Archiv der Kategorie 'Bloggen und Medien'

Frühlingsschein

Zum Welttag der Poesie (gestern am 21. März) ein kleines Gedicht. Mir schlägt der lange Winter offensichtlich auf’s Gemüt…

Frühlingsschein

Zum letzten Mal hebst Du die Flügel,

Schwingst Dich auf, obwohl Du schon am Boden liegst.

Endlich wärmt die Frühlingssonne Dein Gefieder, obwohl’s am Gleisesrand erkaltet liegt.

Nun steigst Du auf, allein, vorbei an Deinesgleichen,

Steigst weiter auf, weiter als Du je geflogen, höher als die eigne Kraft Dich trägt.

Lässt uns zurück die Schatten und die letzten Schrecken im ersten matten Frühlingsschein.

 

 

Bösartige Pressemeldungen entschärft

Vor etwas über einem Jahr hatte ich angeprangert, dass immer mehr Presseagenturen Tools verwenden, um das Klick-Verhalten von Journalisten aufzuzeichnen. Das hat damals für ziemlichen Aufruhr gesorgt, zumindest meine Person betreffend. Mir ist nun in letzter Zeit aufgefallen, dass einige Agenturen diese Tools zwar noch verwenden, aber auf die Codierung der Links und damit auf das Tracking verzichten. Lewis-PR beispielsweise. Das finde ich sehr lobenswert und dient sicherlich dazu, das Vertrauensverhältnis zwischen PR und Journalisten zu stärken.

Wenn ich hingegen merke, dass jemand ohne mein Wissen mitverfolgt, welche Links ich in meinen E-Mails klicke, finde ich das sehr verstörend. Ich hatte infolge des Artikels einige Agenturen gebeten, mir nur noch Text-Mails zu schicken. Das ist auch geschehen. Eine im Artikel erwähnte Agentur hat mich vom Verteiler geschmissen, einen Verteiler habe ich gekündigt, nachdem ich partout keine Text-Mails bekommen habe. Andere verzichten eben jetzt auf das Tracking. Ich hoffe nicht nur bei mir.

Nachtrag: M3 PR wäre ein weiteres positives Beispiel.

Buchrezension zum Blog Action Day (Karen Duve: Anständig Essen)

Es ärgert mich, dass die westliche Landwirtschaft so stark subventioniert ist, dass deutsche Nudeln in Afrika billiger sind, als dort produzierte.  Es ärgert mich auch, dass auf landwirtschaftlichen, für Nahrung nutzbaren Anbauflächen Bio-Diesel wächst. E10 verbessert zwar die deutsche CO2-Bilanz, lenkt aber von wesentlich wichtigeren Maßnahmen an, zum Beispiel Spritsparen (= Geschwindigkeitsbegrenzung). Autolobby. Außerdem ärgerte es mich, wenn Urwald abgeholzt wird, um Turborinder zu mästen, damit mancher Westler zwei Mal am Tag einen fetten Burger fressen kann. Das hab ich im letzten Beitrag schon angedeutet oder an anderer Stelle ausgeführt. Alles wären Themen für den Blog Action Day 2011, heute zum Thema Food. Nahrung.

Ich möchte aber ein Buch vorstellen, das mich in lezter Zeit stark bewegt hat, nämlich von Karin Duve (Regenroman und Die entführte Prinzessin). Sie hat als erklärte Tierliebhaberin einen Selbstversuch zum Thema Fleischkonsum gemacht. Nicht auf dem Niveau, ich verzichte mal drei Wochen aufs Internet, sondern sie hat ein Jahr lang die verschiedenen Ernährungs- und Sinnkonzepte durchlebt: Bio, vegetarisch, vegan und frutarisch (= keine Pflanze töten). Entstanden ist auf dieser Basis das Buch: Anständig Essen. Angefangen hat alles so: Eines Tages steht sie im Supermarkt, hält das billige, eingeschweißte, marinierte, praktische Grillhähnchen in der Hand. Plötzlich taucht ihre vegetarische Untermieterin mit dem Spitznamen Grille auf und stellt sie zur Rede, wie sie so unverantwortlich einkaufen kann. Zwischen beiden Frauen entwickelt sich ein Dialog, der sich im Prinzip durchs ganze Buch hindurchzieht, wobei Grille immer wieder als moralisches Alter Ego der Autorin auftritt. Im Lauf des Buches wandelt sich das Verhältnis aber überraschend.

