Blog Action Day: Food

Bloggen und Medien, GenFood und JunkFood, Kost

Der diesjährige Blog Action Day am 16. Oktober hat Food als Thema: Nahrung. Dass das ein zentrales Thema aller Genuss-Blogger ist, ist klar, denn während der weitaus größere Teil der Menschheit froh ist, überhaupt etwas zu essen zu bekommen, lebt der andere im Über- und Wegwerfangebot, und kugelt Luxusprobleme vor sich her. Zwischen beiden Welten gibt es viele feine Zusammenhänge, etwa die subventionierte, landwirtschaftliche Überproduktion im Westen oder die Nutzung von potenzieller Ackerfläche für McDonalds-Rinder. Ganz zu schweigen von Biodiesel, der wirklich nur in der CO2-Zertifikatrechnung der Autoindustrie einen Sinn ergibt. Es gibt also viel zum Thema globale Nahrung zu sagen und wir als Food-Blogger sollten das auch tun. Registriert Euch!

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Buchtipp: Das Klima-Kochbuch

GenFood und JunkFood, Kost

Ein Kochbuch für die Vernunft. Heizung sparen, Sprit sparen, grünen Strom kaufen, Solaranlage aufs Dach montieren. Das neue Bewusstsein der  Klimakatastrophe hat in unserer Lebensweise vieles in Frage gestellt und einiges gewandelt. Auch unsere Ernährung sollte dazugehören, denn sie lässt laut dem soeben im Kosmos-Verlag erschienenen Klima-Kochbuch zwanzig Prozent  aller Treibhausgase in Deutschland verpuffen.  Durch ein paar einfache Kniffe, die die meisten Kochfreunde eh beherzigen, kann jeder dazu beitragen, Energie und CO2  zu sparen.

Viele Fakten, die die Autoren des Buches geschickt in kleine Lesehäppchen verpackt zwischen die Rezepte verteilt haben, sind dem Zeitungsleser bekannt. Zu Beispiel kennen wir der Zusammenhang zwischen Fast-Food-Burgern und den riesigen Rinderherden, die auf gerodeten Urwaldfläche trampeln, massiv Methan pfurzen und Unmengen an Grünfutter verfressen, das wiederum extrem düngerlastigen Anbau verlangt und Ackerfläche für klimafreundliche Nahrung verbraucht. Von Genmais ganz zu schweigen.

Fast-Food verabscheuen wir eh. Einige Tatsachen waren mir aber komplett neu. So gilt Butter als das am stärksten klimabedrohende Nahrungsmittel, gefolgt von Rindfleisch und Hühner-Ei. Jeder Verarbeitungsschritt, ob im oder hinter dem Huhn, schwächt das Klima. Das gilt umso mehr für Fertignahrung, aber auch die verabscheuen wir. Was mich ferner sehr überrascht hat, war, dass von der spanischen Sonne gereifte Tomaten eine bessere CO2-Bilanz vorweisen können, als brave deutsche, die in einem geheizten Treibhaus wachsen. Der LKW-Transport spielt eine geringere Rolle als der Radiator im Gewächshaus.

Insgesamt musste ich feststellen, dass wir wie gesagt vieles richtig machen, indem wir regionale Waren und Hersteller vorziehen, Biolebensmittel kaufen und auf Gemüse der Saison achten, weder aus Spanien noch aus dem Treibhaus.

