Chefkoch.de und Marions Kochbuch vor dem BGH

Bloggen und Medien, Kost

Von diesem Rechtsstreit wusste ich noch nichts. Die für ihre überzogene Abmahnpraxis bekannten Betreiber K. und K. der Webseite Marions Kochbuch sind auch gegen Chefkoch.de vorgegangen, weil sich dort Bilder von K. befanden. Das berichtet die Tagesschau. Die Frage lautet wieder, wie verantwortlich sind die Betreiber eines offenen Dienstes für das, was die Besucher und Anwender tun. Bei Foren gibt es ein deutliches Urteil: Der Betreiber hat Prüfpflichten, muss aber nicht jeden Beitrag im voraus zensieren. Woher soll er auch wissen, ob alle Rechte geklärt sind?

Bei Chefkoch.de meinen nun die niederen Hamburger Instanzen, dass die Seite einen redaktionellen Eindruck erwecken, der Verlag somit durchaus bei Urheberrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ich bin sehr gespannt, was der BGH dazu sagt, denn das Urteil hat weit reichende Folgen für alle Web-2.0-Dienste.

Andererseits sehe ich die Praxis von Chefkoch.de (gehört zu Gruner & Jahr) ebenso als kritisch an, viel gutes Geld mit den kostenlosen Inhalten anderer zu verdienen.  Die Menge der Anzeigen ist nicht zu übersehen, große Banner, Partner-Links und Popups, so wie viele Verlage es sich wünschen würden. Da schadet ein bisschen Verantwortung nicht. Selbst wenn im konkreten Fall in meinen Augen der falsche Kläger Recht bekäme.

Nachtrag: Der BGH bestätigt das Hamburger Urteil. Webseiten, die sich Inhalte zu eigen machen, müssen auch dafür haften.

chefkoch

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Weinblog-Verbot in Frankreich droht

Bloggen und Medien, Wein

Iris vom südfranzösischen Weingut Lisson berichtet, dass der französische Senat ein Werbeverbot für Alkohol explizit auf das Internet ausgeweitet hat. Französische Weinblogger wie sie fürchten nun, dass ihre Publikationen als Werbung eingestuft werden. Sicher ist es juristisch keine einfache Frage, ob ein Unternehmens-Blog nun mehr ein Presseerzeugnis oder mehr ein Marketinginstrument ist. Das hängt sicher vom Einzelfall ab, ist immer eine Mischform, aber gerade bei Blogs, wie dem von Iris, sehe ich mehr das Element der Berichterstattung. Dennoch fürchten die westrheinischen Blogger nun verstärkt den Fanatismus der Abmahner, unter deren Beschuss es dann irgendwann schwer wird, sich zu behaupten — Recht hin oder her. Das wäre schade, denn gute Infos von der Quelle gingen verloren, die oft noch sehr schön aufgemacht, geschrieben und bebildert sind. Und bestimmt keinen Anstoß zum Alkoholismus bieten.