Gerade lese ich, dass Seehofer das Kultusministerium neu besetzt. Ich hoffe, dass er damit einen Wandel in der Schulpolitik anzeigen will, denn dem Horror, der sich hier zwischen der dritten und zwölften Klasse abspielt, sind weder Schüler noch Eltern noch die Lehrer gewachsen, und er diente bislang wohl eher der Befriedigung von Sadisten und Politikern. Tatsache ist, dass in Umfragen nach der Wahl, Bildung das Kritikthema Nummer Eins im Freistaat ist. Und dass ein zeitgemäßes Bildungssystem nicht nur gute sondern gerade auch viele gute Schüler entlassen sollte. Und das geht nicht mit gnadenlosem Rausprüfen ab der vierten Klasse. Ich hoffe, das hat sich bei den göttlichen Eingebern der Regierung langsam rumgesprochen und löst das rückständige Des-homa-scho-allawei-so-gmacht ab. Jetzt halt ich wieder meine Klappe zur Politik. F’up.
Archiv für Oktober 2008
Bayern hat neuen Kultusminister
Veröffentlicht 30. Oktober 2008 Bloggen und Medien Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Bayern, Kultusminister, Schule, Seehofer, Spänle
Frisches Bienenwachs mit Schinken
Veröffentlicht 30. Oktober 2008 Bloggen und Medien , Kost 2 KommentareSchlagworte: Karl-Josef Fuchs, Schinken, Wachs
Karl-Josef-Fuchs, mein Favorit unter den bloggenden Köchen, serviert eine frische Bienenwabe mit Frischkäse und Pata Negra Schinken, “der Geschmack, das Wachs wird natürlich mitgegessen, ist einzigartig!”, was mich verwundert, aber da ich Wachs nur als Kerze kenne, und zuletzt als Kind davon abgebissen habe, kann ich mir wohl kein Urteil erlauben…
Brunello-Skandal: Banfi freigesprochen
Veröffentlicht 28. Oktober 2008 Wein Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Banfi, Brunello, Sangiovese, Skandal, Toskana, Wein
Nun ist auch der Brunello 2003 von Banfi als regelkonform frei gesprochen worden, sprich, Analysen haben nicht nachweisen können, dass der Sangiovese mit anderen Trauben verschnitten wurde. Er wird ausgeliefert. Nachdem zuvor auch Antinori seine Absolution erhalten hat, scheint sich der Brunello-Skandal in Luft oder Weingeist oder was auch immer aufgelöst zu haben. Was bleibt übrig? Scheinbar hat nur Argiano gepanscht. War alles andere nur ein böse Kampagne? Oder doch eher Mafia-Gemauschel? Nicht viel veritas im vino, würde ich mal auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen mit italienischen Behörden unterstellen. Ein Misstrauen, dass übrigens die meisten Italiener mit mir teilen.
Zwei positive Ergebnisse hat das ganze aber doch: Der viel versprechende Jahrgang 2004 wird sicher sehr sorgfältig geprüft und rein serviert. Und das Consortio hat entschieden, beim reinen Sangiovese zu bleiben und die DOCG-Regel nicht aufzuweichen. Es hat sich gezeigt, dass die Welt eben Sangiovese im Brunello will und nicht den allgegenwärtigen Merlot.
Via Wein Plus und La Nazione
Weinrallye 17
Veröffentlicht 27. Oktober 2008 Wein , Weinrallye 5 KommentareSchlagworte: EU, Wein, Weinrallye

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Swetlana im Ministerium gesessen ist, einen Tag nicht ansprechbar war (die Arbeit macht gerade ja eh der Steinbrück und nicht der Schäuble) und fieberhaft darüber nachdachte, welches Thema sie für die nächste Weinrallye vor die Weinbloggosphäre bringen soll. Die Erlösung kam dann in Form eines Mitreferenten, der ihr die
“VERORDNUNG (EG) Nr. 479/2008 DES RATES vom 29. April 2008 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein, zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1493/1999, (EG) Nr. 1782/2003, (EG) Nr. 1290/2005, (EG) Nr. 3/2008 und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 2392/86 und (EG) Nr. 1493/1999.”
