Archiv der Kategorie 'Saubloggen'

Wintersaubloggen am Mittwoch

Saubloggen am Mittwoch:

Steh zu Deinem Schinken!

Saubloggen am Mittwoch: Den englischen Schweinezüchtern geht es schlecht. Sie bekommen vom Handel 1,10 Pfund für das Kilo Schweinefleisch, benötigen zum Überleben aber 1,44 Pfund. Nun fordern Sie “We need the supermarkets to pay an extra 34p per kg to help preserve British pig farming.” Um ihre Forderung zu unterstreichen haben Sie einen alten Country-Song umgetextet: Stand by your Ham. Darin heißt es recht weinerlich:

“Supermarkets make all the money
We don’t make any money
And that’s quite hard to understand”

Schön schräg uns schweinreich ist auch das Video zum Song.

Bayerischer Schweinsbraten mit Semmelnknödln (Saubloggen am Mittwoch)

SchweinSbraten und nicht SchweinEbraten ist der korrekte, im Bayerischen vorgefundene Begriff, wie wir von Karl Valentin wissen. Denn der Braten kommt ja von einem einzigen Schwein. Während ebenso SemmelNknödeln richtig ist und nicht hochdeutsch Semmelknödel, weil eben Semmelteig aus vielen Semmeln und nicht nur aus einer besteht. Interessanter Weise meckert meine Rechtschreibprüfung bei keinem der Begriffe. Nun gut. Zum Schweinsbraten. Bei der Wahl des Fleischs gibt es eine grundlegende Entscheidung: mit oder ohne Kruste (Schwarte). Kruste ist bei vielen Bratenfreunden gefragter, aber das Fleisch ist trockener. Ohne Kruste – ein Stück vom Hals – ist saftiger und vom Fleisch her attraktiver. Eindeutig mein Favorit. Mit Kruste ist meistens von der Schulter, aber sehr gut und etwas feiner ist auch ein Stück Keule.

Fleisch von Hals, Schulter oder Keule (Schwarte vom Metzger einschneiden lassen)
Knochen
Hühnerbrühe/Fond
Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel
Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Kümmel
Knofi, Ingwer, Majoran, etc.
Rotwein
Crème Fraîche
Petersilie
Evt. Champignons

Das Bratenstück mit Salz und Pfeffer einreiben. Wenn der Braten eine Schwarte hat, so kommt diese in der gefetteten Reine anfänglich nach unten. Backofen auf 225 Grad vorheizen, dann Braten, Knochen und ein bisschen Gemüse hinein. Wenn die Unterseite eine schöne Farbe bekommen hat, wird der Braten umgedreht. Ebenfalls warten, bis die Schwarte angebraten ist. Dann Brühe angießen, Lorbeer, Pfeffer, Kümmel hinzu und Temperatur auf 175 Grad reduzieren. Ein Braten ohne Schwarte muss nicht gedreht werden. In der letzen halben Stunde kommen Knofi, Ingwer und Majoran hinzu. Die Bratenzeit variiert je nach Fleischdicke. Unter einem Kilo sind es circa anderthalb Stunden, dickeres Fleisch länger. Die Kerntemperatur bei Schwein sollte bei circa 65 Grad liegen (mit Kernthermometer gemessen). Bei einem Braten mit Schwarte schaltet man am Schluss für ein paar Minuten den Grill ein, damit die Kruste schön knusprig wird. Vorsicht, verbrennt leicht.

Braten auf einen Teller, zudecken. Den Bratensatz durch ein Sieb in einen Topf gießen. Die Sauce etwas reduzieren und mit Wein, Crème Fraîche, Petersilie und weiteren Gewürzen abschmecken. Nach Geschmack gedünstete Champignons hinein. Den fertigen Braten aufschneiden, mit etwas Sauce begießen und servieren.

Nun zu den Knödeln:

10 trockene Semmeln
3/8 l Milch
3-4 Eier
1 kleine Zwiebel
Salz, Pfeffer, Petersilie

ergibt acht mittelgroße Knödel

Alte Semmeln nehmen, sonst frische Semmel einen Tag auf der Heizung trocknen lassen. Petersilie und Zwiebel hacken und etwas andünsten. Semmeln in dünne Scheiben schneiden und in einen Topf häufeln. Milch erhitzen (nicht kochen) und über die Semmelscheiben gießen. Topf verschließen und dreißig Minuten ziehen lassen. Nach der Hälfte der Zeit, einmal umschichten. Dann mit allen weitern Zutaten verkneten. Mit feuchten Händen Knödel formen, wenn der Teig zu weich ist mit Semmelbröseln strecken.