Das Buch bleibt nicht bei einer privaten und irrelevanten Innenschau stehen, sondern bietet eine faktenreiche, weit gefächerte, aber bildliche Analyse der Haltung und Tötung von Tieren in unserer Gesellschaft. Vom Massensterben männlicher Küken in der Massentierhaltung auch auf dem Biohof, über das selbstverständliche Vernichten von Ungeziefern im Haus, bis zum Einschläfern des geliebten, individuellen Hunds. Sie trifft sich mit Extremisten, Menschen, die nur vom Baum gefallene Früchte essen, anderen, die einen Antitierbenutzungshof führen, aber auch überzeugten Jägern oder Vertretern der Ordnungsbehörden. Alle kommen zu Wort, und zwar fair. Einfache Antworten gibt es nicht, und die gaukelt die Autorin dem Leser auch nicht vor. Spannend sind nicht nur die vorgestellten Menschen und Fakten: Eines Nachts geht sie auf Abenteuer und befreit ein paar Hühner aus Käfigen. Die leben dann bei ihr und ärgern die anderen Hühner. Nur um einen Termin beim Schlachthof bemüht sie sich vergeblich. Öffentlichkeit ist nicht erwünscht.

Ihr Fazit möchte ich hier nicht vorwegnehmen. Es ist jedenfalls radikaler als meins als Leser (und Genussblogger). Aber niemand, der beginnt sich mit dem Thema zu beschäftigen, wird guten Gewissens das praktische, marinierte Hähnchen aus dem Supermarkt in den Einkaufswagen legen. Das lehne ich inzwischen kategorisch ab, noch kategorischer, als ich es vor der Lektüre schon empfunden habe. Fleisch sollte für meine Begriffe seltener gegessen werden und unbedingt aus Bio- oder vertrauter Haltung kommen. Selbst wenn Aufwand und Preis höher sind. Ganz auf Fleisch verzichten möchte ich nicht (Duve auch nicht), obwohl es moralisch letztendlich die sauberste Lösung wäre. Es sei denn, man zieht seine Hühner selber liebevoll auf und dreht ihnen dann auch selber fachgerecht den Hals um.

Blog Action Day offline

Gerade wollte ich mich für den Blog Action Day anmelden und sehe, dass die Seite offline ist. Komisch.

Nachtrag (14.10.):  Jetzt ist die Seite wieder online. Ich hatte bei Betreiber nachgefragt, aber keine Antwort bekommen…

Blog Action Day: Food

Der diesjährige Blog Action Day am 16. Oktober hat Food als Thema: Nahrung. Dass das ein zentrales Thema aller Genuss-Blogger ist, ist klar, denn während der weitaus größere Teil der Menschheit froh ist, überhaupt etwas zu essen zu bekommen, lebt der andere im Über- und Wegwerfangebot, und kugelt Luxusprobleme vor sich her. Zwischen beiden Welten gibt es viele feine Zusammenhänge, etwa die subventionierte, landwirtschaftliche Überproduktion im Westen oder die Nutzung von potenzieller Ackerfläche für McDonalds-Rinder. Ganz zu schweigen von Biodiesel, der wirklich nur in der CO2-Zertifikatrechnung der Autoindustrie einen Sinn ergibt. Es gibt also viel zum Thema globale Nahrung zu sagen und wir als Food-Blogger sollten das auch tun. Registriert Euch!

