Massentierhaltung und tödliche Keime

GenFood und JunkFood, Kost, Saufutter

In der aktuellen Zeit ist eine lange Geschichte (“Das bringt uns noch um”), die mich bewegt hat, über den Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und antibiotikaresistenten Keimen wie MRSA. Der Artikel ist auch online (Insbesondere Abschnitt 3) aber leider etwas anders aufgebaut und nicht so ausführlich. Aber die Fakten sind im Kern die gleichen: Es gibt immer mehr Bakterien, die gegen alle bekannten Antibiotika resistent sind. Und regelrechte Brutstätten für diese Keime sind die Tierställe der Massentierhaltung. Der Grund ist, dass dort so viele Antibiotika eingesetzt werden, sich Bakterienstämme dort sozusagen immunisieren und wachsen können. Deutliche Hinweise darauf sind, dass Landwirte überproportional oft an solchen multiresistenten Keimen erkranken und ferner, dass sie in solchen Gebieten vermehrt auftreten, wo es viel Massenviehwirtschaft gibt.

Dennoch setzen die Bauern weiter massiv Antibiotika ein, insbesondere auch sogenannte Reserveantibiotika, die eigentlich nur als letztes Mittel gedacht sind, wenn kein anderes mehr hilft, weil es noch wenig Resistenzen gegen sie gibt. Wenn das nicht mehr der Fall ist, gibt es keinen Notanker für die Menschheit mehr. Die Autoren befürchten eine Welt wie im Mittelalter, in der das Risiko hoch ist, an einer kleinen Verletzung oder Zahnentzündung zu sterben. Heute undenkbar — aber als Zukunftsrisiko nicht von der Hand zu weisen.

Natürlich verdienen alle am jetzigen System, vorneweg die Landwirte, aber auch die Tierärzte, die die Mittel als Händler mit Profit verkaufen. In der Politik gibt es in Deutschland eine übermächtige Agrarlobby, die Reformen verhindert. Andere Länder wie Großbritannien, Holland oder Skandinavien sind hier (mal wieder) wesentlich fortschrittlicher. Oft sind z. B. Reserveantibiotika in der Tierzucht verboten und den Menschen als letze Rettung vorbehalten. Sehr weise.

Das Fazit für mich ist — auch nicht das erste Mal — Verzicht auf billiges Fleisch und billige Wust aus dem Supermarkt. Konsequent bei regionalen Erzeugern kaufen oder Metzgern, die sauberes Fleisch aus der Region bekommen. Am besten Bio.

Nachtrag: Hier noch ein Beitrag des WDRs zu Putenmast und Reserveantibiotika.

 

 

Der goldene Windbeutel 2012

Kost, Saufutter

Saufutter: Mirabellen ohne Mirabellen, Margarine als Medizin, Hackfleisch mit Wasser gesteckt… Noch vier Tage läuft die Aktion Goldener Windbeutel von Foodwatch, bei der die Teilnehmer die größte Verbrauchertäuschung wählen.

Die sechs Vorschläge sind alle krass, sodass es mir schwerfällt, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Ich tendiere zu der Becel-Margarine-Cholesteringeschichte, weil der Konzern hier mit der Angst der Menschen spielt, und Dinge marketingtechnisch vermischt, die man getrennt verkaufen sollte: Essen im Supermarkt, Medizin in der Apotheke. Wer seinen Cholesterinspiegel senken will, soll eben weniger fett kochen und essen. Und kranke Menschen brauchen einen Arzt und keinen Werbefritzen.

Interessant fand ich, dass ein Hersteller, Hipp, bereits auf die Windbeutel-Nominierung reagiert hat, und einen gezuckerten Kindertee vom Markt nehmen will.

Windbeutel sind übrigens etwas Köstliches.

Saufutter: Hefeextrakt ist ein Geschmacksverstärker

GenFood und JunkFood, Kost, Saufutter

Saufutter: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat sich 151 Lebensmittel mit sogenannten Clean Lablen angesehen. Diese Hinweise auf Verpackungen besagen, dass das Produkt keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker enthält, je nach Lable. In vielen Fällen fanden die Prüfer in den Nahrungsmitteln aber Ersatzstoffe, die zwar die gleiche Wirkung haben, aber nicht unter die entsprechende Verordnung fallen.

Das krasseste Beispiel finde ich immer wieder Hefeextrakt, der laut Gesetz nicht zu den Geschmacksverstärkern zählt, aber dennoch zu einem guten Teil aus Glutamaten besteht, wie alle anderen Geschmacksverstärker auch. Im Gegenteil, das Lebensmittellexikon schreibt: “Autolysierte Hefeextrakte dienen zudem als primäre Quelle für Mononatriumglutamat”. Daher zu behaupten, Hefeextrakt sei kein Geschmacksverstärker, ist eine böse Täuschung, selbst wenn sie in einem rechtlichen Rahmen stattfindet. Die Verbraucherzentrale ermittelte auf den Zutatenlisten von 68 von 74 Produkten, die als ohne Geschmacksverstärker gekennzeichnet waren, Hefeextrakt, darunter Maggi fix&frisch Tomaten-Zucchini Gratin, Frankenberg Gourmet Snack Knuspriges Kartoffelrösti, Poté Edelpilzcreme Suppe und Erasco Heiße Tasse Hühnersuppe.

Was mich weniger stört, sind Zitronensäure oder Essig als Ersatz für Konservierungsstoffe. Während Glutamate bei Verbrauchern verpönt sind, Hefe hin oder her, verstehen sie unter Konservierungsstoffen eher Benzoe- oder Sorbinsäure, bei denen es gesundheitliche Bedenken gibt. Gegen Zitronen oder Essig hat, außer vielleicht geschmacklich, niemand etwas einzuwenden. Ein PDF mit weiteren Beispielen findet sich auf der oben angegebenen Webseite.

Saufutter: Italienisches Brot

Saufutter

Saufutter: Es gibt eine neue Rubrik bei Hausmannskost. Ich hab immer brav über Dinge geschrieben, die mir gefallen oder geschmeckt haben, und selten über Sachen, die mich ärgern. Das soll sich nun ändern, und beginnen möchte ich mit einem der größten Ärgernisse die einen Italienurlaub begleiten: Das Brot.  Es ist hell, ungesalzen, trocken, bleibt als klebriger Film am Gaumen hängen und schmeckt nicht einmal, wenn es mit Cretesenesiluft getrockneter Salami oder gereiftem Pecorino belegt ist.

Vor die Säue damit!