Abzocke mit Kochrezepten

Kost

Gerader recherchiere ich für einen Artikel zum schönen Thema „Abzocke im Internet“ und bin dabei auf die Seite kochrezepte-server.com gestoßen. Für 59,95 Euro bekommt der Übertölpelte sechs Monate Zugang zu einer Sammlung von angeblich 30.000 Rezepten, von der ich lieber nicht wissen möchte, wie sie zustande gekommen ist. Natürlich zahlt kein Mensch knapp sechzig Euro für etwas, das er überall im Web kostenlos bekommt (z.B. in Koch- und Genussblogs). Aber die Opfer merken meist solange nicht, dass sie einen kostenpflichtigen Dienst benutzen, bis die 2. Mahnung kommt. Bei den meisten dieser obskuren Anbieter gibt es nämlich weder eine Rechnung noch eine 1. Mahnung.

Der Preis steht nur sehr klein unter dem eigentlichen Anmeldeformular oder gar nur in den AGBs, so dass die Opfer ihn übersehen. Korrekt ist dies nicht, aber die Abzocker setzen auf den psychischen Druck der Inkassoeintreiber, die nicht nachlassen, harsche Mahnungen zu schicken. Wirklich geklagt hat bislang nur ein Dienst und den Prozess verloren. Betroffene sollten sich also unbedingt wehren, die Verbraucherzentralen stellen Standardbriefe zur Verfügung. Weiter Infos auch hier.

Nachtrag (10.4.08): Inzwischen gibt es einen ausführlichen Artikel von mir zu dem Thema.

8 Gedanken zu “Abzocke mit Kochrezepten

  1. Diese versteckten fiesen Abos sind in. Beim SMS-versand übers Web sind die „Gebühren“ fürs Abo auch oft in den AGB versteckt.

    Früher waren es doch die Dialer-Fallen, die bei ISDN-Verbindung flux ne neue 0190er Verbindung aufgebaut haben. Da ist DSL ja schon mal besser. Aber „Kostenlos“ im Label zieht…

  2. Oder am Telefon geschlossene Verträge mit Providern und Telefongesellschaften, die die neue Vertragslaufzeit verschweigen…

  3. Man sollte sich alter Küchentugenden erinnern, Nudelholz und Kochlöffel aus der Küchenschublade holen und diesen Abzockern zeigen, wo der Bartel den Most holt.

  4. Die meisten haben leider ihren Firmensitz in Dubai, Rumänien oder unter irgendeiner dubiosen häufig auftauchenden Briefkasten in England. Da tut man sich mit dem Nudelholz schwer.

  5. Inzwischen ist mir ein zweites Urteil bekannt. Darin heißt es: „Die Beklagten werden verurteilt, es bei Meidung von Ordnungsgeld bis zu 250.000,– EUR, ersatzweise Ordnungshaft bis zu 6 Wochen, oder Ordnungshaft bis zu 6 Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs

    1.a) Dienstleistungen gegenüber Letztverbrauchern im Internet unter Angabe von Preisen anzubieten und/oder anbieten zu lassen und/oder zu bewerben und/oder bewerben zu lassen, wenn die Preisangabe nicht leicht erkennbar ist, …“

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