Heringstäubling, Semmelstoppelpilz und Reizger

Kost

Wir hatten heute eine kleine, aber sehr feine Pilzausbeute:

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Einen Heringstäubling (vorne links), den man am typischen Geruch nach Hering erkennt. Nicht zu verwechseln mit dem ungenießbaren Zederntäubling, der eben nach Zedernholz riecht. Wie alle Täublinge sind die, die scharf schmecken (mit der Zungenspitze probieren), ungenießbar, die milden hingegen essbar. Vorne rechts ein Fichtenreizger, die ich sehr gerne mag, wenn sie nicht schon zu schwammig sind. Hinten finden sich Semmelstoppelpilze, die man an den Stoppeln erkennt, die sie statt Lamellen oder Röhren unter der Haube haben. Fast alle Stoppelpilze sind essbar, manche werden im Alter bitter.

Waldpilze mache ich eigentlich nur mit Zwiebeln, Pfeffer und etwas Petersilie.

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Waldpilze

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Mir wurde schon erzählt, dass dieses Jahr die Wälder voller Pilze sind. Als ich die Massen gesehen habe, war ich dennoch überrascht. An manchen Stellen ist das Unterholz übersät mit riesigen gelben Trichtern, dichte Hexenringe ziehen Kreise zwischen den Bäumen, auf jedem morschen Stumpf  drängen sich Kolonien an kleinen Hütchen zusammen und unter jedem Baum klappt der Sammler das Pilzbuch wieder auf, weil er eine weitere Sorte entdeckt hat. Während eines kurzen Spaziergangs haben wir gefunden:

Schopftintling, Fichtenreizger, Espen-Rotkappe, Stäubling und den Violetten Rötelritterling (einer meiner Lieblingspilze. Der blumige Duft hält sich auch in der Pfanne). Pech hatte ich mit den Täublingen, alle waren ungenießbar. Normalerweise finde ich immer einen guten 🙂

Die wichtigsten Regeln beim Pilzesammeln kennt Ihr ja!

– Alle tödlich giftigen Pilze kennen (Knollenblätterpilz, Rauköpfe, Gifthäubling, Lorchel…)

– Verwechslungen kennen: Champignon-Knollenblätterpilz, Stockschwämmchen-Gifthäubling, Morchel-Lorchel

– Pilze immer lange kochen (15-20 Minuten), nur die wenigsten lassen sich roh essen (Steinpilz, Pfifferling, Champignon)

– Pilzgerichte nie aufheben, die Zersetzung setzt schnell ein.

Ich sammle zwar auch mit Bestimmungsbuch, sonst lernt man nie neue Sorten kennen, bin aber sehr großzügig beim Aussortieren: im Zweifel gegen den Angeklagten.