Archiv für September 2009

Weinrallye 27: Garagenwein

Die 27. Weinrallye findet wieder einmal im Winzerblog statt, und Thomas sucht Weine von der Tankstelle.

In der Tat gab es eine Zeit in meinem Leben, in der ich Wein an der Tankstelle gekauft habe, vorzugsweise nach Ladenschluss, der damals noch bei halb Sieben lag. Meine Favoriten waren Vin de Pays de l’Aude oder d’Herault oder vergleichbare französische Landweine im 1,5-Liter-Format, preislich bei 3-4 Mark. Ehrliche Weine aber nicht falsch. Heute musste ich feststellen, dass es diese Weine an der Tanke gar nicht mehr gibt. Das Preisniveau hat sich verdoppelt (in Euro), und es finden sich Massen an Alcopops, die die Jugendlichen von heute ansprechen.

Die Gelegenheit ließ mich dann einen Wein wählen, den ich mir normalerweise nicht gekauft hätte, einen namenlosen Zweigelt aus Österreich, um ihn tief unten in der Garage zu verkosten:

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Während der Probe, war ich mir echt nicht sicher, ob ich mir nicht aus Versehen von der Bremsflüssigkeit daneben eingeschenkt habe:

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Zugegeben, ich weiß nicht, wie Bremsflüssigkeit wirklich schmeckt, aber so ähnlich stelle ich sie mir vor. Zu sauer (eine beißende Säure), zu malzig-süßlich und zu feurig, die 12,5 Prozent Alkohol schlagen voll durch. Weder für Magen noch für die Bremshydraulik geeignet.

Tankstopp Weinrallye

Morgen ist wieder Weinrallye (Nr. 27)! Wer noch keinen Wein hat sollte heute schleunigst die nächste Tanke ansteuern. Jens Priewe wollte offensichtlich auch mit machen, hat den Termin aber verfehlt.

Ich mag keine PR-Flashmobs

Trinkt Euren Champagner lieber in der Badewanne, auf dem Zugspitzgletscher, bei strömendem Regen unter dem Schirm, vor dem Hippodrom auf der Wiesen oder am Grabmahl des unbekannten Soldaten. Aber macht aus einem abwegigen Flashmob keinen PR-Langeweiler, der Euch eine Flasche Schampus kostet, aber nur einem und seinem PR-Berater was nutzt.

Rezept: Tropenhuhn mit Curry und Trauben

Bei einer Indienreise lebten wir eine Zeitlang in einer indischen Familie in Goa. Immer wenn Rosi, die Hausmutter, für uns kochte, schnitt sie erst einmal einen großen Berg Knoblauch und Ingwer klein, zwei Grundsubstanzen der indischen Küche. Oft liest man in indischen Rezepten etwas von Ingwer-Knoblauch-Paste, aber in Erinnerung an Rosi hacke ich beides selbst. Dafür erleichtere ich mir das Leben mit diversen Curry-Pasten aus dem Asienmarkt.
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1 Huhn
Curry-Paste
Ghee (ersatzweise Butterschmalz oder Öl)
Knofi
Ingwer
Zwiebeln
Sherry
Ca. 150 ml Kokosmilch (hängt von der Größe des Vogels ab)
Dieselbe Menge Joghurt
Chili
Eine Handvoll halbierter Trauben.

Die Zubereitung des Fleischs kann auf vielerlei Arten erfolgen. Als Hühnerteile in der Pfanne gebraten, auf dem Grill geröstet oder komplett als Brathuhn im Ofen gegart. Die Sauce besteht aus Joghurt und Kokosmilch, die Trauben geben einen herbstlichen Akzent. In diesem Fall wählte ich die Methode Brathuhn, das ich zuvor mit beschriebener Paste marinierte. In der gefetteten Raine mit Zwiebeln, Knofi und Ingwer bei 220 bis 200 Grad schön knusprig braten. Aus dem Ofen nehmen, Huhn tranchieren, beiseite stellen und auf dem Herd die Sauce fertig kochen: Joghurt, Kokosmilch, etwas Sherry, Chili und Creme Fraiche. Eventuell nochmal Currypaste. Die Trauben erst zum Schluss zufügen und nicht mitkochen.

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Als Wein entschieden wir uns für einen Chardonnay aus dem Friaul mit einer leichten, würzigen Fassnote, Vigna del Lauro 2007. Die feine Frucht (Pfirsich und Ananas) und die zurückhaltende Würze haben sehr gut zum Tropenhuhn gepasst. Der Wein ist aber auch voll genug, um sich geschmacklich zu behaupten.

