China-Gefahr: Kauft Soya-Sauce!

Wein

Bei Weinverkostung und im Drink Tank muss ich lesen, dass es bald keinen Martell-Cognac mehr in Deutschland gibt, weil der Mutterkonzern Pernod-Ricard seine Waren auf den chinesischen Markt werfen wirft. Dort steigt die Abnahme gewaltig. Die Nachfrage der Milliarden Asiaten macht unsern Sprit teuer, macht den Bordeaux-Wein teuer und nun macht sie auch noch den Cognac rar. Da gibt es im Zeitalter der Globalisierung nur eine Antwort: Genießer aller Abendländer, kauft den Chinesen die Soya-Sauce weg. Am besten kanisterweise.:

Wenn dann im Pekinger Abendblatt steht: Weil die Nachfrage nach echter chinesischer Soya-Sauce in Europa so groß ist, hat sich der Preis verdoppelt (bei sinkender Qualität). Dann geben sie uns vielleicht unseren Bordeaux und unseren Cognac zurück.

Werbeanzeigen

Chinesen klonen Chateau Laffitte

Wein

Dem chinesischen Chemiker Xuan Pa Ke ist es erstmals gelungen, die Aromastoffes eines Weines Eins zu Eins zu klonen. Besonders stolz ist Barrique-Fan Pa Ke auf die seidige Tanninstruktur des Weins und die wuchtigen, beerigen Aromen. „Als Grundlage diente einfacher Chi Razu aus der Provinz Shanxi, dem wir spezielle von mir entwickelte Enzyme zugesetzt haben“, erklärt Pa Ke. Nach der Einwirkung einer 22 tägigen Lagerung bei genau 43,7 Grad sei ein zum Verwechseln ähnlicher Laffitte aus dem Jahr 2000 entstanden. „Selbst [chinesische, Anm. d. Red.] Sommeliers konnten keinen Unterschied feststellen“, berichtet er stolz. Pa Ke plant weitere Jahrgänge und Geschmacksrichtungen, denn seine Vision ist ein Weinbaukasten für den engagierten Weinfreund, mit dem dieser sich Spitzenweine in kurzer Zeit selbst züchten kann. Das ist gerade für China interessant, das unter den hohen Importkosten für europäische Spitzenweine leidet.

Weiniger begeistert ist man im Bordeaux. Ein Sprecher des Château Laffitte zeigte sich verärgert: „Wir prüfen, ob Pa Ke unsere Patente verletzt, und behalten uns rechtliche Schritte vor“, die in China schwer durchzusetzen sein dürften. „Unter dem Namen Laffitte darf der Pa-Ke-Wein jedenfalls nicht auf den Markt kommen.“

Auch Tierschutzorganisationen machen sich Sorgen, da die Bakterien über Monate mit echtem Château-Wein gefüttert werden. Auf unsere E-Mail-Nachfrage antwortet und das Büro von Pa Ke: „Eine Alkoholabhängigkeit der Lebewesen befürchtet der Meister nicht. Auch bei Weinhefe wird ein seelischer Schaden schließlich in der Önologie als gering eingestuft oder sogar komplett verneint.

Hausmannskost bemüht sich derzeit um eine Probeflasche.

Nachtrag (2.4.2008): April, April!

Saubloggen am Mittwoch: Erleuchtete Ferkel

Saubloggen

Mit der Erleuchtung kennen sich die Chinesen seit dem Einzug des Buddhismus ins Reich der Mitte aus. Um aber ein Schwein zu erleuchten, greifen auch die Chinesen zur modernen Genmanipulation: „nachdem das Team grün fluoreszierendes Protein in Schweine-Embryonen injiziert hatte“, heißt es auf der Webseite des China Internet Information Center (CII), das digitale PR-Sprachrohr des Landes.

Eine dieser drei armen Säue hat nun elf Ferkel geworfen. Und zwei davon leuchten ebenfalls. „Mund, Beine und Zunge der beiden Ferkel schimmern grün unter Ultraviolett-Licht, was belegt, dass die Technik der Zucht von transgenen Schweinen mittels Zellkernverpflanzung erfolgreich ist“, zitiert das CIIC den Schweineerleuchter Professor Liu Zhonghua von der Universität für Landwirtschaft in Harbin.

Erleuchtung ist nicht das Endziel der Übung, sondern ein gut gewählter, publikumswirksamer Versuch — wie man an diesem Blog-Eintrag erkennt. Vielmehr geht es Liu nach eigenen Aussagen darum, Schweine als Organlieferanten für Menschen zu züchten. Ob sich auch transgene parteikonforme Staatsbürger züchten lassen, sagt der Professor nicht. Bei den Chinesen würde mich gar nichts wundern, wenn es um die Unterdrückung der Menschenrechte geht.

Ein Leuchtgen könnte ich auch gebrauchen: Beim Joggen. Zunge raus und die Stolpersteine auf dem Feldweg werfen ihre Schatten voraus.