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Der erste 09er

Heute haben wir den ersten Wein des neuen Jahrgangs getrunken, ganz klar ein Primeur. Als solcher noch nicht wirklich aussagekräftig, aber durchaus ein Genuss. Der Frührote Veltliner vom Weingut Leth vom  Wagram aus Österreich erinnert mich an einen Vino Verde aus Portugal, auch ein sehr junger Wein, nur hat der Veltliner mit zwölf Prozent etwas mehr Alkohol. Vom Charakter ist er eher ein leichtfüßiger Sommerwein, eine Tatsache, die mir bei den meisten Primeurs immer schwer fällt, sie treten in der dunkelsten Jahreszeit in Erscheinung, wenn eigentlich schwerste Rotweine gerade recht sind. Nichts desto trotz ein schöner, harmonischer Wein, spritzig, säurebetont, deutliche Brause- und Zitronenaromen, ein leichtes Prickeln, leicht und kurz. Aber sehr ausgeglichen und, wenn er ein Vorbote des 09er Jahrgangs ist, wirkt er nicht übel.

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Leth Frühroter Veltliner 2009 (Primeurwein)
Wagram/Österreich

Weiß; Roter Veltliner
12 % Alkohol

Rezept: Kürbis-Hagebutten-Sanddorn-Halloween-Sauce

Warum haben alle etwas gegen Halloween? Mir gefällt das Fest, die Lichter, Kürbisse, Süßigkeiten, ein leichtes Schaudern und ein wenig Glühen im tristen Herbst. Es kommt ursprünglich wohl aus Irland, hat keltischen Ursprung und reiht sich in eine Kette anderer Lichterfeste in dieser Jahreszeit: Allerheiligen, Sankt Martin oder Santa Lucia. Ich kann mir gut vorstellen, dass all diese Feste einen gemeinsamen, heidnischen Ursprung haben, ein paar Wochen Zeitversatz heißen im Laufe der Jahrhunderte auch nichts. Siehe das griechische und lateinische Osterfest.

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Das Fest ist jedenfalls alljährlich Gelegenheit für eine Kürbissauce, heute gemischt mit Hagebutten und Sandornbeeren, alles irgendwie orange und herbstlich. Feuerdorn hätte farblich gepasst, ist aber  ungenießbar. Gerade Hagebutten geben der Sauce einen frischen, säuerlichen Biss.

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Ich hatte noch eine Restkürbissuppe, die dick gekocht eine gute Spaghettisauce gibt, etwas mit Ingwer und Zitronenschale aufgefrischt und mit Creme Fraiche verfeinert. Die entkernten Hagebutten habe ich in einem extra Topf heiß weich gekocht und am Schluss zur Sauce gegeben. Der Sanddorn wird im Mörser gepresst, die platzenden Beeren spritzen ziemlich, und der Saft ganz am Schluss durch ein Sieb zugefügt. Mit Parmesan servieren.

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Sehr schön gepasst hat  ein Silvaner vom Würzburger Stein, Juliusspital, Spätlese 2004. Gut im Alter, deutliche Altersnoten, aber noch mit etwas Frische. Sogar Hagebutte und Sanddorn fand ich im Aroma, wenn man so will. Ein vollmundiger, schöner Silvaner mit geschmeidiger Säure, leicht bitter, saftig, aber nicht pappig. Nicht hochgradig elegant, aber durchaus Kern einer erfreulichen Abendgestaltung.

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Rezept: Moros y Christianos

Schwarze und Christen. So einfach ist das kubanische Weltbild der Kolonialzeit, und als Sättigungsbeilage hat es sich bis heute erhalten. Schwarze Bohnen und weißer Reis. Wir haben es auf Kuba vor vielen Jahren ein paar Mal gegessen, und eigentlich war es wirklich nicht viel mehr, als eben gekochte Bohnen mit gekochtem Reis. Für ein karibisches Essen fand ich ein raffinierteres Rezept, das mir besser gefällt.

