Chefkoch.de und Marions Kochbuch vor dem BGH

Bloggen und Medien, Kost

Von diesem Rechtsstreit wusste ich noch nichts. Die für ihre überzogene Abmahnpraxis bekannten Betreiber K. und K. der Webseite Marions Kochbuch sind auch gegen Chefkoch.de vorgegangen, weil sich dort Bilder von K. befanden. Das berichtet die Tagesschau. Die Frage lautet wieder, wie verantwortlich sind die Betreiber eines offenen Dienstes für das, was die Besucher und Anwender tun. Bei Foren gibt es ein deutliches Urteil: Der Betreiber hat Prüfpflichten, muss aber nicht jeden Beitrag im voraus zensieren. Woher soll er auch wissen, ob alle Rechte geklärt sind?

Bei Chefkoch.de meinen nun die niederen Hamburger Instanzen, dass die Seite einen redaktionellen Eindruck erwecken, der Verlag somit durchaus bei Urheberrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ich bin sehr gespannt, was der BGH dazu sagt, denn das Urteil hat weit reichende Folgen für alle Web-2.0-Dienste.

Andererseits sehe ich die Praxis von Chefkoch.de (gehört zu Gruner & Jahr) ebenso als kritisch an, viel gutes Geld mit den kostenlosen Inhalten anderer zu verdienen.  Die Menge der Anzeigen ist nicht zu übersehen, große Banner, Partner-Links und Popups, so wie viele Verlage es sich wünschen würden. Da schadet ein bisschen Verantwortung nicht. Selbst wenn im konkreten Fall in meinen Augen der falsche Kläger Recht bekäme.

Nachtrag: Der BGH bestätigt das Hamburger Urteil. Webseiten, die sich Inhalte zu eigen machen, müssen auch dafür haften.

chefkoch

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6 Gedanken zu “Chefkoch.de und Marions Kochbuch vor dem BGH

  1. ABer wenn wenn Chefkoch jetzt verliert, würde das heißen jede noch so kleine Webseite die ihren Nutzern möglichkeiten gibt Medien einzubinden braucht eine Abteilung die alles durchzensiert, was wohl nur für Unternehmen mit Geld zu bewerkstelligen ist und Startups in Deutschland noch schwerer macht. Das würde dann heißen das man solche Diense aus Deutschland lieber nicht mehr anbietet und sich ins Ausland verzieht, am besten auf irgendwelche Inseln weit weg.

  2. Es müsste mal das fertige Urteil abgewartet werden (wenn es denn veröffentlicht wird), aber wie es nach der Pressemitteilung ausschaut, wird das spezielle Geschäftsmodell von Chefkoch mit fremden Rezepten, Fotos und Ideen samt Nutzungsrechten ordentlich Geld zu verdienen, bald etwas kostenintensiver werden.
    Auf andere, auch kommerzielle, Angebote und Konstellationen scheint diese Rechtsprechung erst einmal nicht ohne weiteres übertragbar.

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