Pizza Asparagi

Kost

Keine Sorge, ich habe nicht vor, sämtliche mir bekannten Pizza-Beläge nun alphabetisch durchzunudeln. Aber Aragosta -> Asparagi ergibt sich grad so nett. Asparagi, grüner Spargel, eignet sich sehr gut als Zutat für eine Pizza bianca, also nicht mit Tomatensauce, sondern nur mit Käse (Mozzarella, Ricotta oder Mascarpone), als Grundlage.

In unserem Fall kommen auf den Teig Mascarpone, die geputzten und längs halbierten Spargelstangen sowie Parmesan. Teig und Backvorgang hab ich bei der Pizza Pugliese (so schnell kommt P) beschrieben. Mit dem Eiswasser nehme ich es inzwischen nicht mehr so genau, es reicht, wenn es sehr kalt aus der Leitung kommt.

Spargel und Retsina

Kost, Wein

Klingt ungewöhnlich. Ist es sicher auch. Aber die Geschmäcker passen zusammen, der feine Spargel ist ja nicht wirklich nur fein, sondern hat einen herben Grundton. Der fügt sich sehr gut zum Harzigen des Retsina. Dieser sollte nicht zu spritzig sein und eine nicht zu scheppse Säure an den Gaumen legen. Dann passt’s. Die Kombination ist etwas für Freunde des gezielten Stilbruchs, der sicher mehr Aufmerksamkeit erzielt, als der ewige Rotwein-Schokolade-Brei.

Schon die alten Griechen kannten den Spargel als Gemüse und Arznei. Hippokrates erwähnt ihn, die Römer haben ihn über die Alpen gebracht, allerdings geriet er im Mittelalter wieder in Vergessenheit.

Jubiläumsblogevent 56: Spargel-Schinken-Tarte

Kochblog-Event, Kost

Zorra feiert den fünften Geburtstag ihres Kochblog-Events und das Thema lautet Brunch, der britische Breakfast-Lunch.

Zu einem guten Brunch gehört eine gute Tarte, ich habe mich zeitgemäß für eine Spargel-Schinken-Tarte entschieden, die eine sehr schöne geschmackliche Mischung aus Spargel, Schinken und Ei ergibt. Als Teig dafür mag ich den geriebenen Teig, der schön knusprig wird, aber nicht so mürb und fett wie ein Mürbteig.

Teig
340g Mehl
170g Butter
6g Salz
85ml Wasser

Belag
1000g Spargel
500g gekochter Schinken

Guss
350ml Sahne
150ml Milch
60g Mehl
6 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat, Paprika

Die Mengen sind so angegeben, wie im mir vorliegenden Rezept. Allerdings würde ich nächstes Mal vom Belag nur die Hälfte nehmen und beim Guss die Milch weg lassen. Dazu mehr im Folgenden. Für den Teig Salz im Wasser auflösen. Kalte Butter mit den Händen schnell in das Mehl reiben, dann das Salzwasser zufügen, den Teig zusammendrücken und dabei wenig kneten. Für mindestens eine halbe Stunde kaltstellen. Dann eine gefettete Springform mit dem Teig auslegen. Wenn man, wie empfohlen, nur die Hälfte des Belags nimmt, reicht eine flache Tarteform.

Für den Belag, den Spargel halbieren, wir haben uns den Luxus von Spargelspitzen geleistet :-), dann je zwei oder drei Spargelstücke in eine Scheibe Schinken wickeln und mit diesen Päckchen die Form auslegen. Mit der vollen Menge Belag gibt es zwei Schichten, mit der halben Menge eben nur eine Schicht, was für meine Begriffe vorteilhaft gewesen wäre.

Nun folgt der Guss. Alle Zutaten zusammen rühren, zum Schluss die Eier. Der angegebene Guss war etwas zu flüssig, da der Spargel Wasser zieht. Also einen Teil Milch oder Sahne weg lassen. Backen bei 200 Grad, Tendenz fallend. Die große Menge war über eine Stunde im Ofen, bei der flachen Form reichen vielleicht 45 Minuten.

Als Wein empfiehlt sich ein milder, aber kräftiger Weißer, nicht zu spritzig und nicht zu fad. Zum Brunch passt auch etwas Blubberndes, ein gereifter Sekt oder Champagner etwa.

Spargel, Flädle, Schinken und Silvaner vom Stein

Wein

Traditionell gibt es Spargel bei uns mit Flädle und Schinken. Flädle sind dünne, schwäbische Kräuterpfannkuchen, deren Ei-Gehalt schon in Richtung Omelette tendiert. Pro Ei rechne ich nur 30 bis 40 Gramm Mehl. Dann rührt man so viel Wasser hinein, bis ein dünnflüssiger Teig entstanden ist. Der soll in der Pfanne gut verlaufen, so dass sich wirklich dünne Flädle damit heraus backen lassen. Frische, gehackte Kräuter nach Belieben, in jedem Fall Schnittlauch. Und — ich weiß nicht, ob ich es dazu sagen muss — natürlich keinen Zucker.

Die heißen Flädle, den gebutterten Spargel und den gekochten Schinken bester Qualität serviert man getrennt. Auf dem Teller wird der Spargel nicht mit ins Omelette gewickelt, sondern nur der Schinken. Wer da noch Hollandaise drüber kippen will, ist selbst schuld. Ich mag den Spargel übrigens durchaus mit etwas Biss, also nicht bis kurz vor die Zellauflösung verkocht.

Spargel ist kein einfacher Partner für Wein, denn dieser darf nicht zu spritzig sein, sonst stört er sich mit dem herben Unterton des Spargels. Andererseits darf er nicht zu mild und geschmacksneutral sein, sonst geht er unter. Mild und voll heißt die Devise. Ich hab mich für eine angereifte Silvaner-Spätlese von Würzburger Stein entschieden.

Noch ein Wort zum Würzburger Stein. Nur wenige Weingüter haben die Ehre, dort anbauen und ernten zu dürfen. Den größten Brocken teilen sich Juliusspital, Staatlicher Hofkeller und Bürgerspital. Silvaner ist die Traditionsrebe, so gibt es noch einen Bocksbeutel Stein-Silvaner von 1540, den Hugh Johnson einmal verkosten dürfte (mit einer Spritzennadel wurde etwas Flüssigkeit durch den Korken entzogen), und er war der Meinung, dass der Wein durchaus noch Frische hätte. Die hatte meine trockene Spätlese von 2005 durchaus auch, kein Wunder nach erst drei Jahren. Die Farbe ist hellgold, wie bei einem jungen Wein. Das Aroma fein und frisch. Leicht mineralisch, Tropen- und Südfrüchte (insbesondere Maracuja), Wiesenblumen. Der Auftakt ist mild, fruchtig, es zeigt sich ein leichtes Prickeln, geschmeidige, feine Säure, runder Körper, langer Abgang. Ob er noch 500 Jahre durchhält, kann ich nicht garantieren, aber für ein Hundertstel davon ist er sicher noch gut. Und zum Spargel passt er jetzt schon.