Da habt Ihr mal einen Alpha-Blogger: „Ich will Spiegel Online und Heise angreifen.“ Der nimmt den Mund ganz schön voll.
Archiv für Februar 2009
Alphabloggen am Donnerstag
Veröffentlicht 19. Februar 2009 Bloggen und Medien 6 KommentareTags:Alphablogger, Bloggen und Medien, Heise, Robert Basic, Spiegel Online
Saubloggen am Mittwoch: Versaute Luft
Veröffentlicht 18. Februar 2009 Saubloggen 1 KommentarTags:Baustetten, Laupheim, Saubloggen, SZ
Saubloggen am Mittwoch: Wer www.sz-online.de im Browser eingibt, landet nicht bei der SZ von Welt, sondern der Sächsichen Zeitung. Dann gibt es noch www.szon.de, die Schwäbische Zeitung, und die berichtet nun, dass in Baustetten die Luft versaut ist. So versaut, dass Gutachter Werner-Jürgen Kost im Auftrag der Stadt Laupheim unterwegs ist, um die Qualität der Luft zu verkosten. Stinkt sie nach Sau? Wann stinkt sie nach Sau? Wie oft stinkt sie nach Sau? Wo stinkt sie nach Sau? Die Antworten auf diese Fragen bestimmen den weiteren Verlauf des Bebauungsplans. Aber liebe SZ-Redakteure… die wichtigste Frage habt Ihr nicht beantwortet, warum stink es nach Sau in Baustetten bei Laupheim? Warum bloß? Fakten, Fakten, Fakten!
Die Fischrevolution (Zusammenfassung der 20. Weinrallye)
Veröffentlicht 17. Februar 2009 Wein , Weinrallye 11 KommentareTags:Fisch, Wein, Weinrallye
Erst einmal vielen Dank für Eure schönen Beiträge, es wurde eigentlich die gesamte Bandbreite der möglichen Weine abgedeckt, so dass insgesamt eine schöne Rundumsicht auf das Thema entstanden ist.

Rot
„Viva la Fisch- und Wein- Revolución!“, schallt es aus dem Blog von Swetlana, in der Tat hisst sie die rote Fahne und macht einen sehr gewagten Vorstoß: Zwei Mal Cabernet Sauvignon zu Sushi. Wie soll das zusammen passen? Sehr gut, lässt sie uns wissen. Einen ungewöhnlichen Versuch mit ebenso großem Erfolg meldet Robert von lamiacucina, der einen Wolfsbarsch in Kalbsfond schwimmen lässt und eine Flasche gereiften Medoc, St. Estèphe von 98, dazu aufmacht. Das hätte ich wohl nicht gewagt. So ein Wein findet sich bei ihm übrigens in der Garage…
Schließlich erzählt pivu eine sehr schöne Geschichte, wie er in den USA im Restaurant sitzt, fünf Flaschen Zinfandel für sich und seine Begleiter bestellt hat, um dann festzustellen, dass es nur Fisch zu essen gibt. Fish n’ Zin.
Weniger Glück mit gehaltvollen Roten hatte Harald Steffens vom Weingut Steffens-Keß. Er servierte einen Bordeaux Superieur und einen Nero d’Avola zu Miesmuscheln, und beide Weine schienen ihm zu wuchtig. Da erging es ihm so wie uns mit unserem Barbera d’Asti, der den Lachs auf Bandnudeln zu stark dominierte.
Viele Blogger entschieden sich aber für Rotweine, an die ich auch im ersten Moment gedacht hätte, aus Deutschland oder Österreich. Weinnase brät einen Kabeljau mit Kartoffelkruste und öffnet eine Spätburgunder Spätlese aus Baden dazu. Nathalie erinnert sich an die sylvesterlichen Jakobsmuscheln mit einem Blaufränkisch aus dem Burgenland. Ben Eck vom Bio-Weindepot schließlich kombiniert ein Thunfischsteak mit einem Portugieser aus der Pfalz. Alles gelungene Versuche.
Als leichte, rote Kandidaten gab es bei uns noch einen Beaujolais-Villages und einen Bardolino Classico, die beide ebenfalls sehr fischkompatibel sind.
Rosé
Dem rosa Wein hat sich nur Robert Vinissimus angenommen, einem Trollinger aus Würtemberg. Rosa sind auch die Lachs- und Thunfisch-Tramezzini, die er dazu gruppiert, ein bisschen Tiroler Speck nicht zu vergessen. Eine feine Brotzeit, die mich eher an Sonnenterrasse erinnert als an den Schnee, der hier gerade unablässig vom Himmel fällt.
