, Vernetzungs- und Vertriebsmöglichkeiten bieten. Für Hobbyköche soll es ein reichhaltiger Fundus an Informationen rund um die Themen Kochen und Kochbücher werden”, schreibt sie mir. Die Ergebnisse der Umfrage dienen ihr zur Schaffung von kulinarisch-relevantem Content, und sie hat versprochen, die Auswertung vollständig zu veröffentlichen. Für Teilnehmer gibt es zur Belohnung einen Gutschein von Cook Planet.

Lisini: Merlotfreier Rosso di Montalcino

Vielen Toskana-Liebhabern wird auf Grund des Brunello-Skandals das Vertrauen in die reine Sangiovese-Lust vergangen sein. Merlot-Traube und Barrique-Fass machen einen weichen, fruchtigen Wein, wie er dem modernen, so genannten internationalen Stil entspricht — um es positiv auszudrücken. Oft schmeckt das nicht schlecht, aber wer etwas Ursprünglicheres sucht, sollte zu traditionell erzeugten Weinen greifen. Das bedeutet im Montalcino-Gebiet, Ausbau im großen Holzfass (3000 bis 5000 Liter) und nicht im kleinen Barrique (225 Liter). Hinein darf natürlich, wie es das Gesetz vorschreibt, nur Sangiovese Grosso. Die Weine sind im Ergebnis strenger und bei Brunello DOCG oft erst nach Jahren zugänglich. Einen Rosso DOC (von Caparzo) hatte ich für die Sangiovese-Weinrallye letztes Jahr vorgestellt, einen weiteren möchte ich hier nun beschreiben: Den Rosso di Montalcino 2005 von Lisini.

Die Farbe ist Rubinrot mit blauen Rändern. Kräftiges Aroma, streng, komplex, Holz, Bleistift, Wild, Tabak, Pfeffer, Veilchen, Wacholder, Nelke. Im Lauf des Abends kommen Waldbeeren hervor, Himbeere, Holunder, Trockenpflaume. Der Auftakt ist ebenfalls herb, kräftige, junge Tannine, frische Säure, trocken, schwer und lang. Sehr gerader, edler Wein, der nach Toskana schmeckt. Hat noch viel Zukunft.

Presse- statt Brunello-Skandal?

Die italienische Weinzeitschrift Merum wirft der Presse vor, aus dem Brunello- einen Presseskandal gemacht zu haben. Denn in Wirklichkeit handle es sich um zwei Skandale (wie wir eigentlich schon wissen), die in den Medien zu einem vermischt worden seien. “Die Lektüre der Berichte in der deutschsprachigen Presse lassen jedoch vor allem darauf schließen, dass bisher noch keine Redaktion in der Lage war, eigene Recherchen anzustellen.” (geschrieben gestern, am 15.April!)

Als Beleg liefert Merum in erster Linie einen Bericht der Schweizer Zeitung Blick. Diese ist jedoch, wie ich finde, nicht wirklich ein Maßstab für den Rest der Berichterstattung, denn sie bewegt sich auf Bild-Niveau. Ein Boulevard-Blatt. Ich hatte eher den Eindruck, dass die deutschen Medien sehr wohl die beiden Skandale getrennt behandelt haben. In der Überschrift lassen sich die beiden Reizworte “Brunello” und “Salzsäure” zwar geschickt mischen, aber im Text hatte ich bei keiner Publikation das Gefühl, sie hätte redaktionell Gift in den Brunello gerührt. Hier scheint mir eher, Merum-Chefredakteur Andreas März unsauber zu übertreiben. Sehr lesenswert sind hingegen die Details zum Giftskandal in seinem Kommentar.

In Montalcino haben inzwischen die Erzeuger Frescobaldi und Antinori die Vorwürfe zurückgewiesen. Um Banfi hingegen ist es seltsam still. Den Namen Biondi-Santi habe ich einmal gelesen (bei Wein Plus), das war wohl wirklich eine Ente. Ein schönes Interview mit Eberhard Spangenberg (Garibaldi/Slow Food) gibt es in der SZ, er hofft: “Der Skandal könnte aber auch einen positiven Einfluss haben. Winzer, die einen guten und ehrlichen Wein machen, könnten durch die Sache gestärkt werden.” Das wäre doch was.

