Buchtipp: Das Klima-Kochbuch

GenFood und JunkFood, Kost

Ein Kochbuch für die Vernunft. Heizung sparen, Sprit sparen, grünen Strom kaufen, Solaranlage aufs Dach montieren. Das neue Bewusstsein der  Klimakatastrophe hat in unserer Lebensweise vieles in Frage gestellt und einiges gewandelt. Auch unsere Ernährung sollte dazugehören, denn sie lässt laut dem soeben im Kosmos-Verlag erschienenen Klima-Kochbuch zwanzig Prozent  aller Treibhausgase in Deutschland verpuffen.  Durch ein paar einfache Kniffe, die die meisten Kochfreunde eh beherzigen, kann jeder dazu beitragen, Energie und CO2  zu sparen.

Viele Fakten, die die Autoren des Buches geschickt in kleine Lesehäppchen verpackt zwischen die Rezepte verteilt haben, sind dem Zeitungsleser bekannt. Zu Beispiel kennen wir der Zusammenhang zwischen Fast-Food-Burgern und den riesigen Rinderherden, die auf gerodeten Urwaldfläche trampeln, massiv Methan pfurzen und Unmengen an Grünfutter verfressen, das wiederum extrem düngerlastigen Anbau verlangt und Ackerfläche für klimafreundliche Nahrung verbraucht. Von Genmais ganz zu schweigen.

Fast-Food verabscheuen wir eh. Einige Tatsachen waren mir aber komplett neu. So gilt Butter als das am stärksten klimabedrohende Nahrungsmittel, gefolgt von Rindfleisch und Hühner-Ei. Jeder Verarbeitungsschritt, ob im oder hinter dem Huhn, schwächt das Klima. Das gilt umso mehr für Fertignahrung, aber auch die verabscheuen wir. Was mich ferner sehr überrascht hat, war, dass von der spanischen Sonne gereifte Tomaten eine bessere CO2-Bilanz vorweisen können, als brave deutsche, die in einem geheizten Treibhaus wachsen. Der LKW-Transport spielt eine geringere Rolle als der Radiator im Gewächshaus.

Insgesamt musste ich feststellen, dass wir wie gesagt vieles richtig machen, indem wir regionale Waren und Hersteller vorziehen, Biolebensmittel kaufen und auf Gemüse der Saison achten, weder aus Spanien noch aus dem Treibhaus.

Im Buch finden sich viele weitere Tipps und Hinweise, den eigenen CO2-Fußabdruck durch versierte Kochkunst zu verbessern  (sehr erfreulich auch: Freunde einladen und gemeinsam kochen 🙂 ) Die Aufmachung ist frisch und abwechslungsreich wie ein Wildkräutersalat, und auch einige der Rezepte haben mich begeistert etwa der Nussbraten mit Zwiebelsauce. Die vegetarischen Gerichte dominieren, aber es gibt durchaus auch Biowildschweinbraten in der Klimaküche. Das vegane Tiramisu mit Tofu und Sojasahne muss ich aber echt nicht haben. Klima hin oder her.

klimakochbuch

Julia Balz u.a.: Das Klima-Kochbuch, Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 2009. ISBN: 9-783440-119266, 12,95 Euro

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