Archiv für Januar 2011

Weinrallye 41: Eichen-Sandwich

Das Thema der aktuellen Weinrallye bei Bernard Fiedler hat mir sofort zugesagt, denn ich bin ein großer Freund des diskutierten Weintyps (Sandwich-Weine) mit einem Lagerpotenzial von drei, fünf, vielleicht auch sieben Jahren. Denn derartige Weine sind oft nicht so teuer, gewinnen aber deutlich hinzu und lassen sich leichter lagern, da es bei diesen kurzen Zeiten nicht so sehr auf ideale Kellerbedingungen ankommt.

Einer meiner Favoriten ist der Dogajolo, den ich zugegebener Maßen bereits einmal bei einer Weinrallye vorgestellt hatte, den Etikettentrinkern. Damals (2008) war es ein 2003er, also fünf Jahre alt. Sehr gut hat mir auch der 2004er im Jahr 2010 geschmeckt. Heute habe ich einen 2006er im Glas, also grad eben fünf Jahre alt. Er scheint mir noch etwas herber zu sein, und noch nicht ganz so mild und rund wie die anderen beiden.

Im Aroma dominiert die Fasswürze, Rauch feines Holz, Bleistift, Zimt, getrocknete Beeren, Rose. Erst später öffnen sich die Kirsche, Cassis und Wachs. Der Auftakt ist bissig mit frischer Säure und noch deutlichen Tanninen am Gaumen. Im Geschmack ist er warm, leicht süß, hat einen mittelschweren Körper mit langem Abgang. Ich denke, in zwei Jahren werd ich ihn noch mal probieren, in der Hoffnung, dass er dann so rund und reif wie die oben beschriebenen geworden ist. Der Jahrgang sollte es hergeben.

Vom Charakter ist es ein Wein, der jung sehr zugänglich ist mit viel Frische und Biss, im Mittelstadium aber langweilig wird und erst im Alter wieder gewinnt.

Carpineto Dogajolo
Toscano IGT
Italien/Toskana

Rot; Sangiovese und Cabernet Sauvignon
13 % Alkohol; Ausbau im Fass

Blogger-Domain gepfändet

Man kann ja durchaus geteilter Meinung über Euroweb sein, aber ich verstehe auch René Walter von Nerdcore nicht. Wenn ich schon jemanden ans Bein pinkle, dann fechte ich das doch als Meinungsäußerung vor Gericht durch. Und wenn er sich dann tot stellt, braucht er sich nicht zu wundern, dass ihm die Domain genommen wird. So einen Sieg hätte ich der Gegenpartei nicht gegönnt, die jetzt auf seine Kosten ein ganz hochherzige Nummer durchziehn kann — wenn die Beherzigten denn mitmachen würden.

Dioxin belastet Mistkratzerl

Der Dioxin-Skandal im Hühnerei bewirkt — hoffentlich — einen neuen Trend zum Freiland- oder Bio-Ei. Sehr löblich. Diese Eier mit Bauernhofromantik erfreuen Mensch wie Huhn, jedoch sind sie alles andere als giftfrei. Im Gegenteil, Eier von glücklichen Hühnern, die im Boden und Mist kratzen, belasten mit höheren Dioxinwerten, behauptet Rudolf Joost-Meyer zu Bakum, der Vorsitzende der Gesellschaft für ökologische Tierernährung, in einem Interview in der taz. Er geht sogar noch weiter: „Der Grenzwert bei Fisch ist ein Mehrfaches davon — dabei gibt es genügend Leute, die mehr Fisch essen als Eier. Das ist ein politischer Grenzwert, den die Käfigindustrie durchgedrückt hat. Man wollte die Freilandhaltung ausbremsen.“

Trotz allem bin ich ein Verfechter des Bio-Eis vom Mistkratzerl, denn mir schmeckt mein Omelett besser, wenn ich weiß, dass ein glückliches Bauernhuhn die Eier dafür produziert hat, Dioxin- oder her.



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