Weißbrot, ländlich

Backen, Kost

Ich muss sagen, ich bin ein ausgesprochener Weißbrotfan. Zwar mag ich auch hin und wieder ein gutes Sauerteigbrot, aber mein Herz hängt am Weißbrot. In letzter Zeit backe ich immer wieder diese Variante. Ohne Öl, dann wird es knuspriger. Ein lang gehender Vorteig sorgt für Frische und für eine leichte Säuerung. Der Wasseranteil liegt bei 63 Prozent, so behält das Brot seine Form und ist doch relativ feucht.

1kg Mehl 550
20g Semmelbrösel
1 Klotz Hefe
20g Salz
1 halbes Stück Traubenzucker, gemahlen

Vorteig
300g Mehl, 240g Wasser (entspricht 80%) und ein paar Gramm Hefe vermengen und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Teig
Der Teig benötigt noch 390g Wasser, recht warm, um den kalten Vorteig auszugleichen. Das Salz in einem kleinen Teil Wasser auflösen, die restliche Hefe im restlichen Wasser lösen. Zuerst das Hefewasser ins Mehl (+Semmelbrösel + Zucker = Backhilfe. Semmelbrösel speichern Wasser, Traubenzucker ist Hefenahrung), verkneten, dann das Salzwasser.

Lange Kneten (20-30 Minuten), dabei immer wieder auf der Arbeitsplatte ziehen und reiben, so verhakt sich der Weizenkleber. Dann zugedeckt 1-2 Stunden gehen lassen, je nach Zimmertemperatur. Alle dreißig Minuten den Teig falten und die Luft herausschlagen, dann bilden sich mehr Poren. Wenn das Volumen sich mehr als verdoppelt hat, Teig teilen und formen. Unten einen Schluss drücken und die Oberseite spannen. Auf ein Backpapier legen und noch mal 2-3 Stunden gehen lassen. Mit Mehl bestäuben und mit einem Tuch bedecken. Die Oberfläche muss sich am Schluss luftig und wollig anfühlen. Dann mit einem scharfen Messer quer einschneiden, etwa ein Drittel tief, um die Oberfläche zu vergrößern. Das bildet mehr Röstgeschmack.

Bei 230 Grad mit einem Schuss Wasser in den Ofen (am besten auf den Stein). Wenn die Oberfläche bräunt, Temperatur sofort reduzieren auf 210, wenn das Brot insgesamt dunkel wird, auf 190.  Wenn das Brot nicht mehr größer wird, Backofen kurz öffnen und Dampf abziehen lassen (dann bildet sich die Kruste). Zum Schluss Temperatur noch weiter fallen lassen, Weißbrot soll nicht zu dunkel werden. Backzeit für eine schöne Kruste: eine Stunde.

Hier noch eine Variante mit Mehl 1050 (300g) und Körnern (Mandeln, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne). Die Körner kurz überbrühen. Der Teig benötigt 50ml mehr Wasser und er verträgt mehr Gewürze: Kümmel, Kreuzkümmel, Anis, Koriander, Fenchelsamen etc. Diesmal hab ich kleinere Brötchen in der Form gebacken.

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Schwarz- soll Weißbrot werden…

Kost

lese ich gerade bei Tagesschau.de. Der englische Professor Grant — nicht „Grand“, liebe Tagesschau, selbst wenn der Prof in Euren Augen großartige Sachen macht! — Grant Campbell also möchte dunkles Brot so richtig zum Blubbern bringen. Denn „Ernährungswissenschaftler erzählen uns seit Jahrzehnten, mehr Vollkornbrot zu essen, aber wir ziehen Weißbrot immer noch vor, weil es besser schmeckt. Chemieingenieure arbeiten daran, einen Weg zu finden, Kleie in Brotrezepte zu bekommen, ohne dass die Bläschen platzen. Damit erzeugen wir ein gesünderes Brot ohne den leckeren Geschmack zu opfern“, erklärt der Prof den Manchester Evening News. Campbell ist Herausgeber des Buchs „Bubbles in Food“, das die Rolle von Bläschen in Sekt, Schokolade und Brot analysiert. Das Werk fasst eine wissenschaftliche Konferenz von 1998 mit dem selben Thema zusammen, Teil 2 fand 2006 statt.