Via Wein Plus

Weinrallye 10 und 11

Christoph Raffelt hat das Thema der 10. Weinrallye, die Rebsorte Chenin Blanc, sehr schön und strukturiert zusammengefasst. Der Leser bekommt einen guten Überblick über den Wein zwischen Kult und Massenproduktion. Weiter geht es mit Rallye 11. Nike Rechenberg veranstaltet sie und rückt den Rosé ins Zentrum der vinologischen Bloggerei. Um es genau zu nehmen, Rosé aus Deutschland, Österreich und Südtirol. Von Lachs- bis Himbeerrosa…

Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:
#01 Inselweine (Winzerblog)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen)
#03 Bio-Riesling (Viva vino)
#04 Vulkanweine (Drink Tank)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost)
#06 Schaumwein (Schreiberswein)
#07 Alles außer Glas (Kaulwein)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt)

Casanovas Eier (mit Marsala)

Beitrag zum 33. Kochblog-Event mit dem Thema aphrodisische Gaumenfreuden:

Die nie enden wollende Manneskraft, ein Traum aller Männer und wohl auch aller ihrer Partnerinnen. Sie wurde in Phallussymbolen kultisch verehrt, hat eigene Götter bekommen, ist auch beim Menschen Triebkraft der Revier- und Paarungskämpfe und das eigentliche Hauptthema der so genannten Männergespräche. Es ist die Meta-Ebene, die unter Diskussionen um Fußballtore, Autopferdestärken, Prozessorentakte, Serverauslastungen und Google-Pageranks immer mitschwingt, hätte uns der Philosoph Michel Foucault erklärt. Kurz gesagt: Diskurshoheit garantiert besseren Sex.

Der größte Experte auf diesem Gebiet war jedoch sicher nicht der französische Theoretiker, sondern der italienische Praktiker Giacomo Casanovo. Bei einer Orgie bot ihm die erhitzte Gesellschaft einen Wettstreit an: Er — schon im etwas fortgeschrittenen Alter — soll gegen einen herkuleischen Jüngling antreten: Wer schafft es öfters im Laufe dieser einen Nacht. Damen als Testumgebung fanden sich bereitwillig. Casanova hat gewonnen.

Sein Erfolgsrezept bestand darin: Vor dem Wettstreit bat er um acht rohe Eier, die er vor Beginn der Übung an Ort und Stelle austrank. So erzählt es jedenfalls Frederico Fellini in einem seiner schönsten Filme mit Donald Sutherland als Casanova. Leider habe ich die Eierszene bei YouTube nicht gefunden, aber eine andere, die Filmgeschichte geschrieben hat: Casanovas Tanz mit der mechanischen Puppe.

Acht rohe Eier zu vertilgen, bedarf wahrhafter Männlichkeit. Wer es etwas angenehmer (und vielleicht nicht ganz so herb-männlich) haben möchte, mischt sie sich mit Marsala sowie Zucker und erwärmt das Ganze, Zabaione nennt es sich dann. Das ist fast wie Eierlikör, der jede Damen dahin schmelzen lässt…

8 Eigelb
130 g Zucker
4 dl Marsala

Zucker und Eigelb schaumig schlagen. Marsala unterrühren und in einem Topf unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Sobald die Masse dicker und cremig wird, vom Feuer nehmen und abgießen. Wer zu lange kocht, bekommt ein Omelette. Mit einem Simmertopf (Wasserbad) geht es einfacher. Heiß wie die Lust servieren.

Bärlauchbuletten

Bärlauchfleischpflanzl, würde ich es eigentlich nennen, aber die Alliteration ist einfach zu schön, wie Kümmelköfte, Fischfrikadellen oder vielleicht sogar Fischfleischpflanzl — das gibt sogar dreimal fff. Aber eben nicht mit Bärlauch. Der wächst nämlich noch und die ersten Blütenknospen streben bedenklich in die Höh. Ab der Blüte ist aus mit der Ernte.