250g Reis
175g Schwarze Bohnen
250g geschälte und klein gehackte Tomaten
Eine grüne Paprika
Zwiebel, Knofi, Chili

Bohnen weich kochen, aber mit Biss. Zwiebel, Paprika und Knofi kurz andünsten, mit den Tomaten ablöschen und etwas reduzieren. Nun die Bohnen, den Reis und 450ml Wasser dazu, und den Reis auf kleiner Flamme quellen lassen. Abschmecken. Der Kenner wird auf dem Bild unten erkennen, dass es sich um schwarze Linsen und nicht Bohnen handelt. Das hat dem Genuss aber keinen Abbruch getan.

Das Hauptgericht bestand irgendwie aus Fisch und gekochtem Obst, nicht mein Fall, aber einen sehr schönen Wein haben wir dazu getrunken: Den 2008er Equinoxe von Arjolle. Das ist ein Wein des Südens, Viognier, Sauvignon Blanc, Muscat, im Barrique ausgebaut. Eine gute Mischung, der voluminöse Viognier mit den frischen Sauvignon und dem würzigen Muscat. Die Tropenfrüchte haben mir hier besser geschmeckt, als im Essen. Sehr deutlich ist die Würze, der Holzton allerdings recht vordringlich, noch ein, zwei Jahre im Keller schaden ihm nicht.

Weinrallye 27: Garagenwein

Die 27. Weinrallye findet wieder einmal im Winzerblog statt, und Thomas sucht Weine von der Tankstelle.

In der Tat gab es eine Zeit in meinem Leben, in der ich Wein an der Tankstelle gekauft habe, vorzugsweise nach Ladenschluss, der damals noch bei halb Sieben lag. Meine Favoriten waren Vin de Pays de l’Aude oder d’Herault oder vergleichbare französische Landweine im 1,5-Liter-Format, preislich bei 3-4 Mark. Ehrliche Weine aber nicht falsch. Heute musste ich feststellen, dass es diese Weine an der Tanke gar nicht mehr gibt. Das Preisniveau hat sich verdoppelt (in Euro), und es finden sich Massen an Alcopops, die die Jugendlichen von heute ansprechen.

Die Gelegenheit ließ mich dann einen Wein wählen, den ich mir normalerweise nicht gekauft hätte, einen namenlosen Zweigelt aus Österreich, um ihn tief unten in der Garage zu verkosten:

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Während der Probe, war ich mir echt nicht sicher, ob ich mir nicht aus Versehen von der Bremsflüssigkeit daneben eingeschenkt habe:

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Zugegeben, ich weiß nicht, wie Bremsflüssigkeit wirklich schmeckt, aber so ähnlich stelle ich sie mir vor. Zu sauer (eine beißende Säure), zu malzig-süßlich und zu feurig, die 12,5 Prozent Alkohol schlagen voll durch. Weder für Magen noch für die Bremshydraulik geeignet.

Tankstopp Weinrallye

Morgen ist wieder Weinrallye (Nr. 27)! Wer noch keinen Wein hat sollte heute schleunigst die nächste Tanke ansteuern. Jens Priewe wollte offensichtlich auch mit machen, hat den Termin aber verfehlt.

Rezept: Tropenhuhn mit Curry und Trauben

Bei einer Indienreise lebten wir eine Zeitlang in einer indischen Familie in Goa. Immer wenn Rosi, die Hausmutter, für uns kochte, schnitt sie erst einmal einen großen Berg Knoblauch und Ingwer klein, zwei Grundsubstanzen der indischen Küche. Oft liest man in indischen Rezepten etwas von Ingwer-Knoblauch-Paste, aber in Erinnerung an Rosi hacke ich beides selbst. Dafür erleichtere ich mir das Leben mit diversen Curry-Pasten aus dem Asienmarkt.
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1 Huhn
Curry-Paste
Ghee (ersatzweise Butterschmalz oder Öl)
Knofi
Ingwer
Zwiebeln
Sherry
Ca. 150 ml Kokosmilch (hängt von der Größe des Vogels ab)
Dieselbe Menge Joghurt
Chili
Eine Handvoll halbierter Trauben.