Das alles könnte er sich für mich persönlich sparen, Weißbrot ist für mich gesund genug.

Weißbrot mit Sauerteig und Olivenöl

Backen, Kost

Das ist eigentlich das einzige Brot, das ich gelegentlich backe, variiere manchmal die Mehlsorten und Gewürze. Sehr gut passen z.B. geriebene Nüsse. Durch den Sauerteig wird der Geschmack angenehm säuerlich. Das Grundrezept geht so:

Sauerteig
25 g Mehl
40 ml Wasser
1 TL Zucker

Vorteig
Sauerteig aus Weizenmehl
1/4 Klotz Hefe
250 ml Wasser
350 g Weizenmehl 550 oder Dinkel 630

Hauptteig
50 ml warme Milch
1/4 Hefeklotz (10g)
250 ml Wasser
100 g Grieß
450 g Weizenmehl 550 oder Dinkel 630
Salz, Olivenöl

Sauerteig
Sauerteig stellt sich von alleine her. In einem hohen Glas (z.B. einem Joghurt-Glas) vermischt man Mehl, Wasser, Zucker und lässt das Glas offen stehen. Jeden Tag einmal dran riechen und umrühren. Nach zwei bis drei Tagen riecht der Teig deutlich säuerlich und wirft kleine Blasen. Dann ist er fertig, kann sofort verwendet oder für später eingefroren werden. Welches Mehl man nimmt hängt vom Brot ab, das man backen will: Weizenmehl für Weißbrot, Roggenmehl für dunkles Brot.

Wenn ich das Glas geleert habe, lasse ich die Teigreste komplett eintrocknen und verschließe es anschließend. In diesem Glas rühre ich dann den nächsten Teig an, so dass die festgetrockneten Reste als Startkultur dienen. Geht aber auch ohne.

Vorteig
Hefe in Wasser auflösen, zehn Minuten stehen lassen, mit dem Sauerteig und Weizenmehl verrühren, mit einem Tuch zudecken und über Nacht in den Keller stellen.

Hauptteig
Am nächsten Tag einen Viertel Klotz Hefe in Milch verrühren, zehn Minuten stehen lassen und dann in den Vorteig rühren. Warmes Wasser, Grieß und Mehl, 2 El Öl, und 1,5 Tl Salz zufügen und das Ganze gut durchkneten.

Gehzeiten
Teig dann in der Schüssel mit Öl einstreichen und 1,5 Stunden in der Küche gehen lassen. Anschließend Teig ohne viel kneten in die gewünscht Form bringen: vier kleine Brötchen oder ein bis zwei Leiber und jeweils auf ein Backpapier legen. Manchmal fülle ich auch zwei ovale Keramikschüsseln, da der Teig dann nicht in die Breite geht, sondern in die Höhe. Geformt nochmals 1,5 Stunden mit einem bemehlten Tuch bedeckt gehen lassen.

Backen
Einen flachen dicken Stein (z.B. sogenannten Pizzastein) auf das Gitter legen und auf die untere Schiene schieben. Auf den Boden eine Schüssel mit Wasser stellen. Ca. eine halbe Stunde vor Ende der zweiten Gehzeit, den Backofen auf 220 Grad heizen (mit Backofenthermometer prüfen!). Mit dem Stein dauert das etwas länger als sonst. Dann kommen die Brote mit Backpapier oder Schüssel auf den Stein. Die Backzeit variiert je nach Dicke des Brots. Ein flacher Fladen oder Semmeln brauchen 25 Minuten, ein hoher Laib länger. Zehn Minuten vor Schluss streiche ich die Brote mit einer Salzlösung ein, dann wird die Kruste besser. Bäckt man in zwei oder mehr Chargen, so muss die Temperatur beim Einschießen wieder stimmen.