Archiv für November 2010

Weinrallye 40: Autochthone Rebsorten

Mit viel Humor wurde die 39. Weinrallye im Vinumblog beendet. Weinrallye 40 findet hier bei Hausmannskost 2.0 zum Thema Autochthone Rebsorten statt. Der Begriff autochthon kommt aus dem griechischen und meint in etwa auf eigener Erde. Gemeint sind in der Botanik Arten, die dort, wo sie leben, auch in der Evolution entstanden sind. Das heißt, bei Rebsorten wären die autochthon, die dort, wo sie heute verarbeitet werden, auch ihren Ursprung haben. Im Einzelnen ist das sicher schwer nachzuweisen, Aussagen basieren vielfach auf Indizien oder auf Theorien, die nur über eine dünne Faktenbasis verfügen. Eine Theorie sagt beispielsweise, dass der Gutedel nicht aus Baden kommt, sondern Ägypten … oder Palästina … oder Frankreich … oder doch dem Alpenraum?

Um diese Weinrallye nicht in einen Streit der Besserwisser abdriften zu lassen, möchte ich die Regeln locker handhaben:

1. Teilnehmen können Weine aus Rebsorten, die in einer Region eine lange, prägende Tradition haben. Der Moselriesling gehört also ebenso dazu, wie der Frankensylvaner oder der Toscana-Sangiovese.

2. Erwünscht wären aber kleine, alte oder ungewöhnliche Sorten mit starkem regionalen Bezug, wie Elbling, Tauberschwarzrebe, violetter Gutedel, Ribolla Gialla oder der Lagrein. Eine gute Liste gibt es hier oder hier.

3. Schön wäre ferner eine kurze Begründung für Eure Wahl, also wie die Rebsorte historisch in der Landschaft verwuzelt ist und woher Ihr Eure Informationen bezogen habt.

Termin ist der 28.12. also nach Weihnachten. Da einige vielleicht im Urlaub sind, haben Thomas und ich beschlossen, dass wir den Zeitraum etwas ausdehnen. Wer also nicht am 28.12. veröffentlichen kann — viele Blog-Programme haben ja auch einen Zeitschaltuhr — die dürfen ihren Beitrag ab dem 19.12. frei schalten. Aber bitte nur in Ausnahmefällen.

Beiträge von Weinfreunden, die keinen eigenen Blog haben, veröffentlich ich gerne hier. Die Regeln der Weinrallye findet Ihr im Winzerblog. Informiert mich bitte über Eure Beiträge per Kommentar oder per Mail: weinrallye5@web.de. Viel Spaß beim Entdecken!

Weinrallye 39: Humor mit Polt, Loriot und Valpolicella


Wein und Humor passen gut zusammen, soll es doch beim Trinken fröhlich zugehen. So lautet also das Thema der 39. Weinrallye, zu der der Vinum-Blog aufgerufen hat. Obwohl ich eine kurze Vergangenheit als Kabarettist habe (um das Jahr 1990 herum), überlasse ich das zum Lachen bringen aber lieber anderen, die es besser können:

Einen passenden Schlafit habe ich nicht und auch keinen in Deutschland abgefüllten Jahrhundertwein aus Südtirol. Aber einen anderen Discount-Wein aus Norditalien, gewachsen im Veneto und abgefüllt im Trention. So ist das beim Discounter: der Valpolicella Superiore Ripasso 2007 von Aldi Süd. Ripasso bedeutet, dass der Winzer den Wein mit dem Trester von Amarone und Ricioto vergoren hat, dadurch soll er eine zusätzliche Fülle bekommen. Das ist im vorliegenden Exemplar auch durchaus gelungen. Er hat einerseits viel Biss, ist tanninreich, würzig, im Fass ausgebaut, hat auf der andern Seite eine üppige Waldbeerenote, die aber in keiner Weise kitschig wirkt. Er ist noch jugendlich, hat aufgrund des Extrakreichtums noch Zukunft, wirkt aber eine Spur zu alkoholisch. Insgesamt finde ich ihn ganz zufriedenstellend.