Zu den Fleischpflanzl: Ich nehme pro 200 Gramm Hackfleisch:

2 Scheiben Toast
1 Ei
dann Zwiebeln
Grünzeug (Petersilie, stattdessen in diesem Fall Bärlauch)
weitere Gewürze, je nach Gusto: Kümmel, Kreuzkümmel, Thymian, Muskatnuss, Pfeffer etc.

Die Zwiebeln (und normalerweise die Petersilie) schwitze ich kurz an, den Bärlauch aber nicht, sonst verliert er den Geschmack. Das Toast wird in Wasser eingeweicht und wieder ausgedrückt. Alles vermanschen und als schöne Klöpse braten. Erst die eine Seite gut anbraten lassen und dann das erste Mal wenden. So zerfallen sie nicht. Nach dem Wenden etwas flach drücken.

Dieses Rezept ist relativ brotlastig, die Konsistenz der Fleischpflanzl daher weich und luftig. Man kann den Toastanteil reduzieren oder Brot sogar ganz weg lassen. Ausprobieren. Als Beilage passt ein Risotto ebenfalls mit frischen Gartenkräutern, z.B. Kerbel.

Wein eher kräftig, gerbstoffreich, würzig. Sangiovese oder Syrah. Wir hatten einen Coteaux de Languedoc mit hohem Syrahanteil: Abbaye de Valmagne 2005, der gut gepasst hat: Jung und kräftig, beerig-würzig, leicht mineralisch, trocken, deutliche Tannine, etwas feurig. Für einen großen Wein hat er im Lauf des Abends etwas zu schnell nachgelassen im Glas.

Weinrallye 10: Chenin vom Kap der guten Hoffnung

Chenin Blanc heißt das Thema der 10. Weinrallye.

Die Sorte Chenin Blanc hat ihren Ursprung an der Loire, soweit man es nachweisen kann, und bringt dort anerkannt hohe Qualitäten hervor. Berühmt sind trockener Jasnières, der bis zu zwanzig Jahre alt werden kann, oder die biodynamischen Weine von Joly. Chenin ist auch beliebt als Schaumwein, oft Bestandteil des Crément de Loire, und als Edelsüßer — wer es mag. (Einen bemerkenswerten, prickelnden Samur von Bouvet-Ladubay hatte ich früher einmal vorgestellt). Jenseits der Loire versuchen sich viele Winzer der neuen Welt an dieser Traubensorte und ganz nach dem Motto, der Sinn der Rallye ist es, Flaschen zu kaufen, die ich sonst niemals angerührt hätte, fiel meine Wahl auf ein Exemplar aus Südafrika.

Der Mont Destin von 2005 aus Stellenbosch leuchtet goldgelb und dick im Glas wie Wein gewordener Krügerrand. Dick, voll und saftig ist er auch im Geschmack, woran der üppige Alkoholgehalt von 14 Prozent nicht ganz unbeteiligt ist. . . Hinzu kommt eine deutliche Süße, milde Säure, reife Früchte und eine leichte, feine Fassnote (sechs Monate Barrique). Das Aroma ist eher dezent, auch von Fass geprägt, Vanille, Anis, dann Melone, Pfirsich, Rosinen, Erdbeere, reife Töne, leicht mineralisch und eine Spur Eukalyptus. Obwohl er schon vier Jahre alt ist (Südhalbkugel) wirkt er noch jugendlich, wobei der Alkohol ihn vermutlich weitgehend konserviert.

Mir ist der Wein zu schwer, zu stark und erinnert mich an ein Nashorn, das durch die Steppe rennt. Alkohol wie auch Fass sind zwar gut eingebunden, aber schon ein zweites Glas macht mir zu schaffen. Insgesamt ist er eher rustikal und entspricht meinem Bild der neuen Weinwelt: Klare Frucht, Holz, eher süß, eher stark. Er könnte eine kräftige Lachssuppe oder Lachssauce zu Nudeln begleiten. Mit viel Sahne.