Nichttrocken und Weiß
Für die nichttrockenen Fischbegleiter haben sich Matthias von Viva-Vino und Weinfachberater Ultes entschieden. Matthias hat gekocht, ein Thai-Curry, und dazu gab es eine Gewürztraminer Spätlese aus Rheinhessen. Ultes ist Essen gegangen und hat sich zur Forelle einen halbtrockenen Riesling von der Nahe bestellt. Beide waren durchaus zufrieden mit ihrer Wahl.
Einen süßen Weißwein hat sich auch Thomas vom Winzerblog aufgemacht. Allerdings hat er sich so vor radikalen Fischgegnern gefürchtet, dass er die Fischklößchen lieber wegließ. Ihm Zugute muss man halten, dass er sich der nicht uninteressanten Aufgabe stellte, einen passenden Wein zu Grünkohl zu finden.
Iris von Lisson hat um Aufschub gebeten und will nachliefern. Ich werde das Thema unten nachtragen. Lars von Schreiberswein passt wegen Erkältung komplett und BernhardFiedler hat sich frei genommen.
Ich hoffe, ich hab niemanden vergessen, sonst bitte melden!
Sangiovese gegen den Winter
Veröffentlicht 16. Februar 2009 Wein Hinterlasse einen KommentarTags:Lisini, San Biagio, Sangiovese, Wein
Es schneit ohne Pause, Zeit für einen winterlichen Wein. Der Kleine von Lisini, San Biagio 2006, in ein reinsortiger Sangiovese aus der Toskana (Rosso Toscana IGT). Mit seinen 14 Prozent wärmt er das Herz des Trinkers aufs Trefflichste, ohne dass der Alkohol im Aroma oder Geschmack zu intensiv hervortreten würde. Der Wein ist noch jung, wuchtiges, aber feines Holz und Tannine dominieren die feine Komposition. Waldbeeren, Holunder, Wacholder, Nelken, Rauch und das Holz zeigen sich im Geruch. Im Geschmack ist der Wein sehr kräftig, voll, leicht bitter, trocken, tanninig-beerig im langen Abgang. Ein stolzer Toskaner.
2006 war ein sehr gutes Jahr in Norditalien. Lisini gehört zu den bewusst traditionell arbeitenden Gütern in Montalcino. Zu Fisch hätte er nicht gepasst. Die Zusammenfassung folgt.

Lisini San Biagio 2006
Rosso Toscano IGT
Italien/Toskana
Rot; Sangiovese
14 % Alkohol; Ausbau im Holzfass
Weinrallye 20 und 21
Veröffentlicht 14. Februar 2009 Wein , Weinrallye 2 KommentareTags:Wein, Weinrallye

Die 20. Weinrallye hier bei Hausmannskost ist am Donnerstag mit einer Reihe sehr schöner Beitrage zu Ende gegangen, eine Zusammenfassung folgt, so hoffe ich, morgen. Die nächste Runde geht ins badische Wolfenweiler, Schreibersweiner Lars gibt sich die Ehre, zur 21. Weinrallye einzuladen. Ich bin schon auf das Thema gespannt und tippe auf etwas Lokales
Viel Spaß wünsche ich jedenfalls!
Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:
#20 Wein zum Fisch, aber nicht trocken und weiß (Hausmannskost 2.0) (Mein Beitrag)
#19 Gespriteter Wein (vinissimus) (Mein Beitrag)
2008
# 18 Deutscher Winzersekt (Nikos Weinwelten) (kein Beitrag von mir)
# 17 Vinologische Osterweiterung (Myexperience4you) (Mein Beitrag)
#16 Weingenuss im Restaurant (Notizen für Genießer) (Mein Beitrag)
#15 Urlaubsweine (Go to Rio) (Mein Beitrag)
#14 Wein zum Grillen (SanoVia) (kein Beitrag von mir)
#13 Bordeaux Blends outside Bordeaux (Planet Bordeaux) (Mein Beitrag)
#12 In Gottes Namen (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#11 Alles Rosé (Nikos Weinwelten) (Mein Beitrag)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt) (Mein Beitrag)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß) (Mein Beitrag)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson) (Mein Beitrag)
#07 Alles außer Glas (Kaulwein) (Mein Beitrag)
2007
#06 Schaumwein (Schreiberswein) (Mein Beitrag)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost 1.0) (Mein Beitrag)
#04 Vulkanweine (Drink Tank) (Mein Beitrag)
#03 Bio-Riesling (Viva vino) (Mein Beitrag)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen) (Mein Beitrag)
#01 Inselweine (Winzerblog) (Mein Beitrag)
Saubloggen am Mittwoch: Hängebauchschwein ausgebüchst
Veröffentlicht 11. Februar 2009 Saubloggen Hinterlasse einen KommentarTags:Fischbloggen, Gretl, Hängebauchschwein, Saubloggen
Damit Ihr nicht meint, hier gäbe es nur noch Fischbloggen.
