REWE macht Cotton made in Africa

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Die REWE Group (sic!) posaunt heute in die Welt, dass sie der Initiative „Cotton made in Africa“ beigetreten ist. „Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Politik sowie Nichtregierungsorgansisationen werden rund 150.000 afrikanische Kleinbauern in effizienten und umweltschonenden Anbaumethoden geschult. Ziel ist es, die Qualität der Baumwolle zu verbessern und die Erträge zu steigern.“ Das klingt ja ganz schön, aber ist es nicht so, dass die großen Discounter die Einkaufspreise der heimischen Bauern so weit drücken, dass diese nur überleben können, wenn sie mit Subventionen finanziert in aller Welt billig verkaufen können? So dass ein Allgäuer Bauer auf dem afrikanischen Mark konkurrenzfähig ist und die dortige Entwicklung der Landwirtschaft hemmt? So funktioniert doch die Globalisierung, meist auf Kosten der dritten Welt?

Und jetzt helfen die Discounter den afrikanischen Bauern PR-wirksam beim Baumwollepflanzen. „Mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe sollen die Bauern zunächst in Benin, Burkina Faso, Sambiaund Mosambik aus eigener Kraft die Armutsspirale dauerhaft durchbrechen.“ Find ich jetzt irgendwie zynisch, oder hab ich was falsch verstanden?!

3 Gedanken zu “REWE macht Cotton made in Africa

  1. Das Schlimme ist ja, dass die Baumwollwaren (gerne auch die an Hilfsorganisationen verschenkten) in vielen Ländern zu Billigstpreisen auf den Markt geworfen werden und so die heimischen Märkte kaputtmachen da diese mit den Niedrigpreisen nicht konkurrieren können.
    Da kommen günstige Einkaufsmöglichkeiten für die Rohware den Zwischenhändlern schon recht.

  2. Was hier geschieht muss wirklich äußerst kritisch beäugt werden. Zum einen ist es natürlich wahr, dass auch die deutschen Ketten daran beteiligt sind, dass beispielsweise afrikanische Bauern zu absoluten Mindestlöhnen arbeiten müssen. Wenn REWE zum Beispiel jetzt eine Schulung für diese Bauern durchführen lässt und diese lernen effizienter anzubauen und somit mehr anzubauen, könnte es im Rückschluss ja positiv für die Bauern ausfallen. Solange ich noch nicht Näheres über die Ergebnisse und die Umsetzung dieses Projekts erfahren habe, halte ich mich allerdings noch mit einer Meinung zurück.

  3. Der Einzelhandel hat überhaupt keinen Einfluss auf den Preis, der der afrikanische Bauer für seine Baumwolle bekommt. Der Weltmarktpreis für Bamwoll hängt von vielen Faktoren ab, aber sicher nicht davon, dass REWE nun Textilien verkauft, die aus „Cotton Made in Africa“ stammen.
    „Cotton Made in Africa“ hilft den Bauern in Afrika , nachhaltiger zu wirtschaften und Ihre Erträge zu steigern. Und wenn noch mehr große Ketten in das Projekt einsteigen, kann Cotton Made in Africa den Bauern in Zukunft auch eine Prämie auf den Weltmarktpreis zahlen. Deshalb ist es gut, dass REWE bei Cotton Made in Africa mitmacht und sich dies auch etwas kosten lässt, immerhion 12 cents pro verkauften Kleidungsstück.

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