Bewertungsportal siegt über Wirt

Das Bewertungsportal Restaurant-Kritik hat vor dem Amtsgericht Hamburg den Prozess gegen einen Wirt gewonnen, der eine Nutzerkritik gelöscht haben wollte. Der Sieg erstaunt mich wenig, denn so eine Kritik ist in den allermeisten Fällen von der Meinungsfreiheit gedeckt. Es ging um Formulierungen wie, die Stühle seinen “realtiv schmal”, die Speisekarte sei “üblich”, der Wein eine “Warenuterschiebung” (was ist das?), weil er nicht wie in der Speisekarte behauptet aus Frankreich kam, schließlich endet die Kritik mit: “Oh wenn doch Service und Küche das Niveau des Ambiente erreichen würden. Aber so bleiben mir nur die Worte aus dem Ring des Polykrates: ‘Hier wendet sich der Gast mit Grausen …’” All das wie gesagt, ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, und das sogar in den Augen der Hamburger Richter, die wie in Medienkreisen bekannt relative Presseunfreundlich urteilen. Wer eine Zeitung verklagen will, tut das am besten in der Hansestadt.

Was mich da mehr wundert, ist, wie Kritisierte immer wieder stupide versuchen solch einen Pyrrhussieg zu erringen. Denn was wird passsieren? Die Kritik wird erneut erscheinen, in den Formulierungen diplomatisch vielleicht entschärft, in der Sache und Note aber mit gleicher Wucht aufgeladen. Der Schaden für das Unternehmen ist in etwa der gleiche. Statt solch eine Kritik als Chance zu sehen, etwas zu verbessern. Oder vielleicht auch zufriedene Kunden dazu zu bewegen eine positive Kritik zu schreiben. Denn das gibt es ja schließlich auch, sieht man sich ein Bewertungsportal an, so überwiegen die positiven Beschreibungen meist sogar.

Blogger-Domain gepfändet

Man kann ja durchaus geteilter Meinung über Euroweb sein, aber ich verstehe auch René Walter von Nerdcore nicht. Wenn ich schon jemanden ans Bein pinkle, dann fechte ich das doch als Meinungsäußerung vor Gericht durch. Und wenn er sich dann tot stellt, braucht er sich nicht zu wundern, dass ihm die Domain genommen wird. So einen Sieg hätte ich der Gegenpartei nicht gegönnt, die jetzt auf seine Kosten ein ganz hochherzige Nummer durchziehn kann — wenn die Beherzigten denn mitmachen würden.

Brogsitter verklagt den Feinschmecker

Weil dem Haus Brogsitter eine Kritik des Restaurants Sanct Peter in Neuenahr-Ahrweiler im Feinschmecker nicht gefallen hat, geht die Weinhandelsfirma nun gerichtlich gegen den Jahreszeitenverlag vor, berichtet der Mediendienst Meedia. Grund: Die Testerin habe statt von allem zu probieren nur viel Wein getrunken. Was mich an der Sache wundert, ist, dass Brogsitter den Fall nicht totschweigt, selbst wenn der Text ungerecht sein sollte. Es wird schwierig sein, wirklich zu beweisen, wer wie viel gegessen hat. Außerdem gelingt es ganz selten, eine Kritik in den Medien gerichtlich aus der Welt zu schaffen. Da gibt es nur verletzte Persönlichkeitsrechte, falsche Tatsachenbehauptungen, glatte Lügen also, oder die Schmähkritik. Dafür müsste der Artikel aber tief in die Unratkiste gegriffen haben, was ich mir nicht vorstellen kann. Eine einfache Gegendarstellung stünde Brogsitter vielleicht ja offen.

Brogsitter wird das Gegenteil von dem bewirken, was die Firma erhofft: Die Geschichte aus der Welt zu bringen. Statt ein paar Tausend Leuten, die nun meinen, Sanct Peter sei schlecht, werden es ein paar Zehntausend meinen,  wenn der Rechtsstreit publik wird. Dann geht es nicht mehr um die Sache selbst, sondern um den Streit.

Bundestagspetition gegen die Laufzeitverlängerung von AKWs

Es gibt nun eine ePetition gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Bürger können Petitionen an den Petitionsausschuss des Bundestags inzwischen über eine Webanwendung einreichen und mitzeichnen. Wenn 50.000 Leute mitmachen, so befasst sich der Ausschuss mit dem Thema. Er hat zwar keine Handlungsmöglichkeiten, aber es ist immerhin ein Zeichen für die Politik, dass das Volk, der Souverän, irgendwo ein signifikantes Problem hat.