Im Buch finden sich viele weitere Tipps und Hinweise, den eigenen CO2-Fußabdruck durch versierte Kochkunst zu verbessern  (sehr erfreulich auch: Freunde einladen und gemeinsam kochen 🙂 ) Die Aufmachung ist frisch und abwechslungsreich wie ein Wildkräutersalat, und auch einige der Rezepte haben mich begeistert etwa der Nussbraten mit Zwiebelsauce. Die vegetarischen Gerichte dominieren, aber es gibt durchaus auch Biowildschweinbraten in der Klimaküche. Das vegane Tiramisu mit Tofu und Sojasahne muss ich aber echt nicht haben. Klima hin oder her.

klimakochbuch

Julia Balz u.a.: Das Klima-Kochbuch, Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 2009. ISBN: 9-783440-119266, 12,95 Euro

Saubloggen am Mittwoch: Das Schwein bleibt fett

Kost, Saubloggen

Saubloggen am Mittwoch: Der PR-Dienst News-Reporter.net meldet im Auftrag der Bauernlobby CMA, dass „das Schwein in den letzten Jahrzehnten durch moderne Züchtungsmethoden und geänderte Zuschnitte abgespeckt hat und heute fünfzig Prozent weniger Fett aufweist.“ Gegenüber wann, schreibt die Agentur nicht. Filet, Nuss oder Schnitzel enthalten demnach heutzutage zwei Gramm Fett pro hundert Gramm. Medizinfo spricht immerhin von drei Gramm, was im Vergleich aber auch nicht viel ist. Rinderfilet hat beispielsweise 4,4 Gramm, Kalbsfilet nur 0,8 Gramm pro hundert.

Nimmt man aber die anderen Stücke der Sau, so fällt die Rechnung schon ganz anders aus. Bug, Blatt, Schulter, Vorderschinken schlagen mit 23,9 Gramm zu Buche, hier liegt nur die Hammelschulter mit 25 Gramm darüber oder gleich die Gans mit 31 Gramm. Das Schwein bleibt fett, und wenn man es nicht fett will, so soll man eben Schnitzel oder ganz etwas anderes essen. Hühnerbrust ist beispielsweise mit 0,9 Gramm sehr mager. Gar kein Fett enthält ein Glas Wein, im Gegensatz zum Apfelsaft. Ein echter Schlankmacher 😉

Die Medizinfo-Tabellen sind sehr aufschlussreich, hier die Übersicht.

Mamutschnitzel mit Brunnenkresse und Preisselbeeren

Kost

Ein Schnitzel vom selbst erlegten Mammut über dem Feuer gegrillt mit Wiesenkräuter und Waldbeeren. Das ist wohl das Traumessen eines Anhängers von Paleo-Food, einer Ernährungsbewegung, die versucht, wie in der Steinzeit zu essen. Gesund soll es sein. Viel Fleisch, gerne auch Fett, wenig Kohlehydrate, viel Gemüse. Konkret verboten sind:

– Pflanzen, die roh ungenießbar sind.
– Pflanzen und Tiere aus Monokulturen
– Pflanzen, die sich ohne die Einwirkung von Menschen nicht fortpflanzen können
– Nahrungsmittel, die erst aufgrund Gärung, Fermentierung, Erhitzen oder Abkochen entstehen und davor nicht genießbar sind.

Das heißt keine Nudeln, kein Brot, keine Süßigkeiten. Ich frage mich, warum will ein Mensch freiwillig ohne Nudeln zehn Jahre länger leben?

Als gelernter Historiker frage ich mich ferner, woher man so genau wissen will, was die Menschen der Steinzeit gegessen haben? Mehr als viele Vermutungen gibt es nicht. Ein Beispiel: Es gibt die Theorie, dass Menschen früher Menschen gegessen haben. Liest man sehr oft. Die Theorie stützt sich darauf, dass Paläoanthropologen ein paar Knochen gefunden haben, an einem einzigen Ort in der Welt, die Schabspuren aufwiesen, wie als hätte jemand mit der Steinklinge das Fleisch abgezogen. Das ist alles. Warum da wer, mit was, was gemacht hat, weiß man de facto nicht. Ist auch 20.000 Jahre her. Aber jemand hat ein ruhmreiche Veröffentlichung gebraucht, um seine Habil anzuschieben, und seit dem steht es in den Der Zeit und in den Schulbüchern.

Grund genug aber, weiter Nudeln und Brot zu essen. Mein Credo ist, von allem zu essen, in Maßen und nie einseitig.