Beitrag zum 35. Kochblog-Event mit dem Thema “Some Like it Hot”:

Neben der Freundlichkeit der Menschen war das eines meiner stärksten Erlebnisse in Vietnam: Die Suppe. Die gibt es nämlich an jeder Straßenecke, da steht ein kleiner Ofen mit einem großen Topf darauf, daneben oft nur ein einziger flacher Tisch mit Plastikstühlen darum, auf die man hierzulande gerade mal ein Kind setzen würde. Das ganze Ensemble ist mit einem Sonnenschirm überdacht, unter dem eine alte Frau hockt und gegen ein paar Pfennige Suppe verteilt. Es wird kräftig geschlürft, in der Pho Bo schwimmen Gemüse, Nudeln und ein paar Fleischfetzen, zusätzlich wirft sich der Gast je nach belieben Koriandergrün oder rote Ringe von frisch geschnittenen, höllisch scharfen Chilischoten hinein. Als Beilage gibt es oft Baguette, ein Umstand den sich die Vietnamesen aus der Zeit der französischen Kolonialzeit erhalten haben und der das Reisen in diesem Land sehr angenehm macht, angenehmer als alle anderen asiatischen Länder, die ich kenne. Baguette, La Vache qui rit, mit stolz gepflegte Café-Kultur und die fast schon burgundisch anmutenden Patisserien in Saigon, machen Vietnam für europäische Reisende ein wenig heimatlich. Das ist aber nur ein Schein und der Reisende merkt sehr schnell, dass er in Asien ist, wenn er sich an die allgegenwärtige, salzig und verrottet stinkende Fischsauce Nuoc mam gewöhnen will, was nur schwerlich gelingt, aber für ein typisches Gericht unablässig ist. Auch in Pho bo gehört ein kräftiger Schuss Nuoc mam.

Für die Brühe:
2 l Fleischbrühe
50-75 g Ingwer
3 Anissterne, 3 Nelken, 1/2 Zimtstange
3 El Nuoc mam Fischsauce
200 g Reisbandnudeln
Einlagen
150 g Rindfleisch (Filet oder Rücken)
3Frühlingszwiebeln in Ringe geschnitten
50 g Sojasprossen
1 Bund langblättriger Koriander
1 Bund Koriandergrün
1 Bund asiatisches Basilikum
frische Chilischoten nach belieben
1 Limette aufgeschnitten
Zuerst kocht man die Brühe für eine halbe Stunde mit den Gewürzen, schmeckt sie ab. Während dessen weicht man die Nudeln in Wasser ein, sie kommen erst in den letzen Minuten in die Suppe. Die Einlagen serviert man getrennt. Das Fleisch wird dabei in sehr dünne Scheiben geschnitten und am Tisch portionsweise mit kochend heißer Brühe übergossen. Jeder Gast nimmt sich dann die weitern Zutaten nach Lust und Laune. Aber Vorsicht mit den Chiliringen
Über zu Chili passenden Wein habe ich hier schon mal was geschrieben.

Was für eine Suppe!!! Ich bin total begeistert und sage Danke für’s Mitmachen.
Gruss lavaterra
Mit Vergnügen
Super!
Die Suppe sieht richtig lecker aus und der Text erinnert mich daran, dass ich auch schon ewig einmal nach Vietnam wollte…
Sehr lohnenswert. Ist allerdings ein paar Jahre her, seit ich da war
Vietnam hat sich seitdem sicher verändert, ist aber bestimmt immer noch sehr interessant. Und solche Suppen findet man bestimmt an vielen Straßenecken!
Davon bin ich auch überzeugt, denn es ist ein Nationalgericht. Wie Currywurst in Berlin oder Leberkässemmel in München…
Hallo Ihr Lieben,
ich war im April 08 in Vietnam und nächstes Jahr geht es wieder hin. Es war ein Traum!! Die Suppe gab es in unserem kleinen Hotel zum Frühstück. Ich als “Frühstücksmuffel”
hab mich jeden Tag darauf gefreut. Am Samstag werde ich
sie auch mal wieder zu Hause kochen. Lecker!!!!!
LG
Naja, mein vietnamesisches Restaurant hier ums Eck macht die Brühe selber (Kalbsknochen, AFAIK).
Die Chefin sagt, die Brühe muss 4h kochen.
Mindestens.
Fertig-Fleischbrühe hört sich irgendwie nach “Sakrileg” an
Leute, die mal in Vietnam waren, sagen, Ihre Suppe schmecke wirklich wie die, die man dort kaufen kann.
Gruss,
Rainer
Wer sagt denn was von Fertig-Fleischbrühe?????