Der Zar und der Realsozialist (17. Weinrallye)

Wein, Weinrallye

Zwei Weine haben mein Trinkgefährte Tom und ich uns für die Weinrallye zum Thema EU-Neuzugänge gekauft, beide zufällig aus Bulgarien. Während der Zar Simeon „His Majesty, Zar Simeon II.“ gewidmet ist, „the former King of Bulgaria„, so steht es auf dem Etikett, ein adeliger Anspruch also, erinnert der zweite Wein, No Man’s Land, an „The 5-mile stip of land between Bulgaria’s primary border and the main frontier with its southern neighbours.“ Das Niemandsland, das zwischen Kommunismus und Kapitalismus lag und nun, zumindest in Bulgarien, mit Wein bebaut wird. Zar und Realsozialist hantieren beide mit internationalen Sorten, Cabernet Sauvignon und Merlot, und appellieren an ein internationales Publikum.

Leider ist der Zar verweichlicht wie der alte Adel und dem Realsozialist fehlt standesgemäß der Glanz. Er gibt sich der Arbeiter- und Bauernromantik hin, ist dabei kein schlechter Wein, durch Säure, grobe Tannine und Alkohol wirkt er etwas rustikal, schien uns aber ein guter Essensbegleiter zu sein. Seine rauchig-würzig-beerigen Aromen machen ihn durchaus attraktiv, aber es fehlen Reinheit und Eleganz.

Der Zar Simenon 2006 Reserva hingegen ist etwas flach, saftig, süßlich und pappig. Sowohl Säure also auch Biss fehlen. Die Aromen sind rein und voll (Beeren, Kirsche, Tomate), aber für den wahren Adel fehlt die Strenge.

No Man’s Land 2006
Bulgarien
Rot; Merlot/Cabernet Sauvignon
13 % Alkohol

Zar Simeon 2006 Reserva
Bulgarien/Trakia Vallye
Rot; Cabernet Sauvignon
13,5 % Alkohol; Ausbau im Holzfass

9 Gedanken zu “Der Zar und der Realsozialist (17. Weinrallye)

  1. Ist ja schade, dass ein so junger Zar schon schwächelt, dabei wird er für 8 € schon als Wein mit Kultstatus angeprisen…und vielleicht ist der Realsozialist aus dem No Man’s Land einfach noch ein wenig zu jung? für seinen Preis (so 6 nochwas, wenn ich dem Internet glaube) kann man sich ja noch mal ohne Risiko eine Flasche auf Reserve legen und in zwei, drei Jahren nochmal prüfen…oder sehen, was die anderen Rallyeteilnehmer so ausgegraben haben – was ich bisher gelesen habe, klingt ja ganz spannend.

  2. Ja, Iris, das stimmt, der Niemandsländer ist im Glas mit der Zeit etwas aufgegangen. Das hätte ich noch schreiben sollen. Ob er so richtig der Brüller wird? Man weiß nie… Wir haben im Kaufhaus übrigens jeweils 9 Euro ausgegeben.

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