Beiträge getaggt mit 'Weinrallye'

Weinrallye 11: Fast wie Rot und Weiß

Beitrag zur 11. Weinrallye zum Thema Rosé bei Nikos Weinwelten:

Tja, fast hätte ich über dem schönen Wetter heute vergessen, meinen Text abzuliefern. Wie ich an den fundamental schlechten Besucherzahlen meines Blogs erkenne, haben es viele andere auch nicht an den PC geschafft. Aber da Tom und ich zwei wirklich gute Weine getrunken haben, lohnt sich die kleine Pause im auch ganz angenehm kühlen Arbeitszimmer :-)

Wir hatten nämliche zwei Rosé-Pole, der eine hatte den Charakter eines Weißweins, mit ein paar roten Tönen, und der andere war schon ein Roter, aber eben nur ein bisschen leichter und frischer. Beide kamen nicht aus D, Ö, Südtirol, sondern der Helle vom anderen Ufer des Gardasees, bzw. der Dunkle gleich aus Spanien. Das rundet den Blickwinkel der Rallye vielleicht etwas ab.

Zu den Weinen. Der Chiaretto Rosa Mara von Costaripa stammt aus der Bardolino-Gegend, ist aber ein Garda Classico DOC von 2007. In der Cuveé mischen sich unverdrossen Gropello, Marzemino, Barbera und Sangiovese. Die Farbe ist helles Lachrot, der Duft eher dezent nach reife Erdbeeren, Himbeeren und eine leichte Würze. Die Frucht ist sehr fein und nicht marmeladig. Im Geschmack dominiert eine frische Säure, dazu kommt eine leichte Süße und ein feines Prickeln. Insgesamt rund und lang. Ich konnte weder Barbara noch Sangiovese deutlich erkennen, ganz klar schien mir hingegen die norditalienische Herkunft.

Der andere ist ein Somontano Rosado DO von Enate aus dem Jahr 2006, ein Rosé aus Cabernet Sauvignon. Der ist gleich viel dunkler, helles Rubinrot, und zeigt ein schönes Leuchten. Der Duft ist intensiv nach Erdbeere, Himbeere, aber auch dunklere Beeren, rote Johannisbeere. Dazu kommt eine deutliche Würze nach grünen Kräutern, Liebstöckel, Leder, leicht mineralisch und leicht marmeladig. Der Auftakt ist ebenfalls frisch, ebenfalls ein leichtes Prickeln, aber eine feine Tanninstruktur liegt drunter. Insgesamt rund und lang. Die Sorte kommt gut hervor.

Zufällig sind sich beide Weine in vielen Charakterzügen ähnlich: Die Frische, die Fruchtnoten, die Kohlensäure, aber der eine tendiert eben eher zu Weiß, der andere zu Rot. Der Chiaretto hatte die etwas feinere Frucht, während mir beim Rosado die sanfte Tanninbasis gefiel. Besser hätten wir die Auswahl nicht treffen können.

Weinrallye 10 und 11

Christoph Raffelt hat das Thema der 10. Weinrallye, die Rebsorte Chenin Blanc, sehr schön und strukturiert zusammengefasst. Der Leser bekommt einen guten Überblick über den Wein zwischen Kult und Massenproduktion. Weiter geht es mit Rallye 11. Nike Rechenberg veranstaltet sie und rückt den Rosé ins Zentrum der vinologischen Bloggerei. Um es genau zu nehmen, Rosé aus Deutschland, Österreich und Südtirol. Von Lachs- bis Himbeerrosa…

Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:
#01 Inselweine (Winzerblog)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen)
#03 Bio-Riesling (Viva vino)
#04 Vulkanweine (Drink Tank)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost)
#06 Schaumwein (Schreiberswein)
#07 Alles außer Glas (Kaulwein)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt)

Weinrallye 10: Chenin vom Kap der guten Hoffnung

Chenin Blanc heißt das Thema der 10. Weinrallye.

Die Sorte Chenin Blanc hat ihren Ursprung an der Loire, soweit man es nachweisen kann, und bringt dort anerkannt hohe Qualitäten hervor. Berühmt sind trockener Jasnières, der bis zu zwanzig Jahre alt werden kann, oder die biodynamischen Weine von Joly. Chenin ist auch beliebt als Schaumwein, oft Bestandteil des Crément de Loire, und als Edelsüßer — wer es mag. (Einen bemerkenswerten, prickelnden Samur von Bouvet-Ladubay hatte ich früher einmal vorgestellt). Jenseits der Loire versuchen sich viele Winzer der neuen Welt an dieser Traubensorte und ganz nach dem Motto, der Sinn der Rallye ist es, Flaschen zu kaufen, die ich sonst niemals angerührt hätte, fiel meine Wahl auf ein Exemplar aus Südafrika.