vorlegte, mit der Bitte zur Durchsicht. Endlich ein Thema! Und was für eines. Ohne lange zu zögern, hat sie es uns allen zur Aufgabe gemacht, ausgedruckt habe ich mir die 61 (einundsechzig) Seiten schon, aber, muss ich gestehen, über Abschnitt (8) bin ich noch nicht hinaus gekommen:
“Die Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 des Rates vom
22. Oktober 2007 über eine gemeinsame Organisation
der Agrarmärkte und mit Sondervorschriften für bestimmte
landwirtschaftliche Erzeugnisse (einheitliche GMO Verordnung)
(1) sollte letztlich auch den Weinsektor umfassen. Die
einheitliche GMO-Verordnung enthält Bestimmungen horizontaler
Art, die insbesondere den Handel mit Drittländern,
Wettbewerbsbestimmungen, Kontrollen und Sanktionen
sowie den Informationsaustausch zwischen der Kommission
und den Mitgliedstaaten betreffen. Um die künftige
Einbeziehung in die einheitliche GMO-Verordnung zu
vereinfachen, sollten die Bestimmungen der vorliegenden
Verordnung, die diese horizontalen Fragen betreffen, so
weit wie möglich an die in der einheitlichen GMOVerordnung
enthaltenen Bestimmungen angeglichen werden.”
Werde mir aber natürlich größte Mühe geben, um Deinen Auftrag, liebe Swetlana, zu erfüllen nämlich:
“Es wäre daher mal an der Zeit, hinter die Weinfassade der seit 2004 der Europäischen Union zugehörigen Staaten zu blicken und quasi die neue Konkurrenz zu begutachten.”
Ich hoffe, dass ich mir zur sehr aufschlussreichen Lektüre auch eine Flasche Wein aus Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern, Bulgarien oder Rumänien aufmachen darf
Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:
2007
#01 Inselweine (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen) (Mein Beitrag)
#03 Bio-Riesling (Viva vino) (Mein Beitrag)
#04 Vulkanweine (Drink Tank) (Mein Beitrag)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost 1.0) (Mein Beitrag)
#06 Schaumwein (Schreiberswein) (Mein Beitrag)
2008
#07 Alles außer Glas (Kaulwein) (Mein Beitrag)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson) (Mein Beitrag)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß) (Mein Beitrag)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt) (Mein Beitrag)
#11 Alles Rosé (Nikos Weinwelten) (Mein Beitrag)
#12 In Gottes Namen (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#13 Bordeaux Blends outside Bordeaux (Planet Bordeaux) (Mein Beitrag)
#14 Wein zum Grillen (SanoVia) (kein Beitrag von mir)
#15 Urlaubsweine (Go to Rio) (Mein Beitrag)
#16 Weingenuss im Restaurant (Notizen für Genießer) (Mein Beitrag)
Weinrallye 16: Schwabinger Studentenkneipen
Veröffentlicht 15. Oktober 2008 Wein , Weinrallye 12 KommentareSchlagworte: Maxvorstadt, München, Paula Bosch, Schwabing, Türkenhof, Wein, Weinrallye
Als meine Frau und ich beschlossen, unsere Babysitterin könnte mal wieder etwas Geld gebrauchen, hatte ich gleich die Idee, für die 16. Weinrallye bei Notizen für Genießer die Weinqualität der Kneipen unserer Studentenzeit zu prüfen. Etwas später entstiegen wir der U-Bahn an der Haltestelle Universität, in der Maxvorstadt und nicht in Schwabing, um es genau zu nehmen, liefen die Schellingstraße herab, am Historikergebäude vorbei, das es zu unseren Zeiten noch nicht gab, und jeder historische Lehrstuhl so weit wie möglich vom anderen entfernt irgendwo in München sein Büro aufgeschlagen hatte: Schulze in der Herzogstraße, Ritter in der Trautenwolfstraße, die Mittelalterleute im Lehel, nur Alte und Bayerische saßen in den ehrwürdig-klassizistischen Klenze- und Gärtner-Gebäuden entlang der Ludwigstraße und schoben geruhsam ihren Dünkel vor sich her.
