Punk mit Wein (Weinrallye 36)

Wein, Weinrallye

Mein Lied zur Weinrallye im Weinreich-Blog sollte ein aktuelles sein, also kein 30 Jahre alter Schamonz wie dieser. Außerdem sollte mir das Lied gefallen, nicht also wie dieses von einer sonst ganz ordentlichen Band. Außerdem sollte es natürlich kein Kitsch sein, wie das Remake von diesem, wo das Original schon eine Katastrophe war, und was kann katastrophaler als das Remake einer Katastrophe sein? Da hilft alles nackte Fleisch im Video nichts. Entschieden hab bin mich dann für Tears into Wine der kanadischen Punkband Billy Talent.

Welcher Wein passt also zum Punk? Hart muss er sein, kein Summer Wine, kräftig, ruhig etwas grob, wild und nach der Straße muss er schmecken. Ein Syrah. Mein Valcanto (das singende Tal) 2007  Almansa DO aus Kastilien von der  Bodegas Piqueras ist aber noch so jung wie dieser. Im Glas ein dichtes, bläuliches Rot, intensives, würziges Aroma, Leder, Wild, Jutesack, mineralisch, rustikale Tannine, rässer Biss am Gaumen, feuriger Alkohol (14%), Nelke, ungestüm, punkige Tannine, viel Bass. Lang und hart im Abgang. Etwas rustikal und alkoholisch. Zu jung für Syrah. Ein halbes Glas Rest hatte sich bis zum nächsten Abend positiv entwickelt, etwas Teer und Himbeere im Aroma und isgesamt milder, harmonischer. Im Alter werden auch die Punker milder (Video von Wim Wenders).

Piqueras Valcanto 2007
Almanso DO
Spanien/Kastilien

Rot; Syrah
14 % Alkohol; Ausbau im Fass

Sauneutralbloggen am Mittwoch: Alle Säue sind gleich, nur manche sind versauter

Bloggen und Medien, Saubloggen

Saubloggen am Mittwoch: Bislang gilt im Internet die Regel, dass alle Anbieter sei es die Weltmacht Google oder sei es ein kleiner Blog wie dieser, dass alle das gleiche Transportrecht in den Netzen und Routern dieser Welt haben. Die behandeln Datenpakte nach dem Prinzip, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Kein Priorisierung. Ausnahmen: In manchen Netzen sind gewisse Dienste wie etwa Sprache (VoIP) priorisiert, aber auch da unabhängig vom Anbieter.

Nun haben zwei, Google und der Netzbetreiber Verizon, beschlossen, das zu ändern (Siehe Spiegel online und ausführlich Debatte bei Netzpolitik). Dagegen hat eine Gruppe von Netzaktivisten eine Protestseite, Pro Netzneutralität,  ins Leben gerufen:  “Wir wollen ein freies und offenes Internet sicherstellen. Ein freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe ist Garant für freien Meinungsaustausch weltweit und damit die direkte Ableitung des Rechts auf Meinungsfreiheit. Netzneutralität ist elementar für unsere Demokratie.

Ich halte das für unterstützenswert, denn das Netz hat gut funktioniert, wie es ist, und es lebt von seiner Vielfalt, die mit der Priorisierung der eh schon mächtigen gefährdet wäre. Google ist so dominant wie kein anderer Anbieter, warum soll die Firma noch weiter gepäppelt werden? Wird Zeit, dass die Sau geschlachtet wird!

Arjolle Cabernet 2005

Wein

Das Weingut Arjolle aus dem Languedoc ist eigentlich immer für passable Tropfen gut. Vom Typ her sind diese meistens modern, viel Alkohol, sehr klare Aromen und viel Fass. Nicht ganz mein Lieblingsstil, aber immer ordentliche Weine, so auch dieser Cabernet. Die unterlassene Nennung von Sauvignon zeigt schon die moderne Ausrichtung. Er hat eine dichte Tönung, intensive, sehr feine Aromen nach Brombeeren, Kirschen, Rauch, edles Holz, Wacholderbeeren und fast ein bisschen viel Vanille. Der Auftakt hat einen leichten, warmen Biss vom Alkohol (14%) und den sanften Resttanninen. Der Biss gleicht sich am Gaumen harmonisch aus mit einer voluminösen, saftig-beerigen Süße. Deutliche Säure sorgt für die nötige Frische und der ausgedehnte Abgang hat ebenfalls noch einen deutlichen Biss. Mit der Säure und den Tanninen sind noch ein paar Jahre drin.

Vergleiche Verkostung von 2007 (Vorsicht Hausmannskost 1.0!)