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Zum Nachtisch habe ich mich einmal wieder hinreißen lassen, im Asienmarkt einen dieser chinesischen Snacks mit zunehmen, obwohl ich weiß, dass sie immer mit dieser süßen, Bohnenpaste gefüllt sind. Sehen toll aus, sind aber sehr, sehr gewöhnungsbedürftig.

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Saubloggen am Mittwoch: Schweinsöhrchen im Minzmantel

Saubloggen am Mittwoch:
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Weinrallye sanft entschlafen?!

Nach dem die letzte Weinrallye im August bei Gotorio stattgefunden hat, scheint sie im September zu schlafen. Ich muss zwar sagen, dass ich auch nicht mehr so fleißig war, aber ganz ohne Weinrallye möchte ich doch nicht leben. Offensichtlich bin ich aber der einzige, der sie vermisst, oder?

Nachtrag: Vinissimus treiben ähnliche Sorgen um…

49. Kochblog-Event: Chelo Kebab

Ferienküche ist das Thema des aktuellen Kochblog-Events. Eine Reise hat mich von Indien kommend durch den Iran geführt, zu einer Zeit wo die gesamte Region relativ friedlich war. Ich habe beste Erinnerungen an das Land. Landschaft und Kultur sind wunderschön, und wir haben viele sehr kultivierte und freundliche Leute getroffen. Ein Essen hat uns durch den gesamten Iran begleitet, Chelo Kebab, gegrillte Fleischspieße mit Reis.

Der Zufall hat es gewollt, das mein damaliger Reisebegleiter inzwischen mit einer Iranerin liiert ist, und mir das Rezept somit aus erster Hand vorliegt:

Auf ein Pfund Rinder- oder Lammhack, kommt ein halbes Pfund klein gehackte Zwiebel, das ist ganz schön viel, Salz und zwei Esslöffel Kurkuma. Ich habe ergänzt: Pfeffer, Knofi und einen Esslöffel Kreuzkümmel.

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Serviert werden die Spieße mit Reis, einer gegrillten Tomate (nicht mein Fall) und Somagh (das rote Pulver auf dem Bild oben in der Mitte). Somagh oder Sumak sind die getrockneten Beeren des Essigbaums, allerdings nicht die in Deutschland heimische Sorte. Es schmeckt leicht säuerlich und ist in türkischen oder arabischen Märkten erhältlich. Den Spieß an sich kann man sich sparen, hab ich festgestellt, und besser einfach Fleischbällchen grillen.

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Wein haben wir im Iran auch einmal bekommen, den ein dort arbeitender deutscher Ingenieur im Keller selbst gekeltert hat. So hat er auch geschmeckt. Zum gestrigen Chelo Kebab entschieden wir uns sehr passend für einen Spanier, ein Crianza aus dem Valdepenas, Diego de Almagro, von 2004. Hat mir sehr gut geschmeckt, deutlicher Barrique-Ausbau, aber nicht kitschig, sondern mit guter Strenge und Säure. Immer noch jugendlich, aber schon sehr schön zu trinken. Reiner Tempranillo. Harmonisch um mit 13 Prozent Alkohol gut ausgewogen.

Saubloggen am Mittwoch: Elf Cartoons zum Geburtstag der Currywurst

Saubloggen am Mittwoch: Elf Cartoons zum Geburtstag der Currywurst finden sich beim Stern.

Der Butt

Ein Buch steht in jedem Bücherschrank der Generation meiner Eltern: Der Butt. Gelesen hab ich es nie, aber die eindrucksvolle Zeichnung auf dem Buchdeckel, vermutlich von Grass selbst, ist mir bis heute gut in Erinnerung.

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Bei unserem Urlaub an der Ostsee hatten wir nun Gelegenheit, frischen Steinbutt direkt bei Fischern im Hafen zu kaufen. Wenn man so selten wie ich wirklisch frischen Seefisch bekommt, gibt es eigentlich nur eine Form ihn zuzubereiten: Mit sonst nichts. Außer Salz und Pfeffer.

In der Pfanne braten, zuerst ein paar Minuten auf der hellen Seite, recht heiß, dass er schnell Farbe bekommt, dann die Hitze runter schalten und auf der Hautseite fertig braten. Dabei ist es wichtig, den Fisch nicht zu früh hin und her zu schaben, sonst reißt die Haut. Und das wäre ja schade… Nur vorsichtig mit der Pfanne ruckeln. Dazu ein trockener Moselriesling oder ein Sancerre.

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Foto: Luc Viatour, Wikimedia



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