An der Ecke zur Türkenstraße, benannt nach der Türkenkaserne, die es nicht mehr gibt, lag früher die Engelsburg, echt abgestürzt, und bot Löwenbräu mit viel Schwabinger Mief, die ewig gestrigen Stammgäste hatten sich selbst in Form eines riesigen, sich über eine Wand erstreckenden Wandgemäldes im Stil da Vincis Abendmahls ein Denkmal gesetzt. Heute ist es eine schicke Bar mit Wärmelampen für die Gäste, die auch bei Herbststürmen auf der Straße sitzen wollen, der richtige Ort also, um den ersten Wein zu testen. Der Name der Kneipe, Café Soda, und die Weinauswahl auf der Speisekarte hätten mich stutzig machen sollen, drei Weißweine, nur die Angabe der Sorte, Chardonnay, Gavi, Pinot Grigio, drei Rote, ein Rosato. Frohgemut griff ich zum Pinot Grigio, da kann man wenig falsch machen, um wenig später eine echt herbe Enttäuschung zu erleben. Vom Stil mehr ein vollmundiger deutscher Grauburgunder als ein leichtfüßiger Norditaliener, was verschmerzlich gewesen wäre, aber von der Qualität so mies, dass ich echt geschockt war, dass es so miese Weine überhaupt gibt. Essigsäuren in der Nase, Essigsäure im Auftakt und Essigsäure im Abgang. Oh je.
Schließlich saßen wir dann im Türkenhof, wo wir dann eigentlich immer irgendwann sitzen, und freuten uns, dass sich dort wenig geändert hat. Ein neuer Anstrich, ein Anbau nach hinten, aber vom Publikum her ein altvertrauter Typus Student. Andere Moden als früher, andere Haarschnitte, neue Kellner, aber Leute, die gerne beim Bier über Gott und Welt diskutieren, laut, manchmal ernst, manchmal lustig, Intellektuelle, Künstler, Figuren und die, die es werden wollen. Und ein paar von denen, die schon übrig geblieben waren, als ich das erste Mal hier ankam. Dass nicht geraucht wurde, kam mir heute entgegen, obwohl ich früher an so einem Abend zwei Schachteln weggezogen hätte.
Als mich die Kellnerin dann gefragt hat, was ich will, kroch mir nichts anderes mehr die Kehle hoch, als “ein Helles bitte”. Orte haben einfach ihre Regeln und Gewohnheiten, selbst wenn man nach Jahren ein anderer Mensch geworden ist. Bei Augustiner blieb es dann. Wir saßen mit einem anderen leicht angegrauten Paar aus Düsseldorf offensichtlich am Seniorentisch und redeten nicht mehr über die eigene Bildung, sondern über die der Kinder. Gefühlt wie fünfundzwanzig hab ich mich dennoch.
Nachtrag: Natürlich kann man in München sehr gut Wein trinken. Etwas weiter die Schellingstraße hinab, liegt die Garibaldi Weinbar, mein Favorit, die jeden Abend wechselnd zehn bis fünfzehn hochwertige italienische Weine zum Probieren geöffnet hat. Das Flaschensortiment von Garibaldi kann man ebenfalls bestellen.
In der Innenstadt bietet der Keller des Rathauses die hochklassischen Weine des Würzburger Juliusspitals, das Essen ist bürgerlich. Die großen Hallen der Pfälzer Weinstuben in der Residenz haben einfache, offene Pfälzer Tropfen, die man zu Brotzeit oder Saumagen genießt, wobei die Auswahl der Flaschenweine exzellent ist. Gehobener ist das Vinorant im Alten Hof mit hervorragender bayerisch-verfeinerter Küche und Frankenwein unter anderen von der aufsteigenden Winzergenossenschaft Nordheim.
