Dampfnudeln mit Sauerampferhuhn und Waldmeister-Zabaione

Kost, Wein

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Im Garten ist der Waldmeister erntereif. Grund genug für Dampfnudeln mit Waldmeister-Weinschaum. Wir essen Dampfnudeln aber nie nur süß, sondern zuvor gibt es etwas Herzhaftes, das schadet den Nudeln nicht, und da auch der Sauerampfer frische Frühlingsblätter geschossen hat, fiel die Entscheidung dafür nicht schwer.

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Teig für die Dampfnudeln:
500g Mehl
1/4 l Milch
1 Klotz Hefe
100g Butter
50g Zucker
2 Eier
Salz
Zitronenschale

Zum Garen (3×5 Nudeln):
150g Butter
600ml Milch
60g Zucker
Salz

Sauerampfersauce
40g Mehl,
40g Butter
Zitronenschale
Wein
Salz
Sauerampfer
Zitronensaft
Sahne/Creme Fraiche
Pfeffer
Muskat

Mariniertes Huhn
3 Hähnchenbrustfilet, in Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer, Zitronenschale, Zitronensaft

Waldmeister-Auszug
Waldmeister
Ingwer
Limettenschale
Wein

Waldmeister-Zabaione
6 Eigelb
100g Zucker
Zitronenschale
300 ml vom Waldmeisterwein

Vorbereitungen 
Schon am Vortag ernte ich den Waldmeister und lasse ihn etwas antrocknen, denn seinen Duft entwickelt er erst, wenn er etwas welk geworden ist. Dann lege ich ihn mit etwas Ingwer und Limettenschale in Weißwein ein. Für die Zabaione benötigt man nur 300ml, ich habe aber mehr angesetzt (1,5l) und den Rest zu Gelee gekocht.

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Am nächsten Tag beginne ich mit dem Teig: Mehl in eine Schüssel sieben, Milch etwas erwärmen, in einem Teil die Hefe auflösen und einen Vorteig bereiten. Während der geht, löse ich die Butter in der restlichen warmen Milch, füge die Eier, den Zucker, die geriebene Zitronenschale und etwas Salz dazu. Wenn der Vorteig etwas aufgegangen ist, kommt die warme Milchmischung hinzu und alles wird ausgiebig geknetet. Wenn der Teig nicht mehr klebt, lasse ich ihn in der Schüssel mit einem Tuch bedeckt ca. eine halbe Stunde gehen.

Dann nochmal durchkneten und fünfzehn kleine Kugeln formen. Das werden drei Ladungen zu je fünf Nudeln. Die lasse ich auf der Ablage mit Mehl und einem Tuch bedeckt nochmal 1,5 Stunden gehen.

Während der Teig geht, mariniere ich das in grobe Streifen geschnittene Huhn mit Salz, Pfeffer, Zitronenschale sowie Zitronensaft und lasse es im Kühlschrank ziehen.

Dann bereite ich die Sauerampfersauce vor. Die Butter in eine schnell Wärme leitenden Pfanne schmelzen, bis sie klar ist, dann das Mehl zufügen und schnell die Hitze runter schalten, sodass das Mehl nur noch ganz leicht zieht. Unter ständigem Rühren 10 Minuten schwitzen lassen. Das ist lästig, aber nötig, denn nur so verliert das Mehl seinen Eigengeschmack. Dabei muss die Hitze so gering bleiben, dass das Mehl nicht bräunt. Dann die klein gehackte Zitronenschale einwerfen, kurz ziehen lassen und dann mit einem Schuss Wein ablöschen, ständig weiter rühren, sodass sich keine Klümpchen bilden. Dann immer wieder Wasser zugießen und rühren, bis die Sauce die gewünschte Konsistenz hat. Würzen mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und etwas Sahne oder Creme Fraiche. Noch ca. 20 Minuten weiter ziehen und dann abkühlen lassen. Beim Abkühlen alle paar Minuten umrühren, dass sich keine Haut bildet.

