Archiv für August 2011

Putenqualen in der ARD

Report Mainz  (ARD) zeigt heute Abend um Viertel vor Acht einen Beitrag über das Wiesenhof-System. In den gezeigten Beispielen werden laut Pressemitteilung Puten im Zuge der industriellen Abfertigung unnötig gequält und misshandelt. Die verantwortlichen Firmen und Unterfirmen weisen die Vorwürfe hin und her, jede schiebt der anderen die Schuld zu. Wiesenhof selbst nimmt im Vorfeld zu der Sendung Stellung und verweist auf seine prinzipiell transparente Firmenpolitik und gewisse Rechercheschwächen beim Team vom SWR (das Wiesenhof-Video ist durchaus sehenswert). Dennoch lassen sich die Tatsachen nicht beschönigen, dass es im Zuge der industriellen Produktion von Fleisch zwangsläufig zu inhumanen, wenn man das bei Tieren so sagen darf, Quälereien kommen muss. Selbst wenn sie nicht immer so drastisch sind, wie die, die man im Film wohl heute Abend sehen wird, sind sie schlimm genug. Tierschützer weisen immer wieder Misshandlungen nach. Vermeiden lässt sich das nur durch den konsequenten Griff zum Bio-Fleisch, wann immer es möglich ist. Oder man ist so privilegiert wie wir und kann seine Händl beim Bauer direkt kaufen.

Update: Inzwischen gibt es auf der Wiesenhof-Webseite ein Diskussion zu dem SWR-Beitrag. Allerdings haben die Content-Manager nicht alle Trackbacks freigeschaltet. Meinen zum Beispiel nicht. Sondern nur zwei an der Zahl, die in die Wiesenhofkritik einstimmen. Soll ich beleidigt sein? Nachdem ich die Sendung (trotz ihrer methodischen Schwächen) gestern selbst gesehen habe , bin ich mir nicht sicher, ob ich auf der Wesjohann-Seite überhaupt erscheinen mag…

Bewertungsportal siegt über Wirt

Das Bewertungsportal Restaurant-Kritik hat vor dem Amtsgericht Hamburg den Prozess gegen einen Wirt gewonnen, der eine Nutzerkritik gelöscht haben wollte. Der Sieg erstaunt mich wenig, denn so eine Kritik ist in den allermeisten Fällen von der Meinungsfreiheit gedeckt. Es ging um Formulierungen wie, die Stühle seinen “realtiv schmal”, die Speisekarte sei “üblich”, der Wein eine “Warenuterschiebung” (was ist das?), weil er nicht wie in der Speisekarte behauptet aus Frankreich kam, schließlich endet die Kritik mit: “Oh wenn doch Service und Küche das Niveau des Ambiente erreichen würden. Aber so bleiben mir nur die Worte aus dem Ring des Polykrates: ‘Hier wendet sich der Gast mit Grausen …’” All das wie gesagt, ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, und das sogar in den Augen der Hamburger Richter, die wie in Medienkreisen bekannt relative Presseunfreundlich urteilen. Wer eine Zeitung verklagen will, tut das am besten in der Hansestadt.

Was mich da mehr wundert, ist, wie Kritisierte immer wieder stupide versuchen solch einen Pyrrhussieg zu erringen. Denn was wird passsieren? Die Kritik wird erneut erscheinen, in den Formulierungen diplomatisch vielleicht entschärft, in der Sache und Note aber mit gleicher Wucht aufgeladen. Der Schaden für das Unternehmen ist in etwa der gleiche. Statt solch eine Kritik als Chance zu sehen, etwas zu verbessern. Oder vielleicht auch zufriedene Kunden dazu zu bewegen eine positive Kritik zu schreiben. Denn das gibt es ja schließlich auch, sieht man sich ein Bewertungsportal an, so überwiegen die positiven Beschreibungen meist sogar.

Tafelwein, Landwein und Qualitätswein am Ende

Die Weinprofis wissen es wahrscheinlich schon, mir war es neu. Die deutschen Klassifizierungen für Wein werden zum Jahresende ersetzt durch EU-einheitliche:

- Tafelwein -> Wein

- Landwein -> Geschützte geografische Angabe (GGA)

- Qualitätswein -> Geschützte Ursprungsbezeichnung (GU)

Die Prädikate Kabinett, Spätlese, Auslese etc. bleiben erhalten und werden an das GU angehängt. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. Gerade der Vin de Pays wird mir fehlen. Vin de Pays ist doch viel plastischer als IGP (Indication géographique protégée).



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