Der Mont Destin von 2005 aus Stellenbosch leuchtet goldgelb und dick im Glas wie Wein gewordener Krügerrand. Dick, voll und saftig ist er auch im Geschmack, woran der üppige Alkoholgehalt von 14 Prozent nicht ganz unbeteiligt ist. . . Hinzu kommt eine deutliche Süße, milde Säure, reife Früchte und eine leichte, feine Fassnote (sechs Monate Barrique). Das Aroma ist eher dezent, auch von Fass geprägt, Vanille, Anis, dann Melone, Pfirsich, Rosinen, Erdbeere, reife Töne, leicht mineralisch und eine Spur Eukalyptus. Obwohl er schon vier Jahre alt ist (Südhalbkugel) wirkt er noch jugendlich, wobei der Alkohol ihn vermutlich weitgehend konserviert.

Mir ist der Wein zu schwer, zu stark und erinnert mich an ein Nashorn, das durch die Steppe rennt. Alkohol wie auch Fass sind zwar gut eingebunden, aber schon ein zweites Glas macht mir zu schaffen. Insgesamt ist er eher rustikal und entspricht meinem Bild der neuen Weinwelt: Klare Frucht, Holz, eher süß, eher stark. Er könnte eine kräftige Lachssuppe oder Lachssauce zu Nudeln begleiten. Mit viel Sahne.

Weinrallye 9 und 10

Das Thema Alltagswein in der 9. Weinrallye hat geradezu zu einer Weinschwemme geführt, denn viele der 22 Beiträge listen gleich drei, fünf oder mehr Weine auf. Harald Steffens hat das Thema sehr schön zusammengefasst. Erschreckt hat mich dann doch, dass die Franzosen immer häufiger Wasser statt Wein trinken. Auf der anderen Seite des Rheins, dachte ich, läge die Priorität des Lebensentwurfes noch im Genuss. Aber auch dort wird der Wein zunehmend mit Wasser verwässert. Sei die Weinrallye ein wirksames Mittel, um dem entgegenzuwirken.

Fortsetzung folgt: Originalverkort lässt Korken und Schraubverschlüsse knallen: Chenin heißt das neue Thema. Da hätte ich diese außergewöhnliche Flasche doch noch aufheben sollen, sie hätte gut gepasst. Nun gut, eine neue wird sich finden. Ein schönes Thema, das den Weinblogger mal wieder etwas aus der Reserve lockt…

Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:
#1 Inselweine (Winzerblog)
#2 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen)
#3 Bio-Riesling (Viva vino)
#4 Vulkanweine (Drink Tank)
#5 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost)
#6 Schaumwein (Schreiberswein)
#7 Alles außer Glas (Kaulwein)
#8 Etikettentrinker (Weingut Lisson)
#9 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß)

Weinrallye 9: Alltagsprosecco

Alltagswein lautet das Thema der 9. Weinrallye, Gastgeber ist das Weingut Steffens-Keß Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich ein Problem mit Alltagsweinen habe, da mir ein Wein nach sechs Flaschen langweilig wird. Deswegen hab ich keinen Alltagswein für mich. Für Wein, den ich für den Alltag geeignet halte, hatte ich folgende Kriterien aufgestellt, “Nicht zu schwer, nicht zu eigen, passt zu jedem Essen, hält auch in geöffnetem Zustand ein paar Tage, ist nicht peinlich, wenn plötzlich Besuch kommt, nicht zu teuer, ein Weißer eher als ein Roter”

In diesem Sinne wählte ich einen Prosecco, der nur eine Bedingung nicht erfüllt, einmal geöffnet, sollte er auch zügig getrunken werden. Bei dem Prosecco di Valdobbiadene von Dalla Frasca handelt es sich um einen Frizzante und nicht Spumante, das heißt, er schäumt nur ganz leicht und benötigt kein Drahtgefängnis über dem Korken. Und es ist ein sehr typischer Alltagswein aus dem Veneto. Mit elf Prozent zeigt er sich recht leicht und im Aroma dominieren Frucht, Birne, helle Beeren und etwas Mango, leicht mineralisch. Der Geschmack nach reifen Äpfeln ist mild und geschmeidig, leicht süß, anpassungsfähig. Harmonisch, aber etwas belanglos. Und absolut partygeeignet.

