Saubloggen am Montag: Schweinepatent oder Nichtschweinepatent?

Saubloggen

Saubloggen am Montag: Patente auf Tiere und andere Lebewesen (Menschen?) finde ich pervers. Aber gegen ein Patent auf ein technisches Verfahren, ein natürliches Gen eines Schweins festzustellen, hätte ich jetzt nichts einzuwenden. Selbst dass Monsato es entwickelt hat, macht den Fall ausnahmsweise nicht schlimmer.

Ein Bauer muss bezahlen, wenn er das Verfahren verwendet, aber er muss ja auch andere technische Verfahren bezahlen, eine Untersuchung durch den Tierarzt oder seine Melkmaschine. Dieser Protest hat meiner Meinung nach nicht viel mit dem Kampf gegen GenFood zu tun.

Rüge für die CSU wegen gebrochenem Gentechnik-Wahlversprechen

GenFood und JunkFood, Kost

Im bayerischen Wahlkampf, am Sonntag ist Landtagswahl, fordert die CSU lautstark, dass die Regionen bei der Einrichtung von Gen-Feldern mitbestimmen sollen. Die Online-Aktivisten von Campact bemängeln nun, dass eben diese CSU versucht, im Bundestag eine entsprechende Abstimmung von Donnerstag auf nach der Landtagswahl zu verschieben — „um den Antrag dann abzulehnen?“, fragen sie ketzerisch. Wer also der CSU die Leviten lesen will, kann sich an einer E-Mail-Aktion von Campact an Seehofer und Ramsauer beteiligen. Darin heißt es „Zeigen Sie, dass Sie es ernst meinen. Beziehen Sie Position und verschieben Sie die Abstimmung nicht! Setzen Sie sich jetzt für gentechnikfreie Regionen ein!“ Bei dieser Forderung kann man nix falsch machen, finde ich.

Süffisanter Weise handelt es sich bei dem Antrag im Bundestag um eine Vorlage der CSU aus dem bayerischen Landtag, die jetzt aber die Grünen in Berlin eingebracht haben.

Abstimmen gegen Gentechnik

Kost

Noch bis zum 26. Februar lauft eine öffentliche Eingabe beim Petitionsausschuss des Bundestags gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Jeder (auch Bürger ohne deutschen Pass) kann mitmachen (nicht an der UK-Adresse stören, die Seite ist geprüft), heute waren bereits über 21.000 Unterschriften eingegangen. „Mit der Petition soll erreicht werden, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) nicht patentiert und in der Land- und Forstwirtschaft ausnahmslos gesetzlich verboten werden“, begründet der Initiators Bernhard Kletzenbauer seine Petition. Im Folgenden fasst er noch einmal wichtige Argumente zusammen:

„Unbestreitbare Tatsache ist, daß freigesetzte Organismen nie mehr vollständig aus der Natur rückholbar sind“

„Gifthersteller und große Saatgut-Konzerne streben eine weltweite Monopolstellung an.“

„Die gentechnisch veränderten Pflanzen kreuzen sich mit verwandten Wildpflanzen und mit artgleichen Pflanzen aus biologischem Anbau.“

„Da eine unbeeinträchtigte Koexistenz von natürlichen- und gentechnisch veränderten Arten nicht möglich ist, wären deutsche Bürger am Ende dazu gezwungen, ausschließlich gentechnisch veränderte Landwirtschafts-Produkte zu essen.“

usw.

Leider sollte man von der Petition nicht allzuviel erwarten, denn zu sagen hat der Petitionsausschuss nichts.

Via Viva Vino