Jeder wird schließlich Paula Bosch kennen, die im Tantris ihre Weine anbietet. Aber da sollte man sich einladen lassen. Ich hatte zweimal das Vergnügen, allein der Raum im Stiel der Siebzieger ist sehenswert, vor der Türe sitzen nicht so niedliche, mannshohe Phantasiefiguren aus Beton, und die Küche von Hans Haas hat natürlich lange fern abgehoben von den Saucen der Sterblichen.
Phäthon…
Veröffentlicht 14. Oktober 2008 Bloggen und Medien 5 KommentareSchlagworte: Haider, Phaeton, Phäthon
… ist der Sohn des Sonnengottes Helios, der mit dem Wagen seines Vaters eine etwas unglückliche Fahrt hinter sich gebracht, ein gutes Stück Erde dabei versengt und schließlich sein Leben darin verloren hat. Vieles erinnert mich an die Todesfahrt Jörg Haiders, der in einem Auto mit eben diesem Namen umkam. Warum VW sein Luxusmodell nach dieser nicht gerade verkehrstauglichen Figur benannt hat, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Das nur so am Rande…
Pizza Pugliese (Kochblog-Event 39)
Veröffentlicht 14. Oktober 2008 Kochblog-Event , Kost 14 KommentareSchlagworte: Apulien, Avogadri, Nero d'Avola, Pizza, Pizza Pugliese, Rezept, Zwiebelkuchen
Doch! Natürlich hab ich gelesen, dass dieser Herr vor kurzem ebenfalls Pizza Pugliese vorgestellt hat. Ich hab auch einen ganz schönen Schreck bekommen, weil ich im ersten Moment dachte, ich müsste mir ein neues Rezept für das Tarte-Blog-Event suchen. Aber dann sah ich, dass lamiacucina sowohl den Teig als auch den Belag ganz anders macht als ich, und entschloss mich, mein Rezept des apulischen Zwiebelkuchens dennoch vorzustellen. Ich verwende keine Tomaten und keinen Mozzarella, sondern nur Zwiebeln und Pecorino. Die Teigmenge reicht für drei bis vier Bleche, je nachdem wie dünn man die Pizza mag, der Belag ist hingegen nur für zwei Bleche gerechnet, denn ich mache für ein Pizzaessen immer verschiedene Sorten.

Teig (3-4 Bleche)
750 g Mehl 405 (davon eventuell 100 g Gries)
20 g Hefe
Salz
30 g Olivenöl
375 g Eiswasser (eventuell etwas mehr)
Belag (2 Bleche)
500 g weiße Zwiebeln
200 g Pecorino
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Oregano

Zubereitung
Für den Teig löst man die Hefe in etwas Eiswasser aus, vermischt das ganze mit dem Mehl, fügt noch soviel Wasser hinzu, dass ein weicher Teig entsteht. Dann kommen die restlichen Zutaten hinzu, und man knetet einen schönen, glatten Hefeteig daraus, ohne Vorteig. Dann teilt man den Teig in drei oder vier Kugeln, legt sie auf eine Platte, bedeckt sie mit Klarsichtfolie und lässt sie eine Stunde im Kühlschrank gehen. Eiswasser, die relativ geringe Menge Hefe und die kurze Gehzeit sorgen dafür, dass der Teig nicht zu stark geht, denn die italienische soll im Gegensatz zur amerikanischen Pizza nicht zu brotig werden. Bei Witzigmann hab ich mal gelesen, dass er auf die Zugabe von Honig schwört, schaden tut dieser auf alle Fälle nicht.
Während der Gehzeit schneidet man die Zwiebeln in dünne Halbringe, reibt den Käse und heizt den Ofen so heiß es geht. Nach der Gehzeit wellt man einen Teigknödel auf einem Blech aus, bildet einen Rand und verteilt eine dünne Ölschicht darauf. Dann Zwiebeln, Käse und Gewürze zufügen. Auf der untersten Schiene acht bis zwölf Minuten backen, bis der Belag eine schöne Farbe hat.