Saubloggen am Mittwoch: In Velden in der Steiermark ist Gretl ausgebüchst und hat die Polizei in Atem gehalten. „In meiner ganzen Dienstzeit habe ich so etwas noch nicht erlebt“, berichtet Abteilungsinspektor Karl-Heinz Höffernig der Kleinen Zeitung. „Pferde und Rinder haben wir schon öfters eingefangen, aber ein Schwein noch nie.“ Dabei wäre Gretl fast ein Fall für die Kripo: Plünderung, Verkehrsgefährdung, Widerstand gegen die Staatsgewalt. Als der wirklich Schuldige stellte sich im Verlauf der Ermittlungen aber ihr impotenter Eheman heraus. Wen wundert’s?!
Fischbloggen am Mittwoch: Pizza mit Meeresfrüchten
Veröffentlicht 11. Februar 2009 Backen , Bloggen und Medien , Saubloggen , Wein , Weinrallye 2 KommentareTags:Fischbloggen, Meeresfrüchte, Pizza, Rezept, Weinrallye
Morgen endet ja die 20. Weinrallye mit dem Thema Wein zum Fisch, aber nicht weiß-trocken, deswegen noch ein kleines Fischrezept.
Der Pizzateig erfolgt wie bei der Pizza Pugliese.
Tomatensauce: Eine kleine Zwiebel würfeln, in Olivenöl anschwitzen, mit passierten Tomaten und Rotwein ablöschen, Tomatenmark dazu und kräftig einkochen lassen. Ein halbe Stunde vor Ende der Kochzeit kommen Gewürze hinzu: Lorbeer, Nelken, Knofi, Pfeffer, Chili, nach belieben. Durch ein Sieb abgießen und abkühlen lassen.
Belag: Ganz unten die Sauce, dann eventuelle Gewürze (Salz, Oreganon), dann Käse (ich mische gerne Emmentaler und Mozzarella), dann der weitere Belag, Zwiebelringe, marinierte Meeresfrüchte (Limettensaft, Salz, Pfeffer etc.), zum Schluss ein paar Spritzer Olivenöl.
Zubereitung: Teig auswellen, einen Rand formen, belegen, so heiß wie es geht auf der untersten Schiene backen. Bis der Rand ein schöne Farbe bekommen hat.
„länger haltbar“ und doch schon alt
Veröffentlicht 5. Februar 2009 Kost 5 KommentareTags:ESL-Milch, milch
Die taz berichtet, dass die Entscheidung über die Bezeichung von ESL-Milch nun gefallen ist: Sie wird mit „länger haltbar“ beschriftet, darf aber nach wie vor als Frischmilch gehandelt werden, obwohl sie, wie die taz eigens hervorhebt, bereits vier Wochen alt sein kann. Auch Bio-Milch gibt es übrigens in der ESL-Variante. Herkömmliche Milch heißt fürdehin „traditionell hergestellt“.
Fischbloggen am Mittwoch: Forelle nach Art der blauen Müllerin
Veröffentlicht 4. Februar 2009 Kost , Saubloggen , Wein 2 KommentareTags:Fischbloggen, Forelle, Müllerin, Weinrallye
Zugegeben: Blau ist die Müllerin erst, wenn Sie die Flasche Rotwein zum Fisch getrunken hat (Ihr erinnert Euch?). Ansonsten, das Rezept kennt Ihr ja: Forellen mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft vorbehandeln, dann in Mehl wenden und von beiden Seiten in viel Fett ausbacken, circa zehn Minuten. Bei uns gab es Blechkartoffeln, Salat und Zitonenmayonnaise dazu.
Thomas vom Winzerblog hat übrigens auf einen älteren, sehr lesenswerten Artikel von ihm hingewiesen, der das Thema Rotwein und Fisch behandelt.