Die Dampfnudel an sich
Wenn die Teiglinge gut gegangen sind, bereite ich die Pfanne vor. Es muss eine Pfanne mit hohem Rand und festsitzendem Glasdeckel sein. Ich schmelze 50 g Butter, füge 200 ml Milch, Salz und 20 g Zucker zu. Vom Herd nehmen. Nun kommen fünf Teiglinge im guten Abstand voneinander hinzu (die anderen, wartenden Teiglinge einmal kurz durchkneten). Deckel auf die Pfanne setzen und nicht mehr öffnen. Die folgenden Angaben sind nur noch ungefähr und richten sich nach Pfanne, Herd und Tageslaune der Nudeln. Die richtige Mischung zu finden, ist leider nicht einfach, erfordert Erfahrung und kann auch mal schief gehen. Aber bei drei Ladungen sollte spätesten die zweite gelingen.

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Also: Wenn die Nudeln in der Pfanne sind und diese verschlossen ist, den Herd auf gute Mittelhitze schalten (bei mir 7 von 9). Wenn es gut kocht, die Hitze runter schalten, aber auch nicht zu wenig (5 bei mir, später 3). Ca. 30 bis 35 Minuten köcheln lassen. Zwischendrin etwas rütteln, dass die Nudeln nicht festhängen, aber keinesfalls den Deckel öffnen.

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Wann sind sie fertig? — Das ist die große Kunst. Die Flüssigkeit muss aufgesogen sein, der Boden darf aber keinesfalls schwarz geworden sein. Wenn sich die Karamellkruste bildet, gibt es ein leises Krachen. Dann die Pfanne vom Herd ziehen und noch ein paar Minuten stehen lassen. Vorsichtig den Deckel abnehmen, sodass kein Wasser auf die Nudeln tropft. Diese aus der Pfanne heben und mit der Kruste nach oben servieren.

Huhn und Sauerampfersauce
Während die Nudeln kochen, bereite ich die jeweilige Sauce zu, bei der ersten Ladung also die herzhafte. Dazu die vorbereitete weiße Grundsauce wieder aufwärmen und gleichzeitig das Huhn kurz aber scharf anbraten. Wenn das Fleisch gar ist mit dem Sauerampfer in die Sauce geben. Nicht weiter kochen. Mit Creme Fraiche, Zitronensaft, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

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Zabaione
Etwas schwieriger ist die Zabaione. Eigelbe und Zucker in einem kleinen, handlichen Topf verrühren. Dann die Gewürze und 300 ml von dem Walmeisterwein einrühren. Die Spüle der Küche mit ein paar Zentimeter kaltem Wasser füllen. Nun die Eimischung unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen auf dem Herd schnell erhitzen.

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Aufpassen, dass nichts am Boden des Topfes anhängt. Immer weiter rühren — die Masse wird nun dicker, bis sie einmal aufpufft. Sofort den Topf vom Herd nehmen und unter Rühren in das kalte Wasser stellen, bis die Masse soweit abgekühlt ist, dass sie nicht mehr gerinnt. Heiß über die fertigen Nudeln gießen.

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Eine Weinempfehlung? Am besten den, in dem man den Waldmeister hat ziehen lassen. Da viel Zitrone Verwendung gefunden hat, passt ein Riesling. Wir hatten einen einfachen, zwei Jahre alten, etwas gereiften und abgemilderten Moselriesling, der sehr schön harmoniert hat.

Straßburger Gänsetopf mit Champagnerkraut (Kochblog-Event 62)

Kochblog-Event, Kost, Wein

Das Champagnerthema hat, wie ich an der Anzahl der Beiträge und an den Kommentaren feststelle, nicht so viel Anklang gefunden. Vielleicht etwas zu abgehoben. Ich hab mich daher entschlossen, wie die meisten anderen den Champagner geschlossen und hübsch verpackt zu lassen. Statt dessen entschied ich mich für einen deutschen Rieslingsekt,

