Archiv für Januar 2009

Fischbloggen am Mittwoch: Spinat-Lachs mit Bandnudeln

Aus aktuellem Anlass ein Fischrezept. Natürlich haben wir keinen trockenen Weißwein dazu getrunken, aber mehr wird erst zur Weinrallye verraten.

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Der Lachs wird mariniert, mit Spinat, der hat gerade Saison, angebraten und zu Bandnudeln serviert.

Marinade:
Zitronensaft
Ingwer
Knoblauch
Dill
Salz, Pfeffer

Lachs scharf anbraten, aus der Pfanne nehmen, Zwiebeln kurz darin andünsten, dann den Spinat hinzu, zusammen fallen lassen, mit der Marinande und einem Schuss Sherry ablöschen, einkochen lassen, kräftig Créme Fraîche hinzu und schließlich den Lachs. Die Sauce Würzen und über die heißen Nudeln geben.

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Wer ein Saubloggen vermisst, den möchte ich heute an diese Adresse verweisen. Das Vieh macht mich echt neidisch…

20. Weinrallye: Wein zum Fisch, aber nicht weiß und trocken

Herzlich willkommen zur 20. Ausgabe der Weinrallye. Bevor ich jetzt aber auf die eigentliche Aufgabe zu sprechen komme, möchte ich kurz ein anderes Thema diskutieren. Ich würde nämlich gerne einmal eine Weinrallye zu einem Flying Winemaker sehen, nicht unbedingt bei mir, ein anderer Blog mag diese Idee auch gerne aufgreifen. Die Leute, denen ich das Thema bislang vorgeschlagen habe, waren geteilter Meinung, spannend, aber eventuell zu aufwendig und vielleicht auch zu teuer. Am besten eignet sich wohl Michel Rolland, der sehr viele Gütern auf der ganzen Welt berät, und jede Weinhandlung hat wohl einen solchen Wein im Angebot. Und im Internet gibt es Listen mit seinen Weinen. Ich hätte Spaß daran, was meint Ihr?

Nun aber zur aktuellen 20. Weinrallye. Ich liebe Ja-Aber-Themen, wie Bordeaux outside Bordeaux, Alles außer Glas oder, meine erste Rallye noch im alten Blog, Sangiovese nicht aus der Toskana. So soll es auch dieses Mal sein: Wein zum Fisch, aber kein trockener Weißer. Erlaubt ist also Rot, Rosé, oder süßer Weißer. Termin ist der 12. Februar, die Links bitte hier als Kommentar oder Trackback veröffentlichen, bzw. mir eine Mail an weinrallye5@web.de schicken. Die Regeln der Rallye gibt es hier. Viel Spaß!

Nachtrag: Offensichtlich hab ich mich etwas zu knapp ausgedrückt. Es geht mir um Folgendes: Zu Fisch wird üblicherweise trockener Weißwein serviert, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Grauburgunder oder was auch immer. Genau das soll es nicht sein, aber alles andere: Rotwein (tocken oder süß), Rosé oder eben süßer Weißwein (vielleicht zu einem Krabbencocktail).

Nachtrag (Vorsicht Termin): Für alle Erstlinge bei der Weinrallye, im Gegensatz zu anderen Blog-Events wie zum Beispiel dem Kochblog-Event, findet die Weinrallye an einem Stichtag statt (12. Februar).  Bitte keine Beiträge vorher posten!

Weinrallye 19: Vin Santo in der Midlife-Crisis

Beitrag zur 19. Weinrallye von vinissimus zum Thema Likörwein.

Auch ein Vin Santo ist nicht verschont davon, kaum abgefüllt und verkorkt, schon steht er in der Mitte des Lebens, im besten Mannesalter, und fragt sich erschrocken, bin ich schon zu alt geworden für die jungen Weiber? Um ihm weitere Zweifel zu ersparen, beschlossen wir, ihn einem Gesundheitscheck zu unterziehen und zu entkorken. Das stellte sich schwieriger heraus, als ich erwartet hatte, der der Korken war am Flaschenhals regelrecht festgeklebt, so dass ich ihn mit einem Messerchen abkratzen musste. Ein zäher Hund, der Bruder. Glücklicherweise besitze ich ein Haarsieb. Lässt sich das professioneller lösen? Ich hab wenig Erfahrung mit so alten Weinen/Korken.

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Das gefilterte Ergebnis ergoss sich kastanienbraun in die Gläser, umgekippt hätte ich bei einem normalen Wein gesagt. Nicht so bei unserem Tenuta S. Agnese, Jahrgang 1968. Die Aromen waren sehr fein, Datteln, Pflaumen, kandierte Kirschen, Kaffee, Schokolade, Karamell, Zitronat. Im Geschmack  süß und ölig, flache Säure, fruchtig, ganz leicht bitter, voll. Schon ein Erlebnis der besonderen Art.

