Türkischer Kaffee…

Kost

…frisch aufgekocht, ist einfach die beste Art, Kaffee zuzubereiten. Sehr fein gemahlen muss er sein, mit Espresso-Pulver geht es nicht. Deswegen bin ich immer froh, ein Paket Mokka aus dem Orient mitgebracht zu bekommen. Ich mag ihn stark und süß. Sanft und langsam aufkochen. Der Kaffeesatz stört nicht, denn das meiste davon lässt sich dekantieren oder setzt sich am Boden ab. Gerne wird Kardamom mitgekocht oder ein Tropfen Rosenwasser in das fertige Getränk geträufelt.

Josef Joffe on Starbucks

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Es ist sehr selten, dass ich mit einem Kommentar von Josef Joffe einer Meinung bin. Daran ändert auch der folgende nichts. Die Kaffeekette Starbucks ist in eine gewisse finanzielle Schieflage geraten, was den Großkommentator der Zeit dazu veranlasst die hoffnungsfrohen Worte auszusprechen: „Ein Kultur-Bruch zum Guten“. Sofort fragt sich der Joffe-Kenner: Mag er etwas nicht, das aus Amerika kommt? Er schreibt weiter: „Zuerst aber muss der Autor sich outen. Der gehört zu den Menschen, die den Latte-Großkonzern nicht schätzen…“ Ist er plötzlich ein heimlicher Freund des frischen Espressos von der Bar, frühmorgens in Siena, wenn die Vespas vor der Tür vorbeiknattern? Toskana-Fraktion? Oder tunkt er — wenn ihn keiner beobachtet — sein knuspriges Croissant am liebsten in Café au lait unter Platanen? Frankophil?

Aber gleich wird der Leser wieder enttäuscht, denn der Zeitherausgeber gibt zu verstehen, dass ihm der Kaffee an sich egal ist: Er mag Starbucks nicht, „Zu teuer das Getränk, zu schlicht die Qualität, zu lang die Schlange, zu pseudo die Gemütlichkeit.“ — Gemütlichkeit? Kulturbruch? Zurück zum Draußen-nur-Kännchen? Der Meinungsmacher stürzt seine kaffebegeisterten Leser in tiefe Zweifel.

Die Katharsis ist joffemäßig, „Kaffee von McDonald’s sei bei Blindtests besser weggekommen als der von Starbucks. Vielleicht haben die Starbucks-Schlangensteher einfach nur gelernt, dass ein Event nicht das Eigentliche ersetzt: einen guten Kaffee zu guten Preisen. Danke, McDonald’s.“ Danke Herr Joffe, dass wir den Kaffee in diesem Kommentar ausnahmsweise nicht im US-Miltärbecher serviert bekommen haben! Ansosten bleibt ja alles beim alten, Sie mögen Amerika bedingungslos und ich lese die Zeit trotzdem 🙂