Persisches Huhn in Walnuss-Granatapfel-Sauce (Khoresht Fesenjan)

Kost

Dieses ungewöhnliche Gericht aus dem Iran lebt von der Kombination aus deftiger Walnuss und feinem Granatapfelsaft (den man beispielsweise im Reformhaus bekommt). Khoresht bezeichnet erst einmal einen Eintopf, den es im Iran in verschiedenen Varianten gibt. Bekannt ist auch Khoresht Gheimeh, also mit Lammfleisch, Erbsen und getrockneten Limetten (siehe Bild am Schluss).

Zutaten:
1 kg Hühnerbrust
250 g Walnusskerne
1/2 l Granatapfelsaft
3 Zwiebeln
1/2 EL Kurkuma
1/4 Zimtstange
Salz
Pfeffer
Eventuell 1 El Zucker
Beilage: Reis

Rezept:
Zuerst zerstoßt Ihr Walnüsse und Granatapfelsaft zu einem sehr feinen Brei. Am besten geht das mit dem Pürierstab. Dann fügt Ihr den im Mörser zerstoßenen Zimt hinzu. Für das Fleisch schneidet Ihr die Zwiebeln klein, dünstet sie kurz an und fügt dann das in Stücke gewürfelte Fleisch hinzu.

fesenjan

Wenn es etwas Farbe bekommen hat, löscht Ihr es mit dem Brei ab und fügt die restlichen Gewürze hinzu. Auf kleiner Flamme ein paar Minuten weiter köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist. Dazu wird Chelo-Reis serviert. Im Original ist das gedünsteter Reis, der halbgar in einem Topf mit etwas Fett so fertig gestellt wird, dass er unten eine Kruste bekommt. Wir haben etwas abgekürzt und einfach Basmati-Reis normal gekocht und anschließend mit Butter in einen Topf angeröstet. Jeder Perser würde sich wahrscheinlich peinlich abwenden, uns hat es aber geschmeckt.

Chelo-Reis

Im folgenden Bild: Khoresht Fesenjan und Khoresht Gheimeh:

Kohresht Fesenjahn und Gheimeh

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Lebensgefährliches Bloggen

Bloggen und Medien

Ich bin zwar selten politisch hier, aber schätze es dennoch sehr, schreiben zu können, was ich mag. Außerdem darf ich lesen, was andere ohne Einschränkungen schreiben können, gerade, wenn sie die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft beobachten und kritisieren.  In anderen Ländern kann das Bloggen lebensgefährlich sein. Der Weißrusse Oleg Bebenin hat es mit dem Leben bezahlt und der Iraner Hossein Derakshan sitzt in der Todeszelle.

49. Kochblog-Event: Chelo Kebab

Kochblog-Event, Kost, Wein

Ferienküche ist das Thema des aktuellen Kochblog-Events. Eine Reise hat mich von Indien kommend durch den Iran geführt, zu einer Zeit wo die gesamte Region relativ friedlich war. Ich habe beste Erinnerungen an das Land. Landschaft und Kultur sind wunderschön, und wir haben viele sehr kultivierte und freundliche Leute getroffen. Ein Essen hat uns durch den gesamten Iran begleitet, Chelo Kebab, gegrillte Fleischspieße mit Reis.

Der Zufall hat es gewollt, das mein damaliger Reisebegleiter inzwischen mit einer Iranerin liiert ist, und mir das Rezept somit aus erster Hand vorliegt:

Auf ein Pfund Rinder- oder Lammhack, kommt ein halbes Pfund klein gehackte Zwiebel, das ist ganz schön viel, Salz und zwei Esslöffel Kurkuma. Ich habe ergänzt: Pfeffer, Knofi und einen Esslöffel Kreuzkümmel.

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Serviert werden die Spieße mit Reis, einer gegrillten Tomate (nicht mein Fall) und Somagh (das rote Pulver auf dem Bild oben in der Mitte). Somagh oder Sumak sind die getrockneten Beeren des Essigbaums, allerdings nicht die in Deutschland heimische Sorte. Es schmeckt leicht säuerlich und ist in türkischen oder arabischen Märkten erhältlich. Den Spieß an sich kann man sich sparen, hab ich festgestellt, und besser einfach Fleischbällchen grillen.

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Wein haben wir im Iran auch einmal bekommen, den ein dort arbeitender deutscher Ingenieur im Keller selbst gekeltert hat. So hat er auch geschmeckt. Zum gestrigen Chelo Kebab entschieden wir uns sehr passend für einen Spanier, ein Crianza aus dem Valdepenas, Diego de Almagro, von 2004. Hat mir sehr gut geschmeckt, deutlicher Barrique-Ausbau, aber nicht kitschig, sondern mit guter Strenge und Säure. Immer noch jugendlich, aber schon sehr schön zu trinken. Reiner Tempranillo. Harmonisch um mit 13 Prozent Alkohol gut ausgewogen.