Beitrag zur 20. Weinrallye.

In den letzen Wochen gab es hier ja eine ganze Reihe von Fischrezepten und anlässlich der heutigen Weinrallye möchte ich die passenden oder unpassenden Weine dazu vorstellen.
Zu den Bandnudeln mit Lachs-Spinat-Sauce gab es einen 2003er Barbera d’Asti von Icardi. Hier haben wir eindeutig mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Sowohl die Sauce als auch der Wein waren wunderbar, aber zusammengepasst haben sie nicht. Ich würde Barbera nicht prinzipiell zu Fisch ausschließen, aber der Icardi ist zu wuchtig, zwar (inzwischen) arm an Gerbstoffen und immer noch mit einer vollen Säure ausgestattet, aber die wuchtigen Aromen nach Trockenfrüchten, Kirsch, Tomaten und Karamell haben nicht gepasst. Der Wein ist sehr reif, aber noch nicht am Ende. Hat mir gut gefallen, außer zum Fisch.

Zur Forelle Müllerin haben wir eine bessere Wahl getroffen, einen Beaujolais-Villages 2007 von Drouhin (wie spricht man nur diese Burgunder Eigennamen aus???). Frische beerig-würzige Aromen, ein leichter, aromatischer Wein, Kirsche, rote Johannisbeeren, frische Wacholderbeeren, Schokolade, die leichten Tannine konnten dem Fischfett und der Mayonnaise Paroli bieten, ohne zu stark zu dominieren. Mein Favorit zum Fisch.

Zur Pizza mit Meeresfrüchten schließlich hatten wir zwei Kandidaten, einen Bardolino Classico 2007 von Zeni, der ebenfalls sehr gut mit dem Fisch harmonierte. Durch die Tomatensauce ist Rotwein natürlich von vorne herein ein dankbarer Partner zur Pizza. Dennoch gefiel mir der Bardolino auch insgesamt als Fischbegleiter ähnlich wie der Beaujolaise. Ebenso fruchtig-beerig im Charakter, Himbeere, Kirsche, Marzipan, mit einem leicht bitteren Tabakton. Auch hier haben die feinen Gerbstoffe nicht gestört.
Schließlich hatten wir noch einen No-Name-Spätburgunder (Warren Vertrieb) 2007 vom Discounter. Vom Charakter eher einfach, aber dennoch so voll und auch leicht süßlich, dass er eher wieder zu dominant für Fisch wirkte, nicht so krass wie der Icardi, aber eben auch nicht so harmonisch wie die anderen beiden. Leider habe ich vom dritten Abend keine Bilder.
Jetzt bin ich schon sehr gespannt auf Eure Beiträge.
SchweinSbraten und nicht SchweinEbraten ist der korrekte, im Bayerischen vorgefundene Begriff, wie wir von Karl Valentin wissen. Denn der Braten kommt ja von einem einzigen Schwein. Während ebenso SemmelNknödeln richtig ist und nicht hochdeutsch Semmelknödel, weil eben Semmelteig aus vielen Semmeln und nicht nur aus einer besteht. Interessanter Weise meckert meine Rechtschreibprüfung bei keinem der Begriffe. Nun gut. Zum Schweinsbraten. Bei der Wahl des Fleischs gibt es eine grundlegende Entscheidung: mit oder ohne Kruste (Schwarte). Kruste ist bei vielen Bratenfreunden gefragter, aber das Fleisch ist trockener. Ohne Kruste – ein Stück vom Hals – ist saftiger und vom Fleisch her attraktiver. Eindeutig mein Favorit. Mit Kruste ist meistens von der Schulter, aber sehr gut und etwas feiner ist auch ein Stück Keule.
