Ende der öffentlich-rechtlichen Kochrezepte

Bloggen und Medien, Kost

Der Staat, die Sender und die Regulierer haben einen neuen Medienstaatsvertrag für das Internet ausgehandelt, der im Juni in Kraft tritt. Er schreibt den öffentlich-rechtlichen Sendern enge Regeln vor, was sie im Internet noch zeigen dürfen, nämlich nur noch sendungsbezogene, presseähnliche Angebote sind erlaubt. Der WDR ist laut Medienberichten der Meinung, dass eine Kochrezeptdatenbank nicht dazu gehört und hat sie vom Web genommen.

Das ist sehr schade, denn die öffentlich-rechtlichen Rezeptesammlungen finde ich durch die Bank weg qualitativ sehr gut, und ich habe immer wertvolle Anregungen daraus gewonnen. Mein Favorit ist der SWR. Es wird also Zeit, die Archive nochmal durchzublättern und alle guten Rezepte zu speichern, bevor sie endgültig verschwunden sind. Mit einem Trick kommt man übrigens noch an die WDR-Rezepte und zwar über das Sendungsarchiv von Servicezeit, dort unter Rubrikenarchiv.

Regierung geht gegen Abo-Abzocke vor

Kost

Letztens hab ich über die Abzocke mit Kochrezepten berichtet, es gibt noch eine lange, traurige Reihe an Beispielen. Gestern gab es hier auf der Cebit einen Pressetermin mit Verbraucherschutzminister Horst Seehofer zum Thema digitaler Verbraucherschutz. Auf Abo-Abzocke angesprochen berichtete er, die Regierung will eine neue Form der Preisauszeichnung einführen. Kauf- und Vertragsformulare im Netz sollen einen deutlichen Preisbutton enthalten müssen. Fehlt dieses visuelle Element, so kommt kein gültiger Vertrag zustande. Mehr dazu hier.

Abzocke mit Kochrezepten

Kost

Gerader recherchiere ich für einen Artikel zum schönen Thema „Abzocke im Internet“ und bin dabei auf die Seite kochrezepte-server.com gestoßen. Für 59,95 Euro bekommt der Übertölpelte sechs Monate Zugang zu einer Sammlung von angeblich 30.000 Rezepten, von der ich lieber nicht wissen möchte, wie sie zustande gekommen ist. Natürlich zahlt kein Mensch knapp sechzig Euro für etwas, das er überall im Web kostenlos bekommt (z.B. in Koch- und Genussblogs). Aber die Opfer merken meist solange nicht, dass sie einen kostenpflichtigen Dienst benutzen, bis die 2. Mahnung kommt. Bei den meisten dieser obskuren Anbieter gibt es nämlich weder eine Rechnung noch eine 1. Mahnung.

Der Preis steht nur sehr klein unter dem eigentlichen Anmeldeformular oder gar nur in den AGBs, so dass die Opfer ihn übersehen. Korrekt ist dies nicht, aber die Abzocker setzen auf den psychischen Druck der Inkassoeintreiber, die nicht nachlassen, harsche Mahnungen zu schicken. Wirklich geklagt hat bislang nur ein Dienst und den Prozess verloren. Betroffene sollten sich also unbedingt wehren, die Verbraucherzentralen stellen Standardbriefe zur Verfügung. Weiter Infos auch hier.

Nachtrag (10.4.08): Inzwischen gibt es einen ausführlichen Artikel von mir zu dem Thema.