Saubloggen am Montag: Schweinepatent oder Nichtschweinepatent?

Saubloggen

Saubloggen am Montag: Patente auf Tiere und andere Lebewesen (Menschen?) finde ich pervers. Aber gegen ein Patent auf ein technisches Verfahren, ein natürliches Gen eines Schweins festzustellen, hätte ich jetzt nichts einzuwenden. Selbst dass Monsato es entwickelt hat, macht den Fall ausnahmsweise nicht schlimmer.

Ein Bauer muss bezahlen, wenn er das Verfahren verwendet, aber er muss ja auch andere technische Verfahren bezahlen, eine Untersuchung durch den Tierarzt oder seine Melkmaschine. Dieser Protest hat meiner Meinung nach nicht viel mit dem Kampf gegen GenFood zu tun.

4 Gedanken zu “Saubloggen am Montag: Schweinepatent oder Nichtschweinepatent?

  1. Afaik richten sich die Proteste nicht nur gegen das Patent auf das Verfahren zur Lokalisierung des für die Zucht erwünschten Gens. Sondern dagegen, dass das Patent auch die logischen weiteren Schritte enthält. Die Patentansprüche umfassen ausdrücklich:

    „Verfahren zur Steigerung der Fleischproduktion von einer Schweineherde mit:
    a) der Screening von einer Mehrzahl von Schweinen zur Identifizierung der Beschaffenheit einer Allel – Variante(…);
    b) der Auswahl der Schweine, die das erwünschte Allel besitzen; und
    c) der Verwendung der ausgewählten Schweine als Vater- bzw. Muttertiere in einem Zuchtplan zur Erzeugung
    von Nachwuchs; wobei der Nachwuchs häufigeres Auftreten des erwünschten Alleles aufweist.
    d) der Wiederholung der Schritte a) bis c) bis eine erhöhte Häufigkeit des erwünschten Alleles erreicht ist.“

    Natürlich ist es legitim, wenn der Landwirt für ein Verfahren zahlen muss, mit dem eine bestimmte für die Zucht erwünschte Eigenschaft nachgewiesen werden kann. Aber dass er auch dafür zahlen soll, mit den so ausgewählten Schweinen (und evt ihrem Nachwuchs) tatsächlich zu züchten, ist doch ein wenig … schräg. 🙂

  2. Das wäre in der Tat schräg! Der Tagesschau-Artikel sagt aber auch, das genau dieser Punkt sehr umstritten ist… Bei Genpflanzen ist die Weiterzucht ja verboten, aber hier hat Monsanto eben ein Patent auf die Pflanze selbst (was ja schon schlimm genug ist), aber dauerhafte Rechte an etwas zu konstruieren, für das man nur ein Nachweisverfahren hat, halte ich doch für sehr weit her geholt. Wie will Monsanto nachweisen, welche Schweine der Bauer wirklich zum Züchten genommen hat? Das Gen ist ja von Natur aus da.

  3. Soweit ich die diversen Berichte über Monsanto und sein Schweinepatent verstanden habe, handelt es sich bei dem Gen welches sie patentieren lassen wollen um ein Gen, welches schon in uralten Hausschweinrassen nachweislich vorhanden ist.

    Im Klartext heißt das also: Monsanto hat auf dem Produkt „Schwein“ in jeglicher Form seinen Daumen drauf. Jedesmal wenn man seine Schweine vermehrt darf man zahlen. Für einen vollkommen natürlichen Prozess. Und wenn du z.B. selbst Schweinezüchter bist und nicht bei Monsanto kaufst, sie dir aber dennoch das Gen bei deinen Schweinen nachweisen (was bei Monsanto ja übliche Praxis zu sein scheint, siehe in den Bankrott geklagte Sojabauern in Amiland), darf man zahlen, weil man unerlaubterweise „ihr“ Gen genutzt hat. Total wirr, total krank – Monsanto halt. 🙂

    Liebe Grüße aus Berlin

    Shermin

  4. Naja, nicht das Gen selbst, sondern das Nachweisverfahren halt. Ein kleiner, entscheidender Unterschied, finde ich…

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