Die Zubereitung des Fleischs kann auf vielerlei Arten erfolgen. Als Hühnerteile in der Pfanne gebraten, auf dem Grill geröstet oder komplett als Brathuhn im Ofen gegart. Die Sauce besteht aus Joghurt und Kokosmilch, die Trauben geben einen herbstlichen Akzent. In diesem Fall wählte ich die Methode Brathuhn, das ich zuvor mit beschriebener Paste marinierte. In der gefetteten Raine mit Zwiebeln, Knofi und Ingwer bei 220 bis 200 Grad schön knusprig braten. Aus dem Ofen nehmen, Huhn tranchieren, beiseite stellen und auf dem Herd die Sauce fertig kochen: Joghurt, Kokosmilch, etwas Sherry, Chili und Creme Fraiche. Eventuell nochmal Currypaste. Die Trauben erst zum Schluss zufügen und nicht mitkochen.

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Als Wein entschieden wir uns für einen Chardonnay aus dem Friaul mit einer leichten, würzigen Fassnote, Vigna del Lauro 2007. Die feine Frucht (Pfirsich und Ananas) und die zurückhaltende Würze haben sehr gut zum Tropenhuhn gepasst. Der Wein ist aber auch voll genug, um sich geschmacklich zu behaupten.

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Zum Nachtisch habe ich mich einmal wieder hinreißen lassen, im Asienmarkt einen dieser chinesischen Snacks mit zunehmen, obwohl ich weiß, dass sie immer mit dieser süßen, Bohnenpaste gefüllt sind. Sehen toll aus, sind aber sehr, sehr gewöhnungsbedürftig.

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49. Kochblog-Event: Chelo Kebab

Ferienküche ist das Thema des aktuellen Kochblog-Events. Eine Reise hat mich von Indien kommend durch den Iran geführt, zu einer Zeit wo die gesamte Region relativ friedlich war. Ich habe beste Erinnerungen an das Land. Landschaft und Kultur sind wunderschön, und wir haben viele sehr kultivierte und freundliche Leute getroffen. Ein Essen hat uns durch den gesamten Iran begleitet, Chelo Kebab, gegrillte Fleischspieße mit Reis.

Der Zufall hat es gewollt, das mein damaliger Reisebegleiter inzwischen mit einer Iranerin liiert ist, und mir das Rezept somit aus erster Hand vorliegt:

Auf ein Pfund Rinder- oder Lammhack, kommt ein halbes Pfund klein gehackte Zwiebel, das ist ganz schön viel, Salz und zwei Esslöffel Kurkuma. Ich habe ergänzt: Pfeffer, Knofi und einen Esslöffel Kreuzkümmel.

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Serviert werden die Spieße mit Reis, einer gegrillten Tomate (nicht mein Fall) und Somagh (das rote Pulver auf dem Bild oben in der Mitte). Somagh oder Sumak sind die getrockneten Beeren des Essigbaums, allerdings nicht die in Deutschland heimische Sorte. Es schmeckt leicht säuerlich und ist in türkischen oder arabischen Märkten erhältlich. Den Spieß an sich kann man sich sparen, hab ich festgestellt, und besser einfach Fleischbällchen grillen.

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Wein haben wir im Iran auch einmal bekommen, den ein dort arbeitender deutscher Ingenieur im Keller selbst gekeltert hat. So hat er auch geschmeckt. Zum gestrigen Chelo Kebab entschieden wir uns sehr passend für einen Spanier, ein Crianza aus dem Valdepenas, Diego de Almagro, von 2004. Hat mir sehr gut geschmeckt, deutlicher Barrique-Ausbau, aber nicht kitschig, sondern mit guter Strenge und Säure. Immer noch jugendlich, aber schon sehr schön zu trinken. Reiner Tempranillo. Harmonisch um mit 13 Prozent Alkohol gut ausgewogen.