Bislang sind es nur 32.000 Mitzeichner für die Petition gegen die Laufzeitverlängerung, die Frist endet leider schon morgen. Bitte fleißig mitmachen!

Indischer Marsala Chay zum Blog Action Day

Der diesjährige Blog Action Day dreht sich um das Thema Wasser. Ich war länger in Indien und habe dort erlebt, wie knapp sauberes Wasser sein kann und wie viele Menschen unter dreckigem Wasser leiden. Es ist bei Weitem nicht so, dass nur westliche Reisende krank werden, wenn sie nicht abgekochtes Wasser trinken. Viele Inder infizieren sich ebenso damit. Das ist mit ein Grund, warum in Inden fast immer und überall Chay getrunken wird, Tee. Gekocht, steril und oft gewürzt, als Marsala Chay, sehr süß und mit etwas Milch verdünnt. Für viele ist er das Frühstück und später ein Begleiter durch den Tag. Der Preis lag in Südindien bei etwa zwei Pfennig pro Tasse, für uns als Fremde.

Die Gewürzmischung ist nicht festgelegt, bis auf Kardamom, der gehört immer hinein. Sonst: Ingwer, (wenig) Nelken, Zimt, das sind meine Favoriten, aber auch Fenchel, Anis, Pfeffer, Zitronengras etc.

Zuerst kocht man die Gewürze circa zehn Minuten und gießt den Sud durch ein Sieb.

Dann kocht man den Sud mit Zucker noch mal auf und fügt den Tee hinzu. Den lässt man auf der ausgeschalteten Kochplatte 3 bis 5 Minuten ziehen, je nach Geschmack. Dann gießt man den Tee erneut ab,

und fügt etwas Milch hinzu.

Der Geschmack ist karamellig-würzig und passt auch sehr gut nach dem Essen. Wenn man welches hat.

Weltweite Infratest-Studie Digital Life: Internet und Bloggen

Ein Mammut-Projekt: Fast 50.000 Onliner hat TNS-Infratest in 46 Ländern der ganzen Welt befragt und mit den Ergebnissen den weltweiten Medienbruch dokumentiert. Dabei zeigte sich ein deutlicher kultureller Schnitt zwischen den Wachstumsmärkten Asiens und der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) einerseits und den westlichen, gesättigten Märkten andererseits. In den Wachstumsmärkten zeigen die Menschen ein weitaus größeres digitales Engagement etwa in Brasilien (48 Prozent) und China (54 Prozent) als in den gesättigten Ländern wie Deutschland (36 Prozent), Finnland (26 Prozent) oder Japan (20 Prozent). Obwohl diese Länder für gewöhnlich über eine gut ausgebaute Internet-Infrastruktur verfügen. Digitales Engagement bezeichnet dabei nicht nur die reine Online-Nutzung, sondern wertet bestimmte Aktivitäten wie Bloggen oder Teilhabe an sozialen Netzen.

Bloggen und soziale Netze treiben das Internet an
Neun von zehn Online-Usern in China (88 Prozent) und mehr als die Hälfte in Brasilien (51 Prozent) haben eigene Blog- oder Foreneinträge verfasst. In den USA liegt dieser Wert lediglich bei 32 Prozent, in Deutschland sind es immerhin 44 Prozent. Zudem ist das Internet in den asiatischen Wachstumsmärkten zum Standardmedium für die Verbreitung von Fotos geworden. Der Anteil der Onliner, die Fotos hochladen, beträgt in Thailand 92 Prozent, in Malaysia 88 Prozent und in Vietnam 87 Prozent. Die entwickelten Märkte sind hier deutlich zurückhaltender. So haben nicht einmal die Hälfte in Deutschland (48 Prozent) und weniger als ein Drittel der Online-Konsumenten in Japan (28 Prozent) bisher Fotos auf Social Websites hochgeladen.