der aufgrund seines Alters (2003) einen schönen Schmelz zeigt und dem Straßburger Gänsetopf eine ebenso würdige Note verleiht. Gerichte auf Straßburger Art sind Eintöpfe mit Sauerkraut, in dem ein Stück Wammerl mitkocht. Mit Gäseschenkeln ist es ein festliches, winterliches Essen, das aber leicht und nebenbei zuzubereiten ist. Man brät also zuerst Wammerl und Zwiebeln an und löscht sie mit dem Kraut ab. Dann kommen Kartoffeln, Knofi, Äpfel, Brühe und Weißwein (Champagner oder eben Sekt) hinzu.  Das lässt man ein paar Stunden kochen. Am nächsten Tag würzt man das Kraut mit Lorbeer, Wacholder, Nelken, Kümmel, Pfeffer, Honig, etc. und legt im Topf das vorbereitete Fleisch darauf.

Die Gänseschenkel brät man zuvor in der Pfanne schön an, wobei ziemlich viel Fett austritt. Das kommt nicht in den Eintopf, der sonst zu fett würde. Aber man kann es als Schmalz später verwenden. Dann kocht man den Eintopf drei Stunden lang auf kleiner Flamme.

Am Schluss wird mit Salz, Honig, Majoran und noch mal Sekt abgeschmeckt. Als Beilage eignen sich Brat- oder Gratinkartoffeln (z.B. im Gänseschmalz ausgebacken).

Zwiebel-Speck-Waie aus geriebenem Teig

Backen, Kost, Wein

Aus Baden habe ich ein interessantes Rezept mitgebracht, nämlich Waie, ein Kuchen, den man im Prinzip mit allem möglichen belegen kann, Obst, Gemüse, Speck etc. Darüber kommt ein dünner Guss. Welcher Teig zugrunde liegt, ist traditionell wohl nicht so festgelegt, Blätter-, Mürb- oder Hefeteig kommen in Frage. Das mir vorliegende Rezept aus Staufen im Marktgräfler Land basiert auf einem geriebenen Teig, der im Ergebnis irgendwo zwischen Mürb- und Blätterteig liegt. Die Variante mit Zwiebeln und Speck, geht in Richtung Zwiebelkuchen oder Flammkuchen. In der Schweiz heißt Waie Wähe und wird, so viel ich weiß, aber immer mit Blätterteig zubereitet.

Teig
500 g Mehl (reicht für ein Blech)
250 g Butter
125 ml Wasser
10 g Salz

Belag
250 g Speck
500 g Zwiebeln
eine Knoblauchzehe
Kresse

Guss
3 Eier
200 ml Sahne
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Mehl in eine Schüssel geben, Butter in groben Stücken zufügen und beides mit den Händen miteinander verreiben, bis ein bröseliger Haufen entsteht. Salz im Wasser auflösen und in die Mitte der Brösel gießen. Nun alles schnell zu einem Teig drücken, keinesfalls kneten (!). Dann für eine Stunde in den Kühlschrank.

Inzwischen den Speck in dünne Streifen schneiden und ein wenig auslassen, dann die Zwiebeln in Halbringe schneiden und im Fett des Specks ebenfalls kurz andünsten. Beide sollten nicht dunkel werden.

Den Teig auf einem gefetteten und mit Mehl bestäubten Blech auswellen, einen Rand hochziehen, Belag verteilen (ohne Kresse) und den zusammengerührten Guss gleichmäßig darüber gießen. Bei 220 Grad in den Ofen, sobald die Waie etwas Farbe bekommen hat, runter schalten. Ca. 40 Minuten backen, bis Rand und Guss eine schöne Farbe bekommen haben. Dann erst mit Kresse bestreuen.

In Baden würde man einen Gutedel dazu trinken. Wir hatten einen badischen Riesling von hoher Qualität, ein Faust-Tröpfle aus Staufen von 2007. Der Wein ist von hoher Intensität, sehr voller, reiner Frucht, Apfel, Zitrusfrüchte, Klee, Nuss, starker Mineralik, nerviger Säure, einer feinen, fruchtigen Süße und lang im Abgang. Die vollen Extrakte und die Säure werden ihm ein langes Leben bescheren. Sind in ein paar Jahren die Säure abgemildert und die Aromen gereift, wird es ein wundervoller Wein.