Pizza Aragosta

Kost

Heute mal ein Bild ohne Rezept. Das Nachkochen könnt Ihr gleich vergessen, es sei denn, Ihr lebt am Meer und könnt die Zutaten frisch kaufen. Denn frische Zutaten machen die Pizza Aragosta aus, die nach dem Lokal in Lido Estensi an der Adria benannt ist, in dem wir sie gegessen haben. Das Foto sagt, glaube ich alles, Krabben, verschiedene Muscheln, Langustenfleisch und Tintenfischringe. Der Teig war perfekt, flach, weich und am Rand knusprig. Schon von Ferne, wenn die Kellnerin mit dem großen Teller kommt, riecht es nach Meer, Salz und Jod. Kaum nach Fisch.

Ich kaufe zuhause in München ganz selten Seefisch und schon gar keine Tintenfische, die nur zart und weich bleiben, wenn sie ganz, ganz frisch sind. Nicht älter als einen Tag dürfen sie sein, sonst bekommen sie die Konsistenz von Fahrradschlauch, so wie man sie aus der heimischen Frittenbude kennt und verabscheut. Frisch hingegen erinnern sie fast an das Fleisch von Jakobsmuscheln. Fisch haben wir in dem netten Fischladen in Comacchio gekauft, nahe der berühmten Renaissancebrücke Treponti. Die Verkäufer schenken Kunden eine Seezunge, wenn sie vier Stück gekauft haben. Die köstlichen Fische bestäube ich vorsichtig mit Mehl und brate sie wenige Minuten in viel mildem Olivenöl in der Pfanne. Auch dieser Genuss ist nur dann unvergleichlich, wenn die Tiere in der Nacht zuvor gefangen wurden.

Es gibt also doch noch Sachen, die man nicht überall in der westlichen Welt kaufen kann,  was man kaum glauben möchte, wenn man an den Auslagen der heimischen Supermärkte und Discounter vorbeiläuft, die mit mediterranen Spezialitäten gefüllt sind: Schinken aus Parma, Büffelmozzarella aus Kampanien, Pecorino aus Sardinien. Aber deren Genuss ist kein Vergleich mit dem, der sich dem Reisenden in den Herkunftsländern bietet, wenn er die regionalen Spezialitäten frisch einkauft und sofort verarbeitet. Tröstlich und unvergleichlich.

2 Gedanken zu “Pizza Aragosta

  1. Also bei Fisch Witte auf dem Viktualienmarkt oder im Frischeparadies im Schlachthofviertel haben wir immer beste Qualität bekommen – auch und gerade bei Tintenfischen. Zudem finde ich, dass man besonders frisches Fleisch in gefrorener Version bekommt. Unseres war jedenfalls immer zart. Natürlich wäre mir „fangfrisch“ vom Kutter auch lieber. Aber direkt nach dem Fang eingefroren und schonen aufgetaut finde ich vertretbar. Du nicht?

    1. Klar, wenns drauf ankommt lande ich auch auf dem Viktualienmarkt. Aber eingefroren ist halt nicht mehr ganz so gut. In Gröbenzell gibt es eine Zucht für Forellen, Saiblinge oder Wels. Das ist eher meine Wahl.

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