Arjolle Cabernet 2005

Wein

Das Weingut Arjolle aus dem Languedoc ist eigentlich immer für passable Tropfen gut. Vom Typ her sind diese meistens modern, viel Alkohol, sehr klare Aromen und viel Fass. Nicht ganz mein Lieblingsstil, aber immer ordentliche Weine, so auch dieser Cabernet. Die unterlassene Nennung von Sauvignon zeigt schon die moderne Ausrichtung. Er hat eine dichte Tönung, intensive, sehr feine Aromen nach Brombeeren, Kirschen, Rauch, edles Holz, Wacholderbeeren und fast ein bisschen viel Vanille. Der Auftakt hat einen leichten, warmen Biss vom Alkohol (14%) und den sanften Resttanninen. Der Biss gleicht sich am Gaumen harmonisch aus mit einer voluminösen, saftig-beerigen Süße. Deutliche Säure sorgt für die nötige Frische und der ausgedehnte Abgang hat ebenfalls noch einen deutlichen Biss. Mit der Säure und den Tanninen sind noch ein paar Jahre drin.

Vergleiche Verkostung von 2007 (Vorsicht Hausmannskost 1.0!)

Domain de l’Arjolle 2005
Vin de Pays des Cotes de  Thongue
Frankreich/Midi

Rot; Cabernet Sauvignon
14 % Alkohol; Ausbau im Barrique

Château Meyney 2003

Wein

2003 war kein wirklich großer Jahrgang für das Bordelais, nicht vergleichbar mit 2000, 2005 oder wahrscheinlich 2009. Der ist noch nicht abgefüllt. Aber 2003 hat keine schlechten Ergebnisse bei Cabernet Sauvignon gebracht, einer Sorte, die viel Sonne verträgt und über eine lange Reifezeit verfügt. Cabernet ist am linken Ufer, also im Medoc, stärker vertreten als am rechten Ufer. Das ist die Domäne des Merlot. Château Meyney aus St. Estèphe ist nun ein Wein, der zu einem guten Teil aus Cabernet Sauvignon besteht. Er ist jetzt sieben Jahre alt, in einem guten Alter, schon reif, aber noch lange nicht am Ende, ein gutes Tanningerüst ist vorhanden. Als Aromen fand ich Beeren, Pflaumen, Leder, Edelholz, Anis, Zimt, getrocknete Tomaten, etwas Paprika. Der Wein ist exzellent, komplex, sehr dicht und lang. Großartig im Geschmack und in keiner Weise kitschig. Außerdem passte er sehr gut zu diesem Braten.

Château Meyney 2003
St. Estèphe AC
Frankreich/Bordeaux

Rot; Cabernet Sauvignon/Merlot/Petit Verdot/Cabernet Franc
13% Alkohol; Ausbau im Barrique

Weinrallye 13: Die Nachmacher

Wein, Weinrallye

Vermisst gemeldet und sofort aufgetaucht, ist sie, die 13. Weinrallye. Das Thema klingt fast ein bisschen wie „Sangiovese, nicht aus der Toskana“, wer sich noch dran erinnert. Es lautet: Bordeaux nicht aus dem Bordeaux. Gesucht sind Weine, die aus drei (!) der fünf Bordeaux-Sorten bestehen, also Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Merlot, Petit Verdot sowie Malbac, und im Bordeaux-Stil ausgebaut wurden, im Barrique. Und die Weine dürfen natürlich nicht aus dem Bordeaux im weiteren Sinne stammen. Der Initiator Mario Scheuermann schlägt Argentinien, Chile, Ungarn, Italien, Österreich oder Südfrankreich vor.

Das ist kein leichtes, ich glaube nicht, dass ich so einen Wein im Keller habe, aber ein sehr spannendes Thema. Bin gespannt auf meinen Wein und die Ergebnisse von Euch allen.

Wer sich noch etwas einlesen möchte, bei Ernesto Pauli hab ich einen netten Artikel zum Thema gefunden.

Hier wie immer die Übersicht über die bisherigen Weinrallyes:
#01 Inselweine (Winzerblog)
#02 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen)
#03 Bio-Riesling (Viva vino)
#04 Vulkanweine (Drink Tank)
#05 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost)
#06 Schaumwein (Schreiberswein)
#07 Alles außer Glas (Kaulwein)
#08 Etikettentrinker (Weingut Lisson)
#09 Alltagswein (Weingut Steffens-Keß)
#10 Chenin Blanc (Originalverkorkt)
#11 Alles Rosé (Nikos Weinwelten)
#12 In Gottes Namen (Winzerblog)

Weinrallye 11: Fast wie Rot und Weiß

Wein, Weinrallye

Beitrag zur 11. Weinrallye zum Thema Rosé bei Nikos Weinwelten:

Tja, fast hätte ich über dem schönen Wetter heute vergessen, meinen Text abzuliefern. Wie ich an den fundamental schlechten Besucherzahlen meines Blogs erkenne, haben es viele andere auch nicht an den PC geschafft. Aber da Tom und ich zwei wirklich gute Weine getrunken haben, lohnt sich die kleine Pause im auch ganz angenehm kühlen Arbeitszimmer 🙂

Wir hatten nämliche zwei Rosé-Pole, der eine hatte den Charakter eines Weißweins, mit ein paar roten Tönen, und der andere war schon ein Roter, aber eben nur ein bisschen leichter und frischer. Beide kamen nicht aus D, Ö, Südtirol, sondern der Helle vom anderen Ufer des Gardasees, bzw. der Dunkle gleich aus Spanien. Das rundet den Blickwinkel der Rallye vielleicht etwas ab.

Zu den Weinen. Der Chiaretto Rosa Mara von Costaripa stammt aus der Bardolino-Gegend, ist aber ein Garda Classico DOC von 2007. In der Cuveé mischen sich unverdrossen Gropello, Marzemino, Barbera und Sangiovese. Die Farbe ist helles Lachrot, der Duft eher dezent nach reife Erdbeeren, Himbeeren und eine leichte Würze. Die Frucht ist sehr fein und nicht marmeladig. Im Geschmack dominiert eine frische Säure, dazu kommt eine leichte Süße und ein feines Prickeln. Insgesamt rund und lang. Ich konnte weder Barbara noch Sangiovese deutlich erkennen, ganz klar schien mir hingegen die norditalienische Herkunft.

Der andere ist ein Somontano Rosado DO von Enate aus dem Jahr 2006, ein Rosé aus Cabernet Sauvignon. Der ist gleich viel dunkler, helles Rubinrot, und zeigt ein schönes Leuchten. Der Duft ist intensiv nach Erdbeere, Himbeere, aber auch dunklere Beeren, rote Johannisbeere. Dazu kommt eine deutliche Würze nach grünen Kräutern, Liebstöckel, Leder, leicht mineralisch und leicht marmeladig. Der Auftakt ist ebenfalls frisch, ebenfalls ein leichtes Prickeln, aber eine feine Tanninstruktur liegt drunter. Insgesamt rund und lang. Die Sorte kommt gut hervor.

Zufällig sind sich beide Weine in vielen Charakterzügen ähnlich: Die Frische, die Fruchtnoten, die Kohlensäure, aber der eine tendiert eben eher zu Weiß, der andere zu Rot. Der Chiaretto hatte die etwas feinere Frucht, während mir beim Rosado die sanfte Tanninbasis gefiel. Besser hätten wir die Auswahl nicht treffen können.