Mit dem hinzugezogenen Wein war ich nicht so zufrieden, ein Nero d’Avola Sicilia IGT 2007 von Avogadri, der fast schon ein Süßwein ist, Aromen nach eingekochten Preiselbeeren und Rauch, pappig süß im Geschmack, es fehlen die feinen Beerennoten des Nero d’Avola und eine strukturierende Säure. Ich habe den Eindruck, dass Jacques Weindepot bei seinen Angebotsweinen immer mehr in die Marmeladenweinmasche abdriftet.
Genuss mit R
Veröffentlicht 13. Oktober 2008 Bloggen und Medien , Kost , Wein Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: GenussR, Theo Huesemann, Thomas Lippert, Winzerblog

Was soll das r in flickr, Locr, zoomr oder xzyr? Ich weiß es nicht, Thomas Lippert und Theo Huesemann wissen es auch nicht, aber fehlen soll es nicht, bei GenussR, dem neuen Projekt der beiden. Eigentlich ist es ja das Projekt eines Projekts, denn GenussR berichtet als Blog über die Entstehung eines neuen Weinmagazins: “Dieses Blog dient dazu, Ideen zu spinnen und diese zur Diskussion zu stellen und mitzuteilen, was Stand der Dinge ist.”, schreiben die Autoren. Geplant ist auch der Besuch einiger Barcamps nächstes Jahr, und das neue Projekt soll im Mittelpunkt der Internetaktivität der beiden stehen. Hoffen wir mal, dass es darüber mit dem Winzerblog nicht bergab geht.
Auf alle Fälle wünsche ich den beiden viel Erfolg und auch das bisschen Glück, das neben allem Fleiß erforderlich ist
Eine Lachnummer wird es bestimmt nicht.
Avocadosalat mit Hüttenkäse
Veröffentlicht 13. Oktober 2008 Kost Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Avocado, Hüttenkäse, Rezept, Salat
Dieser Salat bietet eine überraschende Alternative für die Zubereitung der beliebten Tropenfrucht, dabei durchaus partygeeignet, denn die Farce wird gefällig in der Schale der Frucht serviert. Avocado und Hüttenkäse passen geschmacklich ausgezeichnet zusammen, sofern die Frucht schön reif und weich ist.
pro Avocado
die selbe Menge Hüttenkäse
ein halbe geriebene Zwiebel
etwas Olivenöl
ein Spritzer Limettensaft
zum Würzen: Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, frische Kräuter, etc
Die Zubereitung ist einfach: Die Frucht halbieren, das Fleisch auskratzen und in kleine Würfel schneiden, mit den anderen Zutaten vermengen und in die leeren Schalenhälften füllen. Garnieren lässt sich das Ganze mit grobem Pfeffer, Limettenscheiben oder grünen Kräutern (Dill). Der Zitronensaft sorgt dafür, dass die Masse nicht dunkel anläuft. Wer mag, kann die Schärfe durch mehr geriebene Zwiebel erhöhen.
Südafrika-Rauschen im Bloggerwald
Veröffentlicht 9. Oktober 2008 Bloggen und Medien , Wein Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: PR, Südafrika, Wein, Werbung, Winzerblog
Thomas ist im Winzerblog aufgefallen, dass in letzter Zeit viel über südafrikanischen Wein geschrieben wurde, und er fragt sich: “Ich bin ja nur Kellermeister, trotzdem frage ich mich ob das wirklich Zufall ist?”. In der anschließenden Diskussion schienen sich die Beteiligten, darunter auch Südafrika-Fan Mario Scheuermann, erst einmal einig, dass es sich nicht um eine gezielte Werbekampagne handelt: “Was ist daran erstaunlich, wenn in Südafrika eine der wichtigsten Weinmessen der südlichen Hemisphäre stattfindet, und Kollegen berichten darüber?”, fragt Scheuermann.