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Seine abendlichen Begleiterinnen waren eine flotte Ziegenkäse-Dame, Le Rove des Garrigues, und ein paar dralle, selbst gebackene Florentinerinnen. In beidern Fällen, würde ich sagen, hat er durchaus seinen Mann gestanden. Und bestimmt hat er es nicht verdient , dass in ihn wie in die lasche Touri-Brühe, ein billiger Keks  getunkt wird!

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Tenuta S. Agnese Vin Santo Toscano 1968
Italien/Toskana

Weiß; Likörwein
16 % Alkohol

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Calendarium vinissimi fertig

Vinissimus hat einen sehr hübschen Weinkalender gebastelt, den es nicht nur als Ausdruck gegen 12 Euro, sondern auch als PDF zum Download über Rapidshare gibt. Letzteres zeigt, dass Rapidshare eben doch nicht nur als Download-Archiv für Terroristen und Musikpiraten dient, sondern durchaus vielen legalen Zwecken. Nur so am Rande.

Zur Erinnerung: In Roberts Blog wird am Freitag auch die nächste Weinrallye statt finden.

Mediterrane Windbeutel mit Crement de Borugogne

Windbeutel mit gezuckerter Schlagsahne zu füllen, ist ein Weg, aber keine Antwort, um etwas frei einmal John Lennon zu zitieren. Windbeutel haben etwas besseres verdient, z.B. Auberginen. Und Zucchini. Und Paprika. Konfi natürlich. Oliven, Limetten. Oh, und Parmaschinken. Überzeugt? Das geht dann so:

Brandteig (für 15 bis 20 Windbeutel)
1/4 l Wasser
125 g Butter
200g Mehl
4-5 Eier (nicht zu wenig)
Salz

Fett und Wasser aufkochen, das Mehl auf einen Schlag hinein kippen und unter stetem, kräftigen Rühren abbrennen. Solange wie möglich, bis der Teig am Topfboden hängen bleibt und sich auch durch rühren nicht mehr lösen lasst. Ziel der Übung: Der Weizenkleber wird entschärft, so dass die windigen Beutel schön aufgehen. Abkühlen lassen und die Eier nach und nach einrühren.

Mit der Spritztüte eigroße Teigstücke auf ein Backblech mit Backpapier setzen  und bei mittlerer Hitze circa 35 Minuten backen, bis sie schön aufgehen. Nach dem Auskühlen den Deckel auftrennen und die Beutel damit füllen:

Füllung:
Den Parmaschinken vom Fett trennen. Den fleischigen Teil in dünne Streifen schneiden und kross braten. Den Speck würfeln und darin das ebenfalls klein gewürfelte Gemüse anbraten. Gut würzen.

Das Gemüse in die Beutel füllen, dann die Schinkenstreifen oben auflegen und alles wieder bedeckeln. Ein Amuse Geuel, dazu gab es ein Gläschen Crément de Bourgogne von Borchard Aîné & Fils. Crément macht Champagner nach und ist oft auf die gleiche Art wie dieser produziert, sprich mit einem Anteil Pinot Noir und einem Anteil alten Weins. So auch unser Exemplar aus dem Burgund. Sehr fein, Noten von Apfel, Limette, Stroh, Aprikose, Nuss, eine feine, zurückhaltende Säure, ein leichter, aber sehr angenehmer Bitterton, insgesamt voll und lang. Hat mir gut gefallen. Kein großer Champagner, aber besser als das meiste Standardgeperle, auf das man so trifft.

Feiger Ex-Wein

Nach Wein kommt Essig und der taugt gerade noch für den Salat, lautet allgemein die Regel. Dass Essig auch ein Aperitif sein kann, hatte ich nur von altem Balsamico aus Modena gehört, diesen aber nie probiert. Gestern bekam ich dann einen Feigen-Aperitif-Essig geschenkt, den ich gerade eben gleich am Salat vorbei mir hinter die Binde gekippt habe. Und ich bin überrascht. Der Geschmack ist fein, sehr dicht, und vieles erinnert mich an einen edelsüßen Wein.

Die Essenz leuchtet hellgold in Glas, der wirklich besonders schöne Glanz rührt vom hohen Säuregehalt her. Essig eben. Das Aroma ist wuchtig, fein und sehr rein. Apfel und Pfirsich dominieren. Keine Feige. Nur ein leichtes Stechen, wenn man die Nase zu tief ins Glas hängt, weist auf das im Prinzip verrottete Produkt hin. Der Geschmack ist sehr voll und cremig, die Säure fein, dominant, aber nicht beißend, hinzu kommt eine deutliche, fruchtige Süße.  Eine dichte Essenz, die wie gesagt an einen Süßwein erinnert. Der Abgang ist süß-sauer und lang. Alles in allem ist ein Glas sehr bekömmlich, und ich kann jedem nur empfehlen, es einmal zu probieren. Bei Gästen ist der Überraschungseffekt sicher hoch.



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