Weinrallye 8 und 9

Iris verabschiedet sich in ihren Weinberg und liefert uns zum Abschied die Zusammenfassung ihrer thematisch sehr schön gewählten Weinrallye — es war in der Tat bislang eines meiner Lieblingsrennen und die Zahl der illustren Weinaufkleber hoch. Meine Favoriten sind der im Eis badende Weihnachtsmann, das Verbrecherfoto und der Ausflug in den Zoo. Gefallen hat mir auch der Unoaked Wine, dessen Etikett ganz im Gegensatz zu der Wahl von Thomas und mir steht: Kein Bild, aber plakativ wird auf den Ausbau hingewiesen. wie soll man auch Nicht-Eichenfass in ein Bild fassen?

Die Weinrallye 9 kommt vom Weingut Steffens-Keß und das Thema heißt ganz einfach Alltagsweine. “Beschreibt, welcher Wein Euer Alltagswein im Moment ist. Der Wein für jeden Tag, einfach, unkompliziert und gerade deshalb ein Genuß!”, heißt es in der Ankündigung. Da krieg ich schon ein Problem, weil ich eigentlich nie großere Mengen eines Weins kaufe. Spätestens nach der sechsten Flasche ist er mir langweilig… Aber ich werde einen finden, der ganz allgemein ein guter Alltagswein sein könnte: Nicht zu schwer, nicht zu eigen, passt zu jedem Essen, hält auch in geöffnetem Zustand ein paar Tage, ist nicht peinlich, wenn plötzlich Besuch kommt, nicht zu teuer, ein Weißer eher als ein Roter …

Und hier noch einmal die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:

#1 Inselweine (Winzerblog)
#2 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen)
#3 Bio-Riesling (Viva vino)
#4 Vulkanweine (Drink Tank)
#5 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost)
#6 Schaumwein (Schreiberswein)
#7 Alles außer Glas (Kaulwein)
#8 Etikettentrinker (Weingut Lisson)

Weinrallye 8: Eiche innen und außen

Die Aufgabe der aktuellen 8. Weinrallye, ausgerichtet vom Weingut Lisson, lautet: Etikettentrinker. Den Wein fürs Auge sollen wir dieses Mal vorstellen. Nun ergaben sich für mich verschiedene Möglichkeiten.


Ich hätte den Wein mit dem schönsten Etikett, das ich kenne, kaufen können. Daran bin ich gescheitert, denn die Weine von Tomi Ungerer gibt es gar nicht mehr und die von Picasso, Baselitz oder Warhol nur für horrende Summen. (Die Seite The Artist Lables zeigt übrigens die komplette Mouton-Gallerie.)

Daher musste ich mich doch dafür entscheiden, den Wein hier vorzustellen, den ich einmal rein nach dem Etikett gekauft hatte, was selten bei mir vorkommt. Es ist der Dogajolo, ein Toscana IGT 2003. Er hat ein sehr außergewöhnliches Label, das Eichenlaub in Herbstfarben zeigt, und tatsächlich war es Herbst, als ich das erste Mal zu griff. Noch außergewöhnlicher ist, dass es in der Toscana nun zwar Eichen gibt, diese aber nicht unbedingt der Symbolträger Mittelitaliens sind. Soll der Geschmack des germanischen Markts getroffen werden? Oder hat der Wein ein hervorgehobenes Eichenunterholzaroma? Doch dieses hat sich bislang nicht entwickelt.

Erst die deutliche Barriquenote macht klar, wo der Hase lang läuft: Eichenholzfass, Vanille, Karamell, Zigarrenkiste, aber auch noch Leder, Beeren, Kirsche, etwas kompottig, alles recht modern. Der Geschmack hat noch Biss, rauchig-beerig, die Tannine sind samtig, fein im Alter mit seinen fünf Jahre, zwei wären vielleicht noch drin. Der Wein ist trocken, rund und lang. Ein granatroter, schmackhafter, moderner nicht untypischer Toskaner aus Cabernet Sauvignon und Sangiovese. Als begleitendes Essen könnte ich mir ein Kalbsgeschnetzeltes vorstellen.


 

Mai 2008
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