Gloria Jus!

Kost, Wein

Vorweg wünsche ich Euch allen eine guten Rutsch und entspanntes Bloggen im nächsten Jahr 🙂

Fond heißt das große Geheimnis der guten Küche, er schmeckt nicht direkt im Essen, aber ohne ihn schmeckt es nicht so gut. Für helle Saucen und helles Fleisch nehme ich Hühnerbrühe, für dunkle Sauce aber die Braune Grundsauce, die mit vielen Namen und Variationen unterwegs ist.  Jus, Sauce Espagnole oder eben Fond brun für dunkle Saucen. Die genauen Unterschiede sind wohl eher akademischer Natur.

Was man benötigt sind größere Mengen an Kalbsknochen, Suppengemüse und eine Flasche Roten. In der Bratreine im Ofen bei 180 Grad röstet man die Knochen, so viele man mit gutem Gewissen hinein bekommt. Erst wenn sie schön braun geworden sind, kommt das Gemüse hinzu. Dann weiter rösten. Sehr braun. Aber nicht schwarz, sonst wird der Fond bitter.

Dann kommt das ganze auf den Herd, man rührt etwas Tomatenmark hinein und löscht es mit einem guten Schuss Rotwein ab. Typ tanninhaltig, etwa Syrah. Den lässt man einkochen und löscht erneut ab. Insgesamt drei Mal ablöschen. Kalbsfond kommt ebenfalls in Frage (dazu später mehr). Abkühlen lassen.

Nun kommt der Trick: In einem Topf den Fond mit Wasser bedecken und Eiswürfel zufügen. Dann ganz langsam erhitzen, so wird die gute Substanz ganz sachte ausgekocht und ausgelaugt. Den braunen, grätzigen Schaum abschöpfen. Lang einkochen lassen. Durch ein Haarsieb abgießen und noch einmal einkochen lassen. Jetzt können Kräuter hinzu. Lorbeer. Reduzieren, bis fast nix mehr übrig ist. Salzen ist unnötig. Mehl ebenfalls.

Die Knochen kann man erneut auskochen. Dieser zweite Ansatz ist dünner, kann aber zum Ablöschen der nächsten Sauce verwendet werden.

Château Gloria, so hieß der Wein, den wir dazu getrunken haben. Aus dem Medoc (St. Julien), Jahrgang 2000. Er hat die Größe und Tiefe, um neben der Fleischessenz und den dazu servierten Entrecôtes bestehen zu können. Der 2000 ist schon schön entwickelt, wuchtig, dicht, ein bisschen weich, aber durchaus noch mit einer sehr guten Struktur. Eine frische Säure erfreut ebenso, wie der lange, herbe Abgang. Er braucht Luft oder noch ein paar Jahre Keller.

Château Gloria 2000
St. Julien AC
Frankreich/Bordeaux

Rot; 12,5% Alkohol

8 Gedanken zu “Gloria Jus!

  1. Ich bewundere Leute, die ihre Fonds und Grundsaucen selbst machen. Mir ist das immer zu viel Arbeit. Also kaufe ich fertige Produkte (sowohl Fonds als auch Grundsaucen).

    Dir auch einen guten Rutsch!

  2. das lohnt sich wirklich. Hab heute auf ein Fertigprodukt zugreifen müssen, weil mein Fond über die Festtage aufgebraucht wurde, der gekaufte war ohne Salzzugabe und Einkochen schon versalzen und geschmacklich weit unterlegen.
    Ein gutes neues Jahr an Dich.

  3. Hallo,

    Leute, die ihre Saucen und Fonds selber machen, braucht man nicht bewundern, sondern es einfach mal selber versuchen.

    Wie hier so schön erzählt macht es dem Kochenden richtig Spaß und er kocht mit Liebe. Dann ist das ganze keine Arbeit sondern Vergnügen, man kann fast schon sagen Entspannung.

    Gekaufte Fonds ect. sind immer geschmacklich schlechter, mit Geschmacksverstärker und Aroma verseucht und ihr Geld nicht wert!

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