Domain de l’Arjolle 2005
Vin de Pays des Cotes de  Thongue
Frankreich/Midi

Rot; Cabernet Sauvignon
14 % Alkohol; Ausbau im Barrique

Weißbrot, ländlich

Backen, Kost

Ich muss sagen, ich bin ein ausgesprochener Weißbrotfan. Zwar mag ich auch hin und wieder ein gutes Sauerteigbrot, aber mein Herz hängt am Weißbrot. In letzter Zeit backe ich immer wieder diese Variante. Ohne Öl, dann wird es knuspriger. Ein lang gehender Vorteig sorgt für Frische und für eine leichte Säuerung. Der Wasseranteil liegt bei 63 Prozent, so behält das Brot seine Form und ist doch relativ feucht.

1kg Mehl 550
20g Semmelbrösel
1 Klotz Hefe
20g Salz
1 halbes Stück Traubenzucker, gemahlen

Vorteig
300g Mehl, 240g Wasser (entspricht 80%) und ein paar Gramm Hefe vermengen und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Teig
Der Teig benötigt noch 390g Wasser, recht warm, um den kalten Vorteig auszugleichen. Das Salz in einem kleinen Teil Wasser auflösen, die restliche Hefe im restlichen Wasser lösen. Zuerst das Hefewasser ins Mehl (+Semmelbrösel + Zucker = Backhilfe. Semmelbrösel speichern Wasser, Traubenzucker ist Hefenahrung), verkneten, dann das Salzwasser.

Lange Kneten (20-30 Minuten), dabei immer wieder auf der Arbeitsplatte ziehen und reiben, so verhakt sich der Weizenkleber. Dann zugedeckt 1-2 Stunden gehen lassen, je nach Zimmertemperatur. Alle dreißig Minuten den Teig falten und die Luft herausschlagen, dann bilden sich mehr Poren. Wenn das Volumen sich mehr als verdoppelt hat, Teig teilen und formen. Unten einen Schluss drücken und die Oberseite spannen. Auf ein Backpapier legen und noch mal 2-3 Stunden gehen lassen. Mit Mehl bestäuben und mit einem Tuch bedecken. Die Oberfläche muss sich am Schluss luftig und wollig anfühlen. Dann mit einem scharfen Messer quer einschneiden, etwa ein Drittel tief, um die Oberfläche zu vergrößern. Das bildet mehr Röstgeschmack.

Bei 230 Grad mit einem Schuss Wasser in den Ofen (am besten auf den Stein). Wenn die Oberfläche bräunt, Temperatur sofort reduzieren auf 210, wenn das Brot insgesamt dunkel wird, auf 190.  Wenn das Brot nicht mehr größer wird, Backofen kurz öffnen und Dampf abziehen lassen (dann bildet sich die Kruste). Zum Schluss Temperatur noch weiter fallen lassen, Weißbrot soll nicht zu dunkel werden. Backzeit für eine schöne Kruste: eine Stunde.

Hier noch eine Variante mit Mehl 1050 (300g) und Körnern (Mandeln, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne). Die Körner kurz überbrühen. Der Teig benötigt 50ml mehr Wasser und er verträgt mehr Gewürze: Kümmel, Kreuzkümmel, Anis, Koriander, Fenchelsamen etc. Diesmal hab ich kleinere Brötchen in der Form gebacken.

Reiskrusteln mit Garnelen und Melisse

Kost, Wein

Resteverwertung. Man nehme gekochten Reis, möglichst klebrig, und verlängere ihn zum Beispiel mit gekochten, klein gehackten Garnelen, Frühlingszwiebeln, Melisse, Thymian und was sonst noch passt. Ich habe auch den stark reduzierten Garnelensud noch zugefügt. Dann formt man Bällchen, paniert sie in Ei und Semmelbröseln und backt sie kurz im Öl knusprig aus.

Dazu gab es einen Dip aus Joghurt, Knofi, Kreuzkümmel und Salz. Sowie Salat. Und natürlich Wein, einen Penfords Private Release Chardonnay 2009. Das Aroma ist voluminös, frisch, sehr fein, Blüten und frisch geschnittener, reifer Apfel, Butter, Drops, Zitrone. Prickelnder Auftakt, eine feine brausige Säure, fruchtige Süße, Abgang relativ kurz. Ein einfacher, vollmundiger Chardonnay im Neue-Welt-Stil.

Penfords Private Release Chardonnay 2009
Australien

Weiß; Chardonnay
13 % Alkohol; Ausbau ohne Fass