Wasser erhitzen, bis Blasen aufsteigen, aber es darf nicht sprudeln. Sonst zerfallen die Knödel. Knödel fünfzehn bis zwanzig Minuten ziehen lassen.

Als passender Wein erwies sich ein Barbera d’Asti “San Nicolao” 2006 von Terra da Vino, Fruchtig und hell zum Schwein, aber dennoch stark und tanninig gegen das Fett. Rubinrot, glänzend, relativ hell; Aroma zurückhaltend, Kirsch, Holz, Vanille, Pfeffer, Alkohol, mineralisch, Wachs; Auftakt kirschig, leicht feurig und etwas süß. Der Körper ist rund, der Abgang lang und etwas bitter. In den Tiefen liegt eine verschlossene Geschmacksschicht, die derzeit vom Alkohol überlagert wird. Nach einiger Zeit im Glas wird die Kirsche noch deutlicher. Gestört hat mich der Kunstkorken.

Saubloggen am Mittwoch: Jahr des Schweins beendet

Am 6. Februar hat das Jahr des Schweins geendet und der chinesische Kulturkreis feierte Sylvester besser gesagt Neujahr, in Singapur z.B. mit vier Tage Ferien (Auf dieser Webseite findet sich auch ein hübsches Bild zum Fest). Begonnen hat das Jahr der Ratte, das für mich als Affe (Jg. 1920, 1932, 1944, 1956, 1968, 1980, 1992, 2004) bedeutet: “Der Affe bekommt im Jahr der Ratte die Belohnung für seine harte Arbeit in der Vergangenheit. Er kann nun ernten, was er gesät hat. Das bringt Glück und Erfolg.”, weiß die Webseite China-Horoskop. “Wird auch Zeit!”, möchte ich da freudig rufen.

Auch Schweinen (Jg. 1911, 1923, 1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995, 2007) geht es nicht schlecht im Jahr der Ratte: “Der Glückszyklus hält für die Schweine unvermindert an.” Etwas schlechter geht es dem Hahn (Jg. 1921, 1933, 1945, 1957, 1969, 1981, 1993, 2005): “Im Jahr der Ratte werden die Hähne wichtige Herausforderungen überwinden müssen.” Das klingt nach Entlassung, Krebs, Konkurs, Legebatterie oder Suppenhuhn. Die armen Hähne mit ihren Hennen und Küken!

Saubloggen am Mittwoch: Wilder Tod einer Wildsau

Das Saubloggen am Mittwoch ist diese Mal Iris gewidmet: Dass man eine Türe öffnen muss, auch wenn sie aus Glas ist, musste eine Wildsau kurz vor ihrem Tod noch lernen, als sie in eine Langgönsener Wohnung eindrang, die Glastüre mit Wucht durchbrach, verletzt und verwirrt durch die Wohnung marodierte, mehrere Möbelstücke dabei zerstörte, dann die Bewohnerin angriff, so dass diese mit viel Glück nur der Schock ereilte, und schließlich zur anderen Seite des Hauses durch die offen stehende Terassentüre entwich. Dort draußen wartete schon die Polizei und erschoss das Tier.

Saubloggen am Mittwoch: Erleuchtete Ferkel

Mit der Erleuchtung kennen sich die Chinesen seit dem Einzug des Buddhismus ins Reich der Mitte aus. Um aber ein Schwein zu erleuchten, greifen auch die Chinesen zur modernen Genmanipulation: “nachdem das Team grün fluoreszierendes Protein in Schweine-Embryonen injiziert hatte”, heißt es auf der Webseite des China Internet Information Center (CII), das digitale PR-Sprachrohr des Landes.

Eine dieser drei armen Säue hat nun elf Ferkel geworfen. Und zwei davon leuchten ebenfalls. “Mund, Beine und Zunge der beiden Ferkel schimmern grün unter Ultraviolett-Licht, was belegt, dass die Technik der Zucht von transgenen Schweinen mittels Zellkernverpflanzung erfolgreich ist”, zitiert das CIIC den Schweineerleuchter Professor Liu Zhonghua von der Universität für Landwirtschaft in Harbin.

Erleuchtung ist nicht das Endziel der Übung, sondern ein gut gewählter, publikumswirksamer Versuch — wie man an diesem Blog-Eintrag erkennt. Vielmehr geht es Liu nach eigenen Aussagen darum, Schweine als Organlieferanten für Menschen zu züchten. Ob sich auch transgene parteikonforme Staatsbürger züchten lassen, sagt der Professor nicht. Bei den Chinesen würde mich gar nichts wundern, wenn es um die Unterdrückung der Menschenrechte geht.

Ein Leuchtgen könnte ich auch gebrauchen: Beim Joggen. Zunge raus und die Stolpersteine auf dem Feldweg werfen ihre Schatten voraus.


 

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