Sauvignon Blanc aus dem Touraine

Wenn man mich fragen würde, welche Flasche Wein ich auf eine einsame Insel mitnehmen müsste, kämen Pouilly Fumé oder Sancerre in die engere Wahl, vorausgesetzt es gäbe einen Kühlschrank dort natürlich. Beide Weine sind reinrassiger Sauvignon Blanc von der Loire, so wie dieser Touraine, den ich letztens getrunken habe, der zwar nicht an die anderen heran reicht, aber trotzdem sehr gut ist und nur die Hälfte kostet.  Strohgelb funkelnd im Glas, ein dezentes, rassiges Aroma nach Zitrusfrüchten, Zitronenmelisse, etwas Kumquat, sehr fein. Der Auftakt ist spritzig, ein wahrhaft knochentrockener Wein mit nerviger, aber feiner Säure, nicht so voll wie ein Sancerre, aber ein sehr passabler Trinkwein.

Domain du Clos du Bourg 2008
Touraine AC
Frankreich/Loire

Weiß;  Sauvignon Blanc
13 % Alkohol; Ausbau im Stahltank

Web-Ontologie für Wein

Jetzt wird es technisch:  Es gibt Versuche, dem Web mehr Bedeutung zu geben, das heißt eine Meta-Ebene anzulegen, die Inhalte in Bedeutungszusammenhänge einordnet, maschinenlesbar versteht sich. Zweck der Übung ist, dass eine Suchmaschine unterscheiden kann, ob es im Text um das Tier Jaguar oder das Auto geht.

Für dieses so genannte Semantic Web oder Web 3.0 gibt es zwei Standards beim W3C:  RDF und OWL. RDF ist für die eigentliche Semantik zuständig, eine XML-Anwendung, mit der man zum Beispiel Aussagen treffen kann wie: In dieser Webseite geht es um Raubtiere. Die zugehörigen Ontologien liefert OWL, also die Logik, mit der die Begriffe zusammenhängen (Raubtiere sind keine Autos) . Eine solche, maschinenverwertbare Ontologie gibt es für Wein, wie ich eben entdeckt habe. In XML sieht das so aus. Jetzt muss nur noch einer her gehen und alle Weinseiten im Web mit RDF zu klassifizieren.

Damenwahlweinrallye


Für die 23. Weinrallye sucht Iris Winzerinnenweine. Am liebsten hätte ich den Wein einer Winzerin vorgestellt, die ich selbst kennen gelernt habe. Durchweg sympathische Damen, beginnend bei der Ausrichterin der Weinrallye selbst, über Signora Gemini von der Fattoria Zerbina, zu Matilde Poggi von Le Fraghe bei Verona. Leider stellen alle keine Weine her, die man mal eben um die Ecke kaufen kann.

Meine Recherche fiel dann auf das Weingut Plozner im Friaul, das von Mutter und Tochter geführt wird. Die Auswahl reicht über verschiedene Weiße, und ich entschied mich für den Pinot Grigio 2007, vielleicht auch das ein Fehler. Der war nämlich fad und rustikal. Eher fett, und das einzige, das ihn gerettet hat, war der leichte Bitterton.  Das Aroma ungewöhnlich dezent, Orange, Birne, Melisse, Wiesenblumen, mild im Geschmack, birnig-saftig-brausig, etwas bitter, leicht prickelnd und insgesamt behäbig und nichtssagend. Das ist schade, denn die Weine der oben erwähnten Damen haben mich durch die Bank begeistert.

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Plozner Pinot Grigio  2007
Friuli Grave DOC
Italien/Friaul

Weiß; Pinot Grigio
12,5 % Alkohol

Weinrallye 22: Bayernwein

Winzerblogger Thomas sucht für die 22. Weinrallye regionale Spezialitäten in flüssiger Form. Damit meint er keinen Text, wie hoffentlich den folgenden, sondern Trinkbares, Regionales, unter Umständen Weinloses.

Hier in München, könnte ich natürlich erstmal über das Bier schreiben, wenn möglich über Augustiner, das meine Studentenzeit begleitete, speziell der etwas schneller in den Kopf steigende Edelstoff, gebraut von einer Münchner Brauerei, die komplett auf Marketing und internationalen Hofbräu-Ruhm verzichtet und sich mit dem nicht ganz kleinen Absatz begnügt, den die Münchner Trinker liefern. Sicher kein Investitionsmodell für Renditehaie, aber seit vielen Jahrhunderten nachhaltig stabil.

