Saubloggen: Jäger erlegt Hausschwein

Saubloggen

Saubloggen am Mittwoch: Wenn die Sau es zu wild treibt, endet sie als Wildsau mit einer Kugel im Bauch. So erging es einer wild zwischen den Pferden auf der Koppel tollenden Sau, sodass der angrenzende Jäger Rosa für Schwarz sein ließ und abdrückte, in Richtung Sau, Pferde und Bauernhaus. Das berichtet die Siegener Zeitung. Glück, dass der Waidmann nur die arme Sau traf. Pech, dass die Besitzer sie fachgerecht tierkörperentsorgte, denn der um den Braten betrogene Jagd-Boss beschuldigt sie nun der Eigenschweinwilderei. Die Jagdbehörde (gibt es so was?) findet das echt ok. So geht es ab in Friesenhagen!

2 Gedanken zu “Saubloggen: Jäger erlegt Hausschwein

  1. Jepp, gibbet! Is in NRW bei den Ordnungsämtern aufgehängt. Sollte sich der Fall tatsächlich so zugetragen haben – vorsicht, oft steht in der Lokalpresse gequirlter Driss – haben die Kaufmanns ziemlich gute Karten. Und der Waidgenosse ziemlich miese. Denn die Befugnis zum Schießen von Tieren im Rahmen jagdrechtlicher Vorschriften erstreckt sich erstens auf die vom Jagdrecht erfassten Arten, hat zwotens der Waidgerechtigkeit zu genügen (Des Jägers oberstes Gebot: Was du nicht kennst, das schieß nicht tot!) und drittens dem Tierschutz, der das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund schlicht in die Sphäre der Tierquälerei stellt.

    Womit sich straf- und zivilrechtlich einige Konsequenzen ergeben:
    1. Sachbeschädigung (Tiere sind de iure Sachen) mit allen daraus resultierenden zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen, also Kostenerstattung für das Tier und ggf. die Gebühren oder Auslagen für dessen ‚Entsorgen‘.
    2. Verstoß gegen das Tierschutzgesetz
    3. unerlaubter Schusswaffengebrauch
    und ggf. 4. noch: leichtfertiger Umgang mit einer Schusswaffe.

    Voraussetzungen dafür: Die Leute müssen – steht die Tierart auf dem Beleg für die Tierkörperbeseitigung? – nachweisen können, dass es sich nicht um ein Wildschwein handelte. Und – Foto des Viechs? – auch nicht so mir nichts, dir nichts – zu verwechseln war. Zwotens ggf. genauer Nachweis des Standorts zum Zeitpunkt der Schussabgabe und ggf. entsprechendes Gutachten, ob ein Schuss in diese Richtung vertretbar war. Wenn die Leute all das auf sich nehmen, können Sie nicht nur dem Schützen ggf. ziemlich die Luft rauslassen – das reichte nämlich im Falle eines rechtskräftigen Urteils allemal für einen Entzug des Jagdscheins nebst Widerruf der waffenrechtlichen Erlaubnis, und sich auch gegen den Pächter zur Wehr setzen.

    Was mir nicht in den Kopf will, ist die unglaubliche Lodenenthirnung dieses Falls. Begreift der mutmaßliche Idiot von Pächter – der dem Bericht nach die Situation ja erst eskaliert hat – dass solcherart solidarischer Korpsgeist dem Ansehen der Jagd einen Bärendienst erweist? Gerade als Jäger würde ich Wert drauf legen, solche ‚Ballermänner‘ in den eigenen Reihen im ehrlichen Interesse am Waidwerk möglichst effizient ‚auszusortieren‘. Wobei der Unmut eigentlich nicht mal gegen den Schützen, sondern stärker den Pächter gerichtet sein müsste. Denn zumindest hat der Schütze sein Versagen sehr schnell bemerkt und eingestanden – der Schreck in seinen Gliedern dürfte für die Zukunft wohl äußerst heilsam sein. Wäre ich dieser Jäger, würde ich mir indes sehr genau überlegen, ob ich bei einem solchen Pächter überhaupt noch mitjagen will. Denn wäre der mal cool geblieben statt den Dicken zu machen, wäre ich mit meinem unsäglichen Schuss Dank der Nachsicht der Kaufmanns ja noch folgenlos aus der Nummer rausgekommen, hätte den Wert des Tieres ersetzt und mich mit einem Blumenstrauß und einer Rehkeule für die Milde bedankt. So aber habe ich jede Menge Palaver an der Mütze – nur Dank meines ’netten Jagdherrn‘.

    Hätte Loriot wohl nicht schöner aussinnen können – bäh!

    1. @Paul, Danke für die sachkundigen Anmerkungen. Noch heftiger als den Pächter finde ich die Stellungnahmen dieses Ordnungsamtes. Aber Du hast recht, die Darstellung in der Presse ist sicher einseitig gewesen. Umso mehr ein Fall für Loriot! „Lodenenthirnung“ finde ich übrigens ein super Wort!

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