Doch dann wendet sich plötzlich die Diskussion, als sich Petra Mayer von der deutschen Presseagentur Südafrikas zu Wort meldet und auf die Frage von Thomas: “Es scheint manchmal so, als ob Trends gesetzt werden, aber keiner weiß von wem?”, antwortet: “Also Zufall ist das sicher nicht, verehrter Winzerblogger. Wenn Sie wirklich das Geheimnis lüften wollen, dann wäre ich vielleicht die Person die Ihnen verraten kann, wie es geht.” Selbstbewusst fährt sie fort: “Es werden in den kommenden Monaten einige Artikel über südafrikanische Weine erscheinen”.
Das Fazit von Thomas lautet, “Im Grunde genommen beantworten Sie ja alle Fragen von selbst”. Leider sagt Frau Mayer nicht, wieso sie sich so sicher ist, auch auf meine Nachfrage nicht. Der Ton ihres Statements lässt keinen Zweifel daran, dass sie vom Erfolg ihrer PR-Kampagne überzeugt ist. Dennoch muss sie zugeben: “Leider ist es mir nur noch nicht gelungen, ein deutsches Weinland von unseren Ideen und Ansätzen zu überzeugen.”
Ich persönlich, als Journalist, meine, dass PR-Leute ihren Einfluss oft überschätzen. Gelingt eine Kampagne, klopfen sie sich auf die Schultern, misslingt sie jedoch, gibt es tausend Gründe, warum. Die Kampagne mag noch so gut sein, wie sie will, wenn der Inhalt nicht stimmt, also das wofür hier geworben wird, so herrscht Windstille im sonst zügigen Blätterwald. Das sei allgemein gesagt. Ich beziehe es nicht auf südafrikanischen Wein, gegen den ich nichts einzuwenden haben. Aber wenn wir künftig etwas über südafrikanischen Wein lesen, wissen wir wenigstens, warum.
Saubloggen am Mittwoch: Das Schwein bleibt fett
Veröffentlicht 8. Oktober 2008 Kost , Saubloggen 1 KommentarSchlagworte: Ernährung, Fett, Fettgehalt, Fleisch, Saubloggen, Schwein
Saubloggen am Mittwoch: Der PR-Dienst News-Reporter.net meldet im Auftrag der Bauernlobby CMA, dass “das Schwein in den letzten Jahrzehnten durch moderne Züchtungsmethoden und geänderte Zuschnitte abgespeckt hat und heute fünfzig Prozent weniger Fett aufweist.” Gegenüber wann, schreibt die Agentur nicht. Filet, Nuss oder Schnitzel enthalten demnach heutzutage zwei Gramm Fett pro hundert Gramm. Medizinfo spricht immerhin von drei Gramm, was im Vergleich aber auch nicht viel ist. Rinderfilet hat beispielsweise 4,4 Gramm, Kalbsfilet nur 0,8 Gramm pro hundert.
Nimmt man aber die anderen Stücke der Sau, so fällt die Rechnung schon ganz anders aus. Bug, Blatt, Schulter, Vorderschinken schlagen mit 23,9 Gramm zu Buche, hier liegt nur die Hammelschulter mit 25 Gramm darüber oder gleich die Gans mit 31 Gramm. Das Schwein bleibt fett, und wenn man es nicht fett will, so soll man eben Schnitzel oder ganz etwas anderes essen. Hühnerbrust ist beispielsweise mit 0,9 Gramm sehr mager. Gar kein Fett enthält ein Glas Wein, im Gegensatz zum Apfelsaft. Ein echter Schlankmacher
Die Medizinfo-Tabellen sind sehr aufschlussreich, hier die Übersicht.
Risotto von Marie Luise Kaschnitz
Veröffentlicht 7. Oktober 2008 Kost 2 KommentareSchlagworte: Liebe beginnt, Marie Luise Kaschnitz, Risotto
Ich dachte immer, die richtige Art, italienisches Risotto zu kochen, sei mit der Toskanafraktion in die deutschen Kochbeutelstuben eingegangen, also vielleicht in den achtziger Jahren. Nun lese ich aber bei Marie Luise Kaschnitz in ihrem Roman Liebe beginnt von 1933:
“…ich suchte Streichhölzer und zündete das Gas an, die Butter zerfloß auf dem Grunde des Topfes, ich schüttete den Reis darauf, und die Körner sprangen in das zischende Fett. Ich ging hin und her, und manchmal rührte ich um, manchmal auch gab ich einen Schöpflöffel voll Brühe auf den Reis, und dann fuhr eine Wolke von heißem Dampf auf.”