Natürlich könnte ich auch über Milch schreiben, insbesondere der Marke Weihenstephan, die jahrzehntelang für lokale, transparente  Qualität stand, bis sie vom umstrittenen Allgäuer Lebensmittelkonzern Müllermilch gekauft wurde, oder über Andechser Bio-Milch, deren Marke von einem fleißigen, TV-freudigen  Mönchlein deutschlandweit verbreitet wurden, sodass dieser gleich seine Kutte aufgab und Unternehmensberater wurde.

Den Gedanken, ob der Münchner süße Senf flüssig genug ist, um hier beschrieben zu werden, erspare ich uns, jedenfalls begleitet er die Münchner Weißwurst, die laut einem aktuellen Gerichtsurteil nach wie vor auch in Augsburg hergestellt werden darf, Gott sei Dank, denn im Münchner Umland ist sie oft weitaus schmackhafter, als in den traditionsreichen Münchner Innenstadtlokalen selbst. Zum Leberkäse essen übrigens nur die Japaner süßen Senf.

Über Münchner Wein schreiben könnte ich ebenfalls, da es einen kleinen Winzer am Ammersee gibt, der seine Trauben in Franken oder der Pfalz keltern lässt, aber noch keinen AC-Status erlangen konnte und wohl auch nicht beantragt hat. Bayerischer Wein kommt üblicherweise aus Franken und wird im mehreren Lokalen der Münchner Innenstadt ausgeschenkt, dem Ratskeller oder dem Vinorant. Um also aus der Weinallye eine Weinrallye zu machen, würde ich über einen Frankenwein schreiben, zum Beispiel einen Würzburger Stein 2006 vom Bürgerspital, eine trockene, volle, farb- und geruchsintensive Spätlese Silvaner, der fränkischsten aller fränkischen Rebsorten, mit wunderbaren mineralischen Zügen, mit jungen Zitrusfrüchten und Melisse, ein bisschen herb, oder mit schon reifen, südlichen Düften nach Mango und Melone, mit einer kräftigen und trockenen Säure und einem langen Nachhall am Gaumen.

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Vielleicht schreibe ich einfach nur über das Münchner Wasser, das durch mächtige Röhren geleitet direkt aus den Alpen kommt, vorzugsweise aus der Mangfall, und den Flüssen des Voralpenlands zu ihrem natürlichen Ökosystem fehlt. Dafür schmeckt es kristallklar herausragend, ist immer kühl und mineralisch.

Die Fischrevolution (Zusammenfassung der 20. Weinrallye)

Erst einmal vielen Dank für Eure schönen Beiträge, es wurde eigentlich die gesamte Bandbreite der möglichen Weine abgedeckt, so dass insgesamt eine schöne Rundumsicht auf das Thema entstanden ist.

Rot
„Viva la Fisch- und Wein- Revolución!“, schallt es aus dem Blog von Swetlana, in der Tat hisst sie die rote Fahne und macht einen sehr gewagten Vorstoß: Zwei Mal Cabernet Sauvignon zu Sushi. Wie soll das zusammen passen? Sehr gut, lässt sie uns wissen. Einen ungewöhnlichen Versuch mit ebenso großem Erfolg meldet Robert von lamiacucina, der einen Wolfsbarsch in Kalbsfond schwimmen lässt und eine Flasche gereiften Medoc, St. Estèphe von 98, dazu aufmacht. Das hätte ich wohl nicht gewagt. So ein Wein findet sich bei ihm übrigens in der Garage…
Schließlich erzählt pivu eine sehr schöne Geschichte, wie er in den USA im Restaurant sitzt, fünf Flaschen Zinfandel für sich und seine Begleiter bestellt hat, um dann festzustellen, dass es nur Fisch zu essen gibt. Fish n’ Zin.
Weniger Glück mit gehaltvollen Roten hatte Harald Steffens vom Weingut Steffens-Keß. Er servierte einen Bordeaux Superieur und einen Nero d’Avola zu Miesmuscheln, und beide Weine schienen ihm zu wuchtig. Da erging es ihm so wie uns mit unserem Barbera d’Asti, der den Lachs auf Bandnudeln zu stark dominierte.
Viele Blogger entschieden sich aber für Rotweine, an die ich auch im ersten Moment gedacht hätte, aus Deutschland oder Österreich. Weinnase brät einen Kabeljau mit Kartoffelkruste und öffnet eine Spätburgunder Spätlese aus Baden dazu. Nathalie erinnert sich an die sylvesterlichen Jakobsmuscheln mit einem Blaufränkisch aus dem Burgenland. Ben Eck vom Bio-Weindepot schließlich kombiniert ein Thunfischsteak mit einem Portugieser aus der Pfalz. Alles gelungene Versuche.
Als leichte, rote Kandidaten gab es bei uns noch einen Beaujolais-Villages und einen Bardolino Classico, die beide ebenfalls sehr fischkompatibel sind.