Über ESL-Milch, die als pasteurisierte Frischmilch gehandelt wird, hatte ich mich ja schon einmal ausgelassen. Nun gibt es in der aktuellen Ausgabe Der Zeit eine größere Strecke über Milch, in der auch ein Artikel diese neue Zwischenmilch thematisiert. Darin ist zu lesen, leider nicht online, dass inzwischen das Landwirtschaftsministerium die Milchverbände dazu aufgerufen hat, eine einheitliche Kennzeichnung für ESL-Milch zu schaffen. Auch die Verbraucherzentralen fordern eine deutliche Bezeichnung für die nicht ganz so frische Milch.
Zur Erinnerung: ESL steht für Extended Shelf Live, also länger haltbar im Regal, ein Umstand, der eher für die Produzenten und Verkäufer der Milch interessant ist als für die Kunden. Denn die könnten ja statt frischer Milch gleich H-Milch kaufen. ESL-Milch ist eine halbe H-Milch, könnte man sagen, zwischen pasteurisiert und ultrahocherhitzt, die keine lebenden Kulturen mehr enthält, insbesondere keine Milchsäurebakterien, die die Milch sauer machen. ESL-Milch wird also bitter wie H-Milch. Ferner hat sie meist einen leichten Kochgeschmack wie H-Milch.
Im Laden sthet auf der vermeindlichen Frischmilch etwa „Extra lange frisch“, „Maxi-frisch“ oder Ähnliches. Inzwischen habe ich gelernt, dass auch echte Frischmilch, die für den Transport lange stark gekühlt wurde, keine Milchsäurebakterien mehr enthält und daher auch bitter wird.
Hausmanns- oder Hausfrauskost?
Veröffentlicht 2. Februar 2009 Kost 13 KommentareTags:Hausfrauskost, Hausmannskost, Ideologie
Irgendwo bei Twitter gibt es eine Diskussion, die ich auf Grund meiner mangelnden Kenntnisse des Dienstes nicht richtig verfolgen kann, Thema jedenfalls ist, was Hausmannskost ist, und warum Hausmannskost nicht Hausfrauskost heißt? Eine sehr ideologische Diskussion, wie man sofort erkennt. Hier scheint die geschlechterkampferprobte Frau mit fliegenden Fahnen zurück zum Herd zu wollen, nur weil „Mann“ im Begriff vorkommt, oder verstehe ich was falsch? Femme fatale, würde ich fast sagen, denn eigentlich ist es doch andersrum, und sie sollte froh sein, dass der Mann endlich das Zepter in der verhassten Küche an sich reißt (Abspülen nicht vergessen!). Aber nichteinmal das scheint ihm vergönnt.
Ist Hausfauskost etwa zwischen Bügeln und Kinder verprügeln schnell zusammengerührt, die Kartoffeln halb roh und das Gemüse verkocht? Während der Hausmann behäbig als Freizeitkoch die Kaviareier einzeln auf die hartgekochten Wachteleier verteilt? Oder ist es doch eher so, dass der Hausmann im Ohrensessel sitzt und mit der Dose Bier in der Hand auf die fetten Spätzle fast so gut wie bei Muttern wartet, die die Hausfrau im Schweiße ihres Angesichts ins kochende Wasser schabt, so dass sie anschließend vor Überanstrengung selbst keinen Bissen mehr herunter bringt?
Dann gibt es auch den modernen Hausmann, der Küche, Kinder, Kirche abarbeitet und das Ökuhuhn in die glutamatfreie Brühe wirft, während die Frau eine schicke Karriere hinlegt und die eingene Werbeagentur oder das Innenarchitektbüro pflegt. Hausmannskost scheint also erstmal wertfrei, und jeder mag sich frei fühlen, den Begriff ideologisch so zu vereinnahmen, wie es ihm passt: bieder, modern, feministisch oder chauvimäßig. Irgendwer wird daher kommen und das ganze politisch korrekt umbenennen und es läuft künftig unter Hausleutekost oder HausbewohnerInnenkost oder Hausgemeinschaftskost. Klingt nach Kombinatsküche und wird auch so schmecken, das garantiere ich Euch!
Meine Frau und ich kochen übrigens beide gerne, setzen andere Schwerpunkte. Sie macht mehr auf Asien und die Zuckerbäckerei und ich — ja, eben die Hausmannskost… während meine drei Töchter am liebsten schon mit den ganz langen, scharfen Messern rumspielen…