La Vis Valpolicella Superiore Ripasso 2007
Valpolicella DOC
Italien/Veneto

Rot; Corvina/Rondinella
13,5 % Alkohol; Ausbau im Fass

Brogsitter verklagt den Feinschmecker

Weil dem Haus Brogsitter eine Kritik des Restaurants Sanct Peter in Neuenahr-Ahrweiler im Feinschmecker nicht gefallen hat, geht die Weinhandelsfirma nun gerichtlich gegen den Jahreszeitenverlag vor, berichtet der Mediendienst Meedia. Grund: Die Testerin habe statt von allem zu probieren nur viel Wein getrunken. Was mich an der Sache wundert, ist, dass Brogsitter den Fall nicht totschweigt, selbst wenn der Text ungerecht sein sollte. Es wird schwierig sein, wirklich zu beweisen, wer wie viel gegessen hat. Außerdem gelingt es ganz selten, eine Kritik in den Medien gerichtlich aus der Welt zu schaffen. Da gibt es nur verletzte Persönlichkeitsrechte, falsche Tatsachenbehauptungen, glatte Lügen also, oder die Schmähkritik. Dafür müsste der Artikel aber tief in die Unratkiste gegriffen haben, was ich mir nicht vorstellen kann. Eine einfache Gegendarstellung stünde Brogsitter vielleicht ja offen.

Brogsitter wird das Gegenteil von dem bewirken, was die Firma erhofft: Die Geschichte aus der Welt zu bringen. Statt ein paar Tausend Leuten, die nun meinen, Sanct Peter sei schlecht, werden es ein paar Zehntausend meinen,  wenn der Rechtsstreit publik wird. Dann geht es nicht mehr um die Sache selbst, sondern um den Streit.

Französische Küche wird Weltkulturerbe

Die UNESCO hat entschieden, die französische Küche zum Weltkulturerbe zu erheben und zwar in der Kategorie des immateriellen Kulturerbes. Bei der Entscheidung würdigt die Organisation nicht nur einzelne Gerichte, sondern die gesamte Art, Essen und Leben in Frankreich zu genießen.

Topinamburernte

Wer ihn einmal im Garten hat, wird ihn nicht mehr los, den Topinambur. Ich mag ihn trotzdem, die Ausbeute ist sehr ergiebig und hält den ganzen Winter über. Die Knollen lager ich in der Erde und hoffe, das keine Wühlmäuse sie finden :-) Topinambur hat in der Küche ähnliche Eigenschaften wie die Kartoffel, schmeckt aber nussiger. Ich mag sie am liebsten roh im Salat.

Straßburger Gänsetopf mit Champagnerkraut (Kochblog-Event 62)

Das Champagnerthema hat, wie ich an der Anzahl der Beiträge und an den Kommentaren feststelle, nicht so viel Anklang gefunden. Vielleicht etwas zu abgehoben. Ich hab mich daher entschlossen, wie die meisten anderen den Champagner geschlossen und hübsch verpackt zu lassen. Statt dessen entschied ich mich für einen deutschen Rieslingsekt,

der aufgrund seines Alters (2003) einen schönen Schmelz zeigt und dem Straßburger Gänsetopf eine ebenso würdige Note verleiht. Gerichte auf Straßburger Art sind Eintöpfe mit Sauerkraut, in dem ein Stück Wammerl mitkocht. Mit Gäseschenkeln ist es ein festliches, winterliches Essen, das aber leicht und nebenbei zuzubereiten ist. Man brät also zuerst Wammerl und Zwiebeln an und löscht sie mit dem Kraut ab. Dann kommen Kartoffeln, Knofi, Äpfel, Brühe und Weißwein (Champagner oder eben Sekt) hinzu.  Das lässt man ein paar Stunden kochen. Am nächsten Tag würzt man das Kraut mit Lorbeer, Wacholder, Nelken, Kümmel, Pfeffer, Honig, etc. und legt im Topf das vorbereitete Fleisch darauf.

Die Gänseschenkel brät man zuvor in der Pfanne schön an, wobei ziemlich viel Fett austritt. Das kommt nicht in den Eintopf, der sonst zu fett würde. Aber man kann es als Schmalz später verwenden. Dann kocht man den Eintopf drei Stunden lang auf kleiner Flamme.

Am Schluss wird mit Salz, Honig, Majoran und noch mal Sekt abgeschmeckt. Als Beilage eignen sich Brat- oder Gratinkartoffeln (z.B. im Gänseschmalz ausgebacken).



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