Internet-Abzocke Teil II

Ich hatte letztens hier über Internet- bzw. Abo-Abzocke mit Kochrezepten geschrieben. Das Posting war während der Recherche zu einer größeren Geschichte entstanden, die sich allgemein mit dem Thema befasst. Die ist nun erschienen (PC Magazin 5/2008 auch online). Unter anderem steht ausführlicher beschrieben, wie man sich wehren kann. Das sollte man unbedingt tun, denn bislang hat nur ein Abzocker einen Prozess gewagt und auch gleich verloren…

Werbelügen bei Junk-Food

Das Design-Tagebuch vergleicht: So appetitlich sieht das Fertig-Essen in der Werbung aus und so abgestanden, wenn man die Packung aufgerissen hat. Werbung und Realität, Schein und Wirklichkeit, Genuss und Ekel, Lug und Trug. Sehr sehenswert…

Via Hype 2.0

Spargel, Flädle, Schinken und Silvaner vom Stein

Traditionell gibt es Spargel bei uns mit Flädle und Schinken. Flädle sind dünne, schwäbische Kräuterpfannkuchen, deren Ei-Gehalt schon in Richtung Omelette tendiert. Pro Ei rechne ich nur 30 bis 40 Gramm Mehl. Dann rührt man so viel Wasser hinein, bis ein dünnflüssiger Teig entstanden ist. Der soll in der Pfanne gut verlaufen, so dass sich wirklich dünne Flädle damit heraus backen lassen. Frische, gehackte Kräuter nach Belieben, in jedem Fall Schnittlauch. Und — ich weiß nicht, ob ich es dazu sagen muss — natürlich keinen Zucker.

Die heißen Flädle, den gebutterten Spargel und den gekochten Schinken bester Qualität serviert man getrennt. Auf dem Teller wird der Spargel nicht mit ins Omelette gewickelt, sondern nur der Schinken. Wer da noch Hollandaise drüber kippen will, ist selbst schuld. Ich mag den Spargel übrigens durchaus mit etwas Biss, also nicht bis kurz vor die Zellauflösung verkocht.

Spargel ist kein einfacher Partner für Wein, denn dieser darf nicht zu spritzig sein, sonst stört er sich mit dem herben Unterton des Spargels. Andererseits darf er nicht zu mild und geschmacksneutral sein, sonst geht er unter. Mild und voll heißt die Devise. Ich hab mich für eine angereifte Silvaner-Spätlese von Würzburger Stein entschieden.

Noch ein Wort zum Würzburger Stein. Nur wenige Weingüter haben die Ehre, dort anbauen und ernten zu dürfen. Den größten Brocken teilen sich Juliusspital, Staatlicher Hofkeller und Bürgerspital. Silvaner ist die Traditionsrebe, so gibt es noch einen Bocksbeutel Stein-Silvaner von 1540, den Hugh Johnson einmal verkosten dürfte (mit einer Spritzennadel wurde etwas Flüssigkeit durch den Korken entzogen), und er war der Meinung, dass der Wein durchaus noch Frische hätte. Die hatte meine trockene Spätlese von 2005 durchaus auch, kein Wunder nach erst drei Jahren. Die Farbe ist hellgold, wie bei einem jungen Wein. Das Aroma fein und frisch. Leicht mineralisch, Tropen- und Südfrüchte (insbesondere Maracuja), Wiesenblumen. Der Auftakt ist mild, fruchtig, es zeigt sich ein leichtes Prickeln, geschmeidige, feine Säure, runder Körper, langer Abgang. Ob er noch 500 Jahre durchhält, kann ich nicht garantieren, aber für ein Hundertstel davon ist er sicher noch gut. Und zum Spargel passt er jetzt schon.

Brennnesselgemüse mit Champignons

Ein ewiger Ehestreit um die Brennnesseln unter dem Hollerbusch, mein Frau redet von Kindern, Sitzbänken und lauen Sommernächten, ich von Gartenklima, Nutzpflanze, Jauche und natürlich Frühlingsgemüse. Der Kompromiss sieht so aus, dass ich jedes zweite Wochenende unter die Büsche krauche und die Nesseln auf kinder-, gartenbank- und sommernachtfreundlicher Größe halte. Doch das ist es mir wert, wenn ich an das köstliche Gemüse denke, das sich derzeit allerorten ernten lässt. Solange es so jung ist, kann der Gärtner die abgeschnittenen Blätter ohne Gefahr sogar noch mit der Hand in einen Sammelbehälter füllen.

