Beiträge getaggt mit 'Bloggen'

Aprilscherze im Wein- und Genussweb

Natürlich haben sich viele Blogger und Journalisten einen Spaß gegönnt und Aprilscherze geschrieben. Im Wein- und Genussweb fand ich gestern folgende. Allerdings habe ich nicht systematisch gesucht, wenn jemand fehlt, bitte nicht böse sein und URL hier kommentieren.

Die erste Rebblüte in Baden (bei Schreiberswein, leider schon wieder gelöscht)
Stuart Pigott neuer Autor bei Weincasting
Allendorf züchtet Perlmutt-Riesling
Irland erhebt Anspruch auf Islay
Barolo erstmalig im Tetra-Pack
Gemüseterrine in gestörtem Dreiecksbehältnis
Weinflasche mit eingebautem Becher
Heymann-Löwenstein: Rückzug aus dem VDP
und natürlich Chinesen klonen Chateau Laffitte

Jenseits des Genussweb hat mir gefallen:
Sarkozys Debüt als Chansonnier
Announcing Project Virgle

Und auf den bin ich hereingefallen:
Sommerzeit steht vor dem Aus
Der GDL trau ich einfach alles zu…

Bloggertreffen im Rioja

Weinblogger aus aller Welt wollen sich Ende August im Rioja zur European Wine Bloggers Conference treffen. Initiiert wird das Treffen von der Wine-Bloggers-Gruppe auf Facebook. Sieht man sich die bisherigen Anmeldungen oder Interessenbekundungen an, so ist noch kein deutscher Blogger dabei, dafür Engländer, Italiener, Spanier und sogar Interessenten aus Übersee.

Spannende Sache, nur ich werde mich zu diesem Zeitpunkt in Südfrankreich aufhalten, meine Mädels haben Wildpferden im Sinn und eine nette Wildschweinfarm in den Bergen soll es auch geben… (das war jetzt noch kein Saubloggen!)

Via Winzerblog.

Blogger interviewt Journalisten

Das Thema Blogger vs. Journalisten treibt ja gerade um, da stoße ich zufällig auf ein Interview in Spreeblick mit dem bloggenden Journalisten Robert Kindermann. Natürlich geht es auch um Blogger vs. Journalisten und er sagt dazu: “Die Diskussion berührt mich eher negativ nervend. Warum gibt es sie überhaupt?”, und weiter: “Die Nutzer wollen bestimmte Infos, also suchen sie danach bei Google und ob sie die nun in einem Blog oder bei spiegel.de finden spielt für die meisten sicherlich keine große Rolle. Hauptsache die Infos sind gut aufbereitet und korrekt.”

In den Kommentaren geschieht dann genau dasselbe wie bei Planet Bordeaux, die Diskussion gleitet ins Polemische ab, woran leider auch der Interviewte nicht ganz unbeteiligt ist. In dem Thema steckt schon eine Menge Zündstoff drin.

Bordeaux-Krieg: Weinblogger vs. Weinjournalisten

Derzeit tobt auf den Seiten von Planet Bordeaux ein Streit um einen Artikel in der Welt, der scheinbar ein paar Recherchemängel aufweist. Schnell ist wieder das Kriegsbeil ausgegraben und Blogger fallen pauschal über Journalisten her, während diese nichts besseres zu tun haben, als ihre alte Arroganz auszuspielen. Das ist eigentlich schade, denn beide haben viel gemeinsam. Ein paar Überlegungen von mir als “echtem” Journalist und begeistertem Blogger:


- Schlechte Recherche ist eine Frage der Persönlichkeit und nicht der Medienform. Wie genau der einzelne Schreiber hinschaut, ist meist in seinem persönlichen Ethos begründet. Da auch die Redakteure nicht alles wissen, rutsch ein schlecht recherchierter Artikel oft durch die Endkontrolle, sofern es die in Zeiten der Sparsamkeit überhaupt noch gibt. Man merkt sich im Laufe der Zeit die Namen der Journalisten oder Blogger, denen man vertraut.

- Beide Medienformen sind nicht unabhängig, man sollte wie immer die Struktur des einzelnen Mediums kennen. Kaum ein Medium wagte es noch, einem großen Anzeigenkunden einen Skandal reinzuwürgen. Noch schlimmer: offene Schleichwerbung ist im Bereich der Fach- und Publikumszeitschriften Gang und Gäbe. Auch bei Blogs gibt es viel mehr Schleichwerbung, als allgemein vermutet, so dass es schon einen Fachbegriff dafür gibt: Virales Marketing. Ein Blogger sollte bei Produktbeschreibungen immer eine kritische, satirische oder ironische Note mit hineinbringen, um diesem Verdacht zuvorzukommen. Selbst wenn der Wein noch so gut geschmeckt hat.

- Beide Gruppen sind auf einander angewiesen. Alle Journalisten, die ich kenne, verwenden Blogs inzwischen als Quelle der Recherche. Umgekehrt verwenden sie immer öfters selbst dieses Medium, um sich jenseits der Interessen ihrer Verleger austoben zu können. Unbedarftere Kollegen fühlen sich vielleicht in ihrer Existenz bedroht, wenn plötzlich alle schreiben können. Das sehe ich aber als unbegründet, denn eine gewisse persönliche Qualität schafft immer einen Vorsprung egal in welchem Medium. Man sollte dann eher Wert auf eine gute Recherche legen.

- Die Trennung zwischen professionellen und Bürgerschreibern wird immer weiter verwischen. Z.B. plant ein großer Verlag unter dem Namen Zoomer (nicht Zoomr) eine kommerzielle Newsseite, auf der sich Beiträge “echter” und Laienjournalisten mischen.

- Die Unterschiede werden instrumentalisiert. Wer sich selbst zu sehr vom “Blogger” oder “Journalisten” scheiden will, zeigt damit, dass er entweder zu viel Respekt vor dem anderen hat, etwa weil er in dem anderen einen Mangel seiner eigenen Fähigkeiten erkennt, oder weil er ein Interesse damit verfolgt (lest mich!) Beides finde ich falsch. Von einem Winzer erwarte ich nicht, dass er schreibt wie ein junger Gott, und von einem professionellen Schreiber nicht, dass er den latinischen Namen jeder Reblaus kennt. Aber der Winzer sollte lesbar sein und der Schreiber so gut recherchieren, dass er keine groben Patzer macht. Den Journalist könnte beim Winzer seines Vertrauens nachfragen, welche Mistreblaus das nun schon wieder ist, und dieser könnte sich bei der Gelegenheit gleich erkundigen, wie man ein Interview strafft und zuspitzt.

- In eigener Sache: Hausmannskost bleibt reichhaltig, trinkfest, stilsicher und insbesondere nach wie vor nichtkommerziell.


 

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