Rosé
Dem rosa Wein hat sich nur Robert Vinissimus angenommen, einem Trollinger aus Würtemberg. Rosa sind auch die Lachs- und Thunfisch-Tramezzini, die er dazu gruppiert, ein bisschen Tiroler Speck nicht zu vergessen. Eine feine Brotzeit, die mich eher an Sonnenterrasse erinnert als an den Schnee, der hier gerade unablässig vom Himmel fällt.

Nichttrocken und Weiß
Für die nichttrockenen Fischbegleiter haben sich Matthias von Viva-Vino und Weinfachberater Ultes entschieden. Matthias hat gekocht, ein Thai-Curry, und dazu gab es eine Gewürztraminer Spätlese aus Rheinhessen. Ultes ist Essen gegangen und hat sich zur Forelle einen halbtrockenen Riesling von der Nahe bestellt. Beide waren durchaus zufrieden mit ihrer Wahl.
Einen süßen Weißwein hat sich auch Thomas vom Winzerblog aufgemacht. Allerdings hat er sich so vor radikalen Fischgegnern gefürchtet, dass er die Fischklößchen lieber wegließ. Ihm Zugute muss man halten, dass er sich der nicht uninteressanten Aufgabe stellte, einen passenden Wein zu Grünkohl zu finden.
Iris von Lisson hat um Aufschub gebeten und will nachliefern. Ich werde das Thema unten nachtragen. Lars von Schreiberswein passt wegen Erkältung komplett und BernhardFiedler hat sich frei genommen.

Ich hoffe, ich hab niemanden vergessen, sonst bitte melden!

Sangiovese gegen den Winter

Es schneit ohne Pause, Zeit für einen winterlichen Wein. Der Kleine von Lisini, San Biagio 2006, in ein reinsortiger Sangiovese aus der Toskana (Rosso Toscana IGT). Mit seinen 14 Prozent wärmt er das Herz des Trinkers aufs Trefflichste, ohne dass der Alkohol im Aroma oder Geschmack zu intensiv hervortreten würde. Der Wein ist noch jung, wuchtiges, aber feines Holz und Tannine dominieren die feine Komposition. Waldbeeren, Holunder, Wacholder, Nelken, Rauch und das Holz zeigen sich im Geruch. Im Geschmack ist der Wein sehr kräftig, voll, leicht bitter, trocken, tanninig-beerig im langen Abgang. Ein stolzer Toskaner.

2006 war ein sehr gutes Jahr in Norditalien. Lisini gehört zu den bewusst traditionell arbeitenden Gütern in Montalcino. Zu Fisch hätte er nicht gepasst. Die Zusammenfassung folgt.

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Lisini San Biagio 2006
Rosso Toscano IGT
Italien/Toskana

Rot; Sangiovese
14 % Alkohol; Ausbau im Holzfass

Weinrallye 20 und 21

Die 20. Weinrallye hier bei Hausmannskost ist am Donnerstag mit einer Reihe sehr schöner Beitrage zu Ende gegangen, eine Zusammenfassung folgt, so hoffe ich, morgen. Die nächste Runde geht ins badische Wolfenweiler, Schreibersweiner Lars gibt sich die Ehre, zur  21. Weinrallye einzuladen. Ich bin schon auf das Thema gespannt und tippe auf etwas Lokales :-) Viel Spaß wünsche ich jedenfalls!

Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:

#20 Wein zum Fisch, aber nicht trocken und weiß (Hausmannskost 2.0) (Mein Beitrag)
#19 Gespriteter Wein (vinissimus) (Mein Beitrag)

2008
# 18 Deutscher Winzersekt (Nikos Weinwelten) (kein Beitrag von mir)
# 17 Vinologische Osterweiterung (Myexperience4you) (Mein Beitrag)
#16 Weingenuss im Restaurant (Notizen für Genießer) (Mein Beitrag)
#15 Urlaubsweine (Go to Rio) (Mein Beitrag)
#14 Wein zum Grillen (SanoVia) (kein Beitrag von mir)
#13 Bordeaux Blends outside Bordeaux (Planet Bordeaux) (Mein Beitrag)
#12 In Gottes Namen (Winzerblog) (Mein Beitrag)
#11 Alles Rosé (Nikos Weinwelten) (Mein Beitrag)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt) (Mein Beitrag)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß) (Mein Beitrag)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson) (Mein Beitrag)
#07 Alles außer Glas (Kaulwein) (Mein Beitrag)

2007
#06 Schaumwein (Schreiberswein) (Mein Beitrag)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost 1.0) (Mein Beitrag)
#04 Vulkanweine (Drink Tank) (Mein Beitrag)
#03 Bio-Riesling (Viva vino) (Mein Beitrag)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen) (Mein Beitrag)
#01 Inselweine (Winzerblog) (Mein Beitrag)

20. Weinrallye: Die Weine zu den Fischen

Beitrag zur 20. Weinrallye.

In den letzen Wochen gab es hier ja eine ganze Reihe von Fischrezepten und anlässlich der heutigen Weinrallye möchte ich die passenden oder unpassenden Weine dazu vorstellen.

Zu den Bandnudeln mit Lachs-Spinat-Sauce gab es einen 2003er Barbera d’Asti von Icardi. Hier haben wir eindeutig mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Sowohl die Sauce als auch der Wein waren wunderbar, aber zusammengepasst haben sie nicht. Ich würde Barbera nicht prinzipiell zu Fisch ausschließen, aber der Icardi ist zu wuchtig, zwar (inzwischen) arm an Gerbstoffen und immer noch mit einer vollen Säure ausgestattet, aber die wuchtigen Aromen nach Trockenfrüchten, Kirsch, Tomaten und  Karamell haben nicht gepasst. Der Wein ist sehr reif, aber noch nicht am Ende. Hat mir gut gefallen, außer zum Fisch.

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Zur Forelle Müllerin haben wir eine bessere Wahl getroffen, einen Beaujolais-Villages 2007 von Drouhin (wie spricht man nur diese Burgunder Eigennamen aus???). Frische beerig-würzige Aromen, ein leichter, aromatischer Wein, Kirsche, rote Johannisbeeren, frische Wacholderbeeren, Schokolade, die leichten Tannine konnten dem Fischfett und der Mayonnaise Paroli bieten, ohne zu stark zu dominieren. Mein Favorit zum Fisch.

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Zur Pizza mit Meeresfrüchten schließlich hatten wir zwei Kandidaten, einen Bardolino Classico 2007 von Zeni, der ebenfalls sehr gut mit dem Fisch harmonierte. Durch die Tomatensauce ist Rotwein natürlich von vorne herein ein dankbarer Partner zur Pizza. Dennoch gefiel mir der Bardolino auch insgesamt als Fischbegleiter ähnlich wie der Beaujolaise. Ebenso fruchtig-beerig im Charakter, Himbeere, Kirsche, Marzipan, mit einem leicht bitteren Tabakton. Auch hier haben die feinen Gerbstoffe nicht gestört.

Schließlich hatten wir noch einen No-Name-Spätburgunder (Warren Vertrieb) 2007 vom Discounter. Vom Charakter eher einfach, aber dennoch so voll und auch leicht süßlich, dass er eher wieder zu dominant für Fisch wirkte, nicht so krass wie der Icardi, aber eben auch nicht so harmonisch wie die anderen beiden. Leider habe ich vom dritten Abend keine Bilder.

Jetzt bin ich schon sehr gespannt auf Eure Beiträge.

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