Fragwürdiger Restaurant-Award

Bloggen und Medien, Wein

Iris ist auf einen Blog-Artikel des Weinautors Robin Goldstein gestoßen, der behauptet, den Award of Excellence des Wine Spectators als Farce entlarvt zu haben. Nach eigenen Aussagen hat er ein Restaurant in Italien beim Award eingereicht, das es gar nicht gibt, dann die 250 Dollar Gebühren bezahlt und vom Wine-Spectator ungeprüft die Auszeichnung bekommen. Auf der ebenfalls eingereichten Weinkarte finden sich 15 Kandidaten, die der Spectator selbst extrem schlecht bewertet hat. Leider hat sich Goldstein um keine Stellungnahme des Beschuldigten bemüht, ein journalistischer Fehler.

Die Stellungnahme erfolgte dann im Forum des Spectators, die ein anderes Bild ergibt. So hat Goldstein eine Karte mit 250 Weinen eingereicht, die bis auf die 15 kritisierten sehr gut waren. Und der Verlag hat mehrfach bei dem angeblichen Restaurant angerufen und ist immerhin auf einen Anrufbeantworter gestoßen.

Mir stellt sich die Lage eher so dar, dass ein Weinautor sich selbst auf Kosten eines großen Namens bekannt machen wollte. Dazu passt, dass er die Stellungnahme nicht selbst veröffentlicht hat, sondern ein Kommentator (Nr. 32). Auf dessen Vorwürfe ist Goldstein nicht eingegangen.

Trotzdem finde ich es fragwürdig vom Wine Spectator, einen Award zu vergeben, ohne das Restaurant zu besuchen, selbst wenn es sich nur um die unterste Stufe der Auszeichnung handelt (es gibt noch Best-of- und Grand-Award). Das gibt der Verlag in seiner Stellungnahme offen zu. So eine Auszeichnung ist für meine Begriff nicht viel wert.

2 Gedanken zu “Fragwürdiger Restaurant-Award

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