Vorsicht! Versteckte Preiserhöhungen

Kost, Saubloggen

Sauereibloggen am Mittwoch: Am 11. April fällt die verbindliche Regelung von Verpackungsgrößen. Wer bislang Milch gekauft hat, konnte sich darauf verlassen, nur Liter- oder Halbliterflaschen im Supermarkt vorzufinden. Das ist jetzt anders, jedes Maß ist erlaubt, 990  Milliliter oder 480. Die Verpackung sieht dabei genauso oder fast genauso groß aus, wie bislang. Vergleichen lasst sich der Preis zwischen verschiedenen Produkten nur noch über den Grundpreis, der kleingedruckt unter dem Endpreis stehen muss.

Es ist abzusehen, dass einige Produzenten die neue Freiheit nutzen werden, um versteckt die Preise zu erhöhen. Die Packung kostet gleich viel, enthält aber etwas weniger Milch, Schokolade, Zucker, Kaffee oder was auch immer. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine nette, bebilderte Liste aufgestellt, wo bislang, bereits nach alter Rechtslage,  Mogelpackugen aufgefallen sind.

Pringles-Chips Verbrauchertäuschung

Kost

Da hat es mir ja grad eben die Sprache verschlagen, als ich passend zum Spiel diese Packung Chips, SourCream & Ognion von Pringles, geöffnet habe. Man meint, die Dose wäre schon halb leer gefuttert. Der Zollstock zeigt knapp 2,5 Zentimeter von 8,5 Zentimetern Luft. Das entspricht 29,4 Prozent Luft auf das Volumen gerechnet. Bezieht man noch die gebogene Form des Chips-Turms mit ein und die nach untern abfallende Schichtung, ich habe an der höchsten Stelle gemessen, so wird der Mangel an erwartetem Inhalt noch erschreckender und nimmt bald die aufgeblasenen Ausmaße eines Regierungsprogramms an. Gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, eine Verpackung muss zumindest annähernd voll sein? Ich werd die Verbraucherzentrale fragen.

Leider verschlägt es mir immer noch die ehrliche Sprache, da ich mir keine Abmahnung einhandeln will, um am Ende gezwungen zu werden, diesen Beitrag hier zu löschen… Aber ich glaube, die Bilder und Tatsachen sprechen für sich.

Aber mit einem literarischen Zitat möchte ich enden aus Zazie in der Metro von Raymond Queneau:
„(Zazie, ein kleines Mädchen vom Lande, wäre in Paris sehr gerne Metro gefahren, die Fahrer streiken aber leider. Das Taxi, das nun vor ihr steht, ist also auch eine Art Produktenttäuschung für sie.)
– Guten Tag, Kleine, sagt er (Charles, der Taxifahrer) zu Zazie, ohne sie anzusehen, und legte sich seine Veröffentlichung sorgfältig unter den Hintern.
– Ist dasn Rappelkasten, sein Taxi, sagt Zazie.
– Steig ein, sagt Gabriel (ihr Onkel), und sein kein Snob.
– Snob am Arsch, sagt Zazie.“