Mobile Beschleunigung
Weltweit verbringen mobile Internetnutzer durchschnittlich 3,1 Stunden in der Woche in sozialen Netzwerken, aber nur 2,2 Stunden mit E-Mail. Smartphones werden die digitale Landschaft ändern. Die Studie zeigt, dass Verbraucher davon ausgehen, dass sich die Nutzung sozialer Netzwerke eher über Handys als über PCs verstärken wird. In den USA erwarten beispielsweise mehr als 36 Prozent der Befragten, dass sie die Nutzung von Communities über das Mobile intensivieren werden. In Schweden sind es sogar 53 Prozent, in Deutschland nur 29 Prozent.

E-Mail veraltet
Online-Konsumenten verbringen im Durchschnitt mehr Zeit in sozialen Netzwerken als mit E-Mail. In Wachstumsregionen werden durchschnittlich 5,2 Stunden pro Woche mit sozialen Netzwerken verbracht, verglichen mit vier Stunden E-Mail-Nutzung. Die Online-Konsumenten in gesättigten Märkten konzentrieren sich dagegen noch deutlich mehr auf das Korrespondieren per Mail. 5,1 Stunden werden hier damit verbracht, den Posteingang zu prüfen. In sozialen Netzwerken wird durchschnittlich 3,8 Stunden interagiert. Zu den intensivsten Nutzern sozialer Netzwerke gehören Malaysier (9 Std./wöchentlich), Russen (8,1 Std.) und Türken (7, Std.). Deutlich geringer dagegen die Nutzung in Deutschland. Hierzulande sind die Onliner 3,1 Stunden pro Woche in Communities unterwegs.
Die Malaysier haben auch die meisten Online-Freunde, 233 im Schnitt, gefolgt von Brasilianern mit 231 Freunden. Die Japaner bilden mit nur 29 Freunden das Schlusslicht. Überraschenderweise haben die Chinesen im Durchschnitt nur 68 Online-Freunde, obwohl sie die sozialen Netzwerke sehr intensiv nutzen. Das verweist auf eine Kultur, die sich auf wenigere, aber umso engere Freundschaften stützt. In Deutschland liegt der Wert bei 75 Personen.

Parameter
Die Studie will ein vollständiges Bild liefern, wie sich Konsumenten im Internet verhalten, was sie lenkt und welche Verhaltensweisen wirtschaftliches Wachstum beschleunigen. Sie deckt laut Infratest 88 Prozent der weltweiten Online-Population ab. Dazu befragte Infratest 48.804 Personen im Alter von 16 bis 60 Jahren in den Ländern Ägypten, Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kenia, Luxemburg, Malaysia, Marokko, Mexiko, Niederlande, Nigeria, Norwegen, Österreich, Philippinen, Polen, Portugal, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Südafrika, Südkorea, Schweden, Spanien, Tansania, Thailand, Türkei, Uganda, VAE, USA und Vietnam.

Weitere Informationen unter
www.DiscoverDigitalLife.com
http://www.tns-infratest.com/presse/presseinformation.asp?prID=769

Jetzt wird es nur noch Zeit, dass die Verlage in Online-Redaktionen vernünftige Redakteursgehälter bezahlen.

Blog Action Day und Weinrallye 38

Ein paar Events stehen an:

- Am 15. Oktober ist der Blog Action Day mit dem diesjährigen Thema: Wasser. Der Aktionstag greift immer ein aktuelles Thema mit weltweiter Bedeutung auf, und die teilnehmenden Blogs sollen dazu etwas kreieren. 2750 Blogs aus 118 Ländern haben bislang zugesagt. Hier gibt es ein paar fast schon makabere Fakten zum Einlesen.

- Am 31. Oktober findet die 38. Weinrallye statt, und zwar geht es um die Scheurebe. Ein spannendes Thema, weil die Scheurebe gerne mit der großen Sauvignon Blanc verglichen wird. Andererseits gibt es Deutschland inzwischen auch nennenswerte Ergebnisse mit Sauvignon Blanc. Zuungunsten der Scheurebe?

- Ja, und ebenfalls am 15. endet das Kochblog-Event “Fertigprodukte nachgebaut“. Einen Beitrag von Hausmannskost 2.0 gibt es bereits (Currywurst ohne Ketchup).

