Verleger fordern Google-Abgabe

Bloggen und Medien

Auf dem Zeitungskongress in Essen forderte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, erneut ein sogenannte Leistungsschutzrecht von den Suchmaschinenbetreibern. Dabei geht es darum, dass Google selbst keine Inhalte produziert, aber auf dem deutschen Online-Werbemarkt über fünfzig Prozent der Einnahmen kassiert. Die Firma hat sozusagen ein leichtes Spiel, während die anderen harte Leistung erbringen. Über eine Lex-Google soll sicher gestellt werden, dass die Leistungsbringer an den Einnahmen derer teilhaben, die durch aufgesetzte Dienste Geld erwirtschaften.

Als Produzent von solchen Inhalten stehe einer derartigen Forderung prinzipiell nicht negativ gegenüber. Es wird zwar oft eingewandt, dass gerade Google den Online-Diensten die Besucher bringt und deren Geschäft erst ermöglicht. Das ist auch richtig, die meisten Besucher der allermeisten Online-Auftritte kommen über Google oder andere Suchmaschinen. Aber umgekehrt kann auch nur Google leben, wenn es im Internet Inhalte gibt, Texte, Bilder, Videos usw. Denn ohne Dinge, nach denen man suchen kann, macht auch die Suche selbt keinen Sinn. Und die Erstellung dieser Dinge kostet Geld, wenn sie nicht gerade aus Lust und Liebe in einen nichtkommerziellen Blog entstehen.

Google und Verlage leben also in Symbiose, und hier ist, für meine Begriffe, der monetäre Ausgleich in Schieflage geraten. Wer wann wie wo Schuld daran ist, möchte ich jetzt nicht diskutieren, aber es muss eine Lösung gefunden werden, denn dass bei Google die Einnahmen und Ausgaben ebenfalls aus der Balance geraten sind, ist mehr als offensichtlich. Sprich, der eine verdient derzeit zu viel, der andere zu wenig.

Ob als Gegenmaßnahme nun ein Leistungsschutzrecht sinnvoll ist oder etwas weniger Bürokratisches, sei dahingestellt, aber irgendeinen Ausgleich sollte es geben.

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2 Gedanken zu “Verleger fordern Google-Abgabe

  1. Klar könnte theoretisch jetzt eine Abgabe nach Art von Wort+Bild etc. vonstatten gehen. Allerdings müsste dann auch gleiches Recht für alle gelten, also auch Zahlungen an Private, die ebenso von google erfasst werden, was allerdings weniger im Interesse der Verlage liegen dürfte ;-)

  2. Naja, über das VG-Wort-Pixel ließe sich das leicht messen. In den kleinen Mengen würde sich aber der Aufwand nicht wirklich lohnen… Da sind Google-Ads lukrativer. Huch!?

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