Sehr gut passen die Nesseln zu Champignons: Zwiebeln andünsten, Nesseln und Pilze hinzu, nicht zu kurz dünsten und mit Creme Fraiche verlängern. Der etwas herbe Geschmack der Blätter passt sehr gut zu den milden Champignons.

Spaghetti mit Wildkräuter-Öl

Heute hab ich das erste Mal frische Kräuter aus dem Garten geerntet, denn langsam sind die Pflanzen groß genug, um den Schnitt einer Küchenportion zu überleben. Die Kräuter hacke ich (nicht zu) klein und lege sie eine halbe Stunde in Olivenöl ein. Das wird dann die Nudelsauce und nur noch Salz, Chilli und Parmesan kommen hinzu. Dran glauben musste:

Süßdolde (eine Kerbel-Art)
Bärlauch
Sauerampfer
Salatrauke
Liebstöckel
Giersch
Mauerpfeffer

Das war das erste Mal, dass uns als Familie 500 Gramm Nudeln nicht mehr gereicht haben. Man hat den Eindruck der Körper sehnt sich nach den Wintermonaten regelrecht danach.  Brennessel wäre ebenfalls reif, da sie aber blanchiert werden muss, passte sie heute nicht. Mehr dazu in den nächsten Tagen…

Merlot statt Brunello

Brunello ist der Name einer Traubensorte, auch Sangiovese genannt. Der Brunello aus dem touristisch etwas überlaufenen toskanischen Dörfchen Montalcino hat eine gewisse Berühmtheit erlangt und kostet inzwischen eine gute Stange Geld. Ein Fünftel der Produktion geht in die USA, doch die Konsumenten dort mögen es eigentlich nicht ganz so streng, wie Brunello nun einmal ist. Statt ihnen Sant’Antimo zu verkaufen, der günstiger und charmanter ist, haben eine Reihe kluger Winzer einfach etwas weicheren Merlot in ihren Brunello gekippt. Merlot ist aber kein Brunello und beides zusammen IGT und nicht DOCG. Sant’Antimo eben. Klingende und klingelnde Namen wie Banfi, Antinori und Frescobaldi sind darunter. Nun ermittelt die italienische Polizei.

Nicht nur das. Norditalienische Produzenten haben ein Gebräu erzeugt, das nur noch zu einem geringen Teil aus Wein besteht. Andere Komponenten sind Düngemittel und sogar Salzsäure. Von 70 Millionen Litern ist die Rede, die zugehörigen Weine sind im Billigsegment angesiedelt. Was soll man jetzt trinken? Billig geht nicht, teuer auch nicht? Vielleicht gleich kalifornischen Wein?

Via Stern

Aprilscherze im Wein- und Genussweb

Natürlich haben sich viele Blogger und Journalisten einen Spaß gegönnt und Aprilscherze geschrieben. Im Wein- und Genussweb fand ich gestern folgende. Allerdings habe ich nicht systematisch gesucht, wenn jemand fehlt, bitte nicht böse sein und URL hier kommentieren.

Die erste Rebblüte in Baden (bei Schreiberswein, leider schon wieder gelöscht)
Stuart Pigott neuer Autor bei Weincasting
Allendorf züchtet Perlmutt-Riesling
Irland erhebt Anspruch auf Islay
Barolo erstmalig im Tetra-Pack
Gemüseterrine in gestörtem Dreiecksbehältnis
Weinflasche mit eingebautem Becher
Heymann-Löwenstein: Rückzug aus dem VDP
und natürlich Chinesen klonen Chateau Laffitte

Jenseits des Genussweb hat mir gefallen:
Sarkozys Debüt als Chansonnier
Announcing Project Virgle

Und auf den bin ich hereingefallen:
Sommerzeit steht vor dem Aus
Der GDL trau ich einfach alles zu…

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