Und es folgt, weil’s so schön ist, die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes (Sorry für die vielen Trackbacks, aber die macht WP automatisch):

#37 Weißweine aus dem Midi (Baccantus) (Mein Beitrag)
#36 Wein und Musik (Weinreich) (Mein Beitrag)
#35 Wein und Stein (Der Weinfreak) (Mein Beitrag)
#34 Wein und Knabberei (Winzerblog) (Kein Beitrag von mir)
#33 Weine aus Aromasorten (vinissimus) (Kein Beitrag von mir)
#32 Pinot Noir (Weingut Lisson) (Zwei Beiträge von mir)
#31 Faszination Wein (Bernhard Fiedlers) (kein Beitrag von mir)
#30 Naturwein (Social Wine) (kein Beitrag von mir)
#29 Schweizer Wein (lamiacucina) (kein Beitrag von mir)

2009
#28 Adventswein (Weinverkostungen) (Mein Beitrag)
#27 Wein von der Tankstelle (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#26 Tipps vom Weinhändler (Go to Rio) (kein Beitrag von mir)
#25 Wein in Literatur und Film (Weingut Steffens-Keß) (kein Beitrag von mir)
#24 Wein von der Nahe (der Ultels) (kein Beitrag von mir)
#23 WinzerInnenwein (Weingut Lisson) (Mein Beitrag)
#22 Regionale Spezialitäten (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#21 Deutscher Riesling (Schreiberswein) (kein Beitrag von mir)
#20 Wein zum Fisch, aber nicht trocken und weiß (Hausmannskost 2.0) (Mein Beitrag)
#19 Gespriteter Wein (vinissimus) (Mein Beitrag)

2008
# 18 Deutscher Winzersekt (Nikos Weinwelten) (kein Beitrag von mir)
# 17 Vinologische Osterweiterung (Myexperience4you) (Mein Beitrag)
#16 Weingenuss im Restaurant (Notizen für Genießer) (Mein Beitrag)
#15 Urlaubsweine (Go to Rio) (Mein Beitrag)
#14 Wein zum Grillen (SanoVia) (kein Beitrag von mir)
#13 Bordeaux Blends outside Bordeaux (Planet Bordeaux) (Mein Beitrag)
#12 In Gottes Namen (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#11 Alles Rosé (Nikos Weinwelten) (Mein Beitrag)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt) (Mein Beitrag)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß) (Mein Beitrag)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson) (Mein Beitrag)
#07 Alles außer Glas (Kaulwein) (Mein Beitrag)

2007
#06 Schaumwein (Schreiberswein) (Mein Beitrag)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost 1.0) (Mein Beitrag)
#04 Vulkanweine (Drink Tank) (Mein Beitrag)
#03 Bio-Riesling (Viva vino, http://www.viva-vino.de/biowein_blog/index.php?/archives/217-Weinrallye-3-Zusammenfassung.html, offline) (Mein Beitrag)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen) (Mein Beitrag)
#01 Inselweine (Winzerblog) (Mein Beitrag)

PR-Agenturen überwachen Journalisten

Heute bekomme ich eine Pressemeldung der Firma Jobbörsenfinder über die Berliner Presseagentur Piabo. Die Mail im HTML-Format enthält mehrere Links zu Jobbörsenfinder. Klickt der Leser auf einen, führt der Link jedoch verdeckt zu Vocus PR (“http://eu.vocuspr.com/Url.aspx?524874x1019246x-551756″). Aus der Mail ist dies nicht ersichtlich, sondern nur im HTML-Quellcode versteckt, was der Technik entspricht, die Phisher einsetzen, um ihre Opfer zu täuschen. Nach einer kurzen Verzögerung leitet die Seite den Journalisten dann zu Jobbörsenfinder. Durch diese wahrscheinlich unbeabsichtigte Serververzögerung ist mir der Schwindel aufgefallen.