Ohne das Wort Risotto einmal nieder zu schreiben, kocht die Dame hier ein italokonformes Risotto.
Private Klimabilanz beim Essen und Trinken verbessern
Veröffentlicht 6. Oktober 2008 Kost , Wein Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Übersee, Gemüse der Saison, Klimaschutz, Lebensmittel, Region, Wein
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen wies zum gestrigen Tag der Regionen darauf hin, dass jeder Bürger beim Lebensmittelkauf viele Möglichkeiten hat, zum Klimaschutz etwas beizutragen: “So wird zum Beispiel für ein Kilogramm Erdbeeren, das außerhalb der Saison aus Südafrika eingeflogen wird, rund 200mal mehr Erdöl verbraucht als für ein Kilogramm saisonal geernteter Erdbeeren aus der Region.” Das manche Leute Erdbeeren oder Spargel im Winter mögen, hab ich nie verstanden, denn da geht die ganze Vorfreude verloren. Der Mai ist dann nichts Besonderes mehr. Am besten in der Klimabilanz kommen Bio-Produkte weg, die aus der Region im Umkreis von circa hundert Kilometern stammen.
Mehr Informationen bietet ein kostenloses Faltblatt der Verbraucherzentrale, das Interessenten per Post bestellen können. Ein ausführlicher und übersichtlicher Saisonkalender findet sich beispielsweise bei der Bauernlobby CMA. So etwas habe ich ausgedruckt in der Küche hängen. In vielen Regionen gibt es vermarktungstechnische Zusammenschlüsse von Produzenten, in der Münchner Region z.B. “Unser Land“. Bei Wein kaufe sehr selten Flaschen aus Übersee und gucke für die Alltagsweinen nach Franken, Baden oder Norditalien. Ich hatte immer schon ein Problem damit, Wein, der zigtausend Kilometer durch die Welt geflogen wurde, hier für ein paar Euro im Supermarkt zu erstehen. Beim Bier hab ich es als Münchner am einfachsten

Gutedelbloggen: Faust-Tröpfle aus Staufen
Veröffentlicht 6. Oktober 2008 Wein Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Faust-Tröpfle, Gutedel, Staufen, Wein
Dieser Herr hat vor ein paar Tagen begeistert einen Gutedel vorgestellt, und da möchte ich mich nun einreihen. Seit wir verwandtschaftlich bedingt gelegentlich in Baden sind, bin ich auf den Gutedel gestoßen, den ich als einfachen, frischen und günstigen Tischwein sehr schätze. Heute möchte ich ein Exemplar von höherer Qualitätsstufe vorstellen. Er kommt vom kleinen, aber sehr feinen Staufener Schlossberg, der auch als beeindruckender Aussichtspunkt in die Rheinebene einen Aufstieg wert ist. Die Premiumreihe der Staufener Winzergenossen nennt sich Faust-Tröpfle, der Herr Professor ist angeblich in Staufen verendet, und in dieser Reihe gibt es eben auch einen Gutedel, der sich vom einfachen aus der Literflasche deutlich abhebt.

Das merkt man bereits an der Farbe, strohgelb, fast kupferfarbene Ränder. Der Geruch ist zart, Blüten, Gänseblümchen, frischer Apfel, Birne, Aprikose, Stroh, ein bisschen Erdbeere. Der Auftakt ist mild, eine volle fruchtige Birne im Geschmack, nicht zu flach, ein leichtes Prickeln, trocken und lang. Sehr schmackhaft. Hatte für mich Anklänge an einen leichten Grauburgunder.
Winzergenossenschaft Staufen Staufener Schlossberg Gutedel 2007 Faust-Tröpfle
Deutschland/Baden
Weiß; Riesling
12,5 % Alkohol; Restzucker 4,0 g/l; Säure 5,0 g/l
Goldmedaille
