Casanovas Eier (mit Marsala)

Kochblog-Event, Kost

Beitrag zum 33. Kochblog-Event mit dem Thema aphrodisische Gaumenfreuden:

Die nie enden wollende Manneskraft, ein Traum aller Männer und wohl auch aller ihrer Partnerinnen. Sie wurde in Phallussymbolen kultisch verehrt, hat eigene Götter bekommen, ist auch beim Menschen Triebkraft der Revier- und Paarungskämpfe und das eigentliche Hauptthema der so genannten Männergespräche. Es ist die Meta-Ebene, die unter Diskussionen um Fußballtore, Autopferdestärken, Prozessorentakte, Serverauslastungen und Google-Pageranks immer mitschwingt, hätte uns der Philosoph Michel Foucault erklärt. Kurz gesagt: Diskurshoheit garantiert besseren Sex.

Der größte Experte auf diesem Gebiet war jedoch sicher nicht der französische Theoretiker, sondern der italienische Praktiker Giacomo Casanovo. Bei einer Orgie bot ihm die erhitzte Gesellschaft einen Wettstreit an: Er — schon im etwas fortgeschrittenen Alter — soll gegen einen herkuleischen Jüngling antreten: Wer schafft es öfters im Laufe dieser einen Nacht. Damen als Testumgebung fanden sich bereitwillig. Casanova hat gewonnen.

Sein Erfolgsrezept bestand darin: Vor dem Wettstreit bat er um acht rohe Eier, die er vor Beginn der Übung an Ort und Stelle austrank. So erzählt es jedenfalls Frederico Fellini in einem seiner schönsten Filme mit Donald Sutherland als Casanova. Leider habe ich die Eierszene bei YouTube nicht gefunden, aber eine andere, die Filmgeschichte geschrieben hat: Casanovas Tanz mit der mechanischen Puppe.

Acht rohe Eier zu vertilgen, bedarf wahrhafter Männlichkeit. Wer es etwas angenehmer (und vielleicht nicht ganz so herb-männlich) haben möchte, mischt sie sich mit Marsala sowie Zucker und erwärmt das Ganze, Zabaione nennt es sich dann. Das ist fast wie Eierlikör, der jede Damen dahin schmelzen lässt…

8 Eigelb
130 g Zucker
4 dl Marsala

Zucker und Eigelb schaumig schlagen. Marsala unterrühren und in einem Topf unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Sobald die Masse dicker und cremig wird, vom Feuer nehmen und abgießen. Wer zu lange kocht, bekommt ein Omelette. Mit einem Simmertopf (Wasserbad) geht es einfacher. Heiß wie die Lust servieren.

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