Was bei Vocus geschieht, kann jeder auf der Webseite der Firma nachlesen: “Vocus provides advanced and easy-to-use software for public relations management.” Die Vorteile des Kunden sind: “Track interactions: who opened your news, who covered you, and who you influenced”. Zu Deutsch: Vocus verfolgt, wer hat News geöffnet, wer berichtet über den Kunden und wen hat der Auftraggeber mit seiner Pressemitteilung beeinflusst. Praktisch für eine PR-Agentur, denn die muss gegenüber ihrem Kunden nachweisen, wie groß die Aufmerksamkeit in der Presse ist. Für Journalisten ist das aber völlig inakzeptabel. Für mich zumindest.

Erst einmal ist es eine Täuschung, denn mir wird ein Link vorgegaukelt, der zu einer Seite führt, die ich nicht anklicken will. Ferner beobachtet jemand meine Arbeit, während ich hier am Schreibtisch sitze, und zwar jemand, der Geld dafür bekommt, meine Arbeit in ein gewisse Richtung zu lenken. Das ist aufdringlich. Ich bitte um etwas mehr höfliche Distanz! Vocus-Mails landen bei mir künftig in /dev/null. Ungelesen.

Das habe ich Piabo auch geschrieben, dem BJV und meinen Kollegen. Zur Dokumentation als PDF: Die Startseite von Vocus, die Originalmail von Piabo und der HTML-Code der Mail.

Nachtrag 14.10.10: Seit mir Vocus aufgefallen ist, habe ich die bei mir eingehenden PR-Mails genauer untersucht und festgestellt, dass die meisten entweder kein Tracking verwenden oder gleich im Textformat vorliegen. Neben Vocus gibt es jedoch noch Medianetworkmanager (Lewis/Octane) und Constant Contact (Mashup Communications).

Lebensgefährliches Bloggen

Ich bin zwar selten politisch hier, aber schätze es dennoch sehr, schreiben zu können, was ich mag. Außerdem darf ich lesen, was andere ohne Einschränkungen schreiben können, gerade, wenn sie die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft beobachten und kritisieren.  In anderen Ländern kann das Bloggen lebensgefährlich sein. Der Weißrusse Oleg Bebenin hat es mit dem Leben bezahlt und der Iraner Hossein Derakshan sitzt in der Todeszelle.

Verleger fordern Google-Abgabe

Auf dem Zeitungskongress in Essen forderte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, erneut ein sogenannte Leistungsschutzrecht von den Suchmaschinenbetreibern. Dabei geht es darum, dass Google selbst keine Inhalte produziert, aber auf dem deutschen Online-Werbemarkt über fünfzig Prozent der Einnahmen kassiert. Die Firma hat sozusagen ein leichtes Spiel, während die anderen harte Leistung erbringen. Über eine Lex-Google soll sicher gestellt werden, dass die Leistungsbringer an den Einnahmen derer teilhaben, die durch aufgesetzte Dienste Geld erwirtschaften.

Als Produzent von solchen Inhalten stehe einer derartigen Forderung prinzipiell nicht negativ gegenüber. Es wird zwar oft eingewandt, dass gerade Google den Online-Diensten die Besucher bringt und deren Geschäft erst ermöglicht. Das ist auch richtig, die meisten Besucher der allermeisten Online-Auftritte kommen über Google oder andere Suchmaschinen. Aber umgekehrt kann auch nur Google leben, wenn es im Internet Inhalte gibt, Texte, Bilder, Videos usw. Denn ohne Dinge, nach denen man suchen kann, macht auch die Suche selbt keinen Sinn. Und die Erstellung dieser Dinge kostet Geld, wenn sie nicht gerade aus Lust und Liebe in einen nichtkommerziellen Blog entstehen.

Google und Verlage leben also in Symbiose, und hier ist, für meine Begriffe, der monetäre Ausgleich in Schieflage geraten. Wer wann wie wo Schuld daran ist, möchte ich jetzt nicht diskutieren, aber es muss eine Lösung gefunden werden, denn dass bei Google die Einnahmen und Ausgaben ebenfalls aus der Balance geraten sind, ist mehr als offensichtlich. Sprich, der eine verdient derzeit zu viel, der andere zu wenig.

Ob als Gegenmaßnahme nun ein Leistungsschutzrecht sinnvoll ist oder etwas weniger Bürokratisches, sei dahingestellt, aber irgendeinen Ausgleich sollte es geben.



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