Heftkritik: Beef, für Männer mit Geschmack

Bloggen und Medien, Kost

Es gibt seit heute ein neues Kochmagazin von Gruner & Jahr, nur für Männer, mit dem schönen Namen Beef, für Männer mit Geschmack. Eigentlich wollte ich es mir kaufen, bis ich mit Schrecken feststellte, dass es 9,80 Euro kostet. So hab ich beim Umsteigen im Bahnhofskiosk nur ein bisschen darin geblättert, was für eine erste Urteilsbildung aber ausreichend war. Von der Aufmachung erinnert es mich an Mare, dickes Papier, hochwertige Bilder und grafisch sehr eindrucksvoll gestaltet. Schön gemacht.

Zum Inhalt. Zuerst lernen wir einen Hasen zu häuten, dann welche Messer wir benutzen sollten, um echt angeben zu können, dann wie wir Mozzarella selber machen, und dann warum wir echt teure Rührgeräte brauchen. Nackte Weiber gibt es auch, nett, haben vielleicht etwas zu wenig Beef gegessen, aber warum in einem Magazin über Essen und Trinken? Als Wein wird Glühwein empfohlen, und dann gibt es noch als Sonderteil eine kleine Einführung in das stilvolle Weintrinken. Brauch in nicht. Zwei Artikel hätte ich gerne, den über Mozzarella und den über verschiedene Steaksorten aus aller Welt. Ich schwanke noch, ob ich dafür zehn Euro hinlegen soll, wo ich ein halbes Kochbuch dafür kriege?

Mein Eindruck ist, Beef soll nicht Leute ansprechen, die aus Leidenschaft kochen, sondern die, die eine teure Küche haben und gerne ein teures Heft auf den Tresen legen, damit jeder sieht, dass sie darüber nachdenken, sich teure Messer und Rührgeräte zu kaufen. Eventuell ziehen sie jetzt auch alle halbe Jahr einem toten Hasen das Fell über die Ohren.

Braucht es überhaupt ein Kochheft nur für Männer? Ich habe meine Zweifel, denn wer gerne kocht, dem ist es egal in welcher Aufmachung die Rezepte und Tipps daherkommen. Kochmagazine hab ich immer als geschlechtsneutral empfunden, und für gute Rezepte kauf ich mir auch die Brigitte.

beef

Beef

Nachtrag: Druckauflage stolze 100.000

10 Gedanken zu “Heftkritik: Beef, für Männer mit Geschmack

  1. Ich versteh die Marketing-Strategie auch nicht. „Meiner“ liest genauso wie ich BRIGITTE und ESSEN&TRINKEN. Ihm hat bis jetzt kein Männerheft gefehlt, sagt er.

  2. 10 Euro werde ich auch nicht dafür anlegen, bei aller Neugier. Das Heft richtet sich wohl eher an die Leser von Mens Health oder Playboy. Ein regelmäßiger Blick in die Brigitte und Anregungen für die Alltagsküche aus Lecker, das reicht.

  3. Ach das wusste ich gar nicht. Ich dachte, die Verlage oder Auslieferer müssen die Remittenten selbst entsorgen und nicht die armen Kioskbesitzer…

    1. Vielleicht wird das regional unterschiedlich gehandhabt? Oder je nach Verkaufsstätte. Es gibt bei uns aber mehrere Läden, die Zeitungen ohne Titel in eine Kiste packen (keine reinen Zeitungsläden) und auslegen bzw. im Altpapier (dann „Professional tätig“) entsorgen.

  4. (Ich entschuldige mich im Voraus–mein Deutsch ist wirklich schlecht) Ich habe heute ein Artikel auf die Webseite „Double X“ über „Beef!“ gelesen (wenn Sie es lesen möchten, bitte sehe: http://www.doublex.com/section/life/cooking-made-manly). Die Autorin dieses Artikels stellt sich vor, dass Deutsche Männer die Küche „wieder“ von ihren Frauen zurückziehen wollen und dass alle deutsche Männer stellen sie sich selbst eigentlich als Extremsport-Köche vor. Solche Stereotypen sind natürlich immer falsch. Es ist aber gut das konkret hier zu lesen. Und zu wissen, dass alle deutsche Männer keine